logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Leserforum

Privatliquidation: Sie fragen - wir antworten!

| In diesem Beitrag beantwortet die PA-Redaktion wie gewohnt einige Fragen von allgemeinem Interesse. |

Abformung nicht notwendig: Kein Modell berechenbar?

Frage: „Wir führen in unserer Praxis neuerdings auch kleinere Reparaturmaßnahmen im Eigenlabor durch. Bei einer Sprungreparatur oder so mancher Bruchreparatur ist jedoch keine Abformung notwendig. Können wir dann auch kein Modell berechnen? Wir hatten gelernt, dass die Anzahl der Modelle mit der Anzahl der Abformungen übereinstimmen muss.“

 

Antwort: Die Tatsache, dass hier keine Abformung notwendig ist, bedeutet nicht, dass kein Modell notwendig ist. Bei einer Bruchreparatur kann ein Zahntechniker in der Regel nicht auf ein Modell verzichten. Meistens werden bei Wiederherstellungen - auch bei Unterfütterungen - „Gipskonter“ oder Gipsschlüssel hergestellt, die nicht im Zusammenhang mit Abdrücken stehen. Diese werden als Modell unter der BEL-Nr. 010 0 aufgeführt. In den Erläuterungen der BEL-Nr. 010 0 heißt es: „Es besteht kein zwingender technischer Zusammenhang zwischen der Zahl der Abformungen und der Zahl der Modelle.“

Friktionserneuerung bei einem Kassenpatienten abrechnen

Frage: „Wie rechnen wir eine Friktionserneuerung beim Kassenpatienten ab? Es wurde zusätzlich Galvanogold in das Sekundärteleskop aufgelasert.“

 

Antwort: Zur Friktionserneuerung gibt es immer wieder unterschiedliche Auslegungen der einzelnen KZVen. Seit geraumer Zeit wird für diese Art der Friktionserneuerung bei Teleskopkronen die gleichartige Abrechnung mit der GOZ-Nr. 5090 und dem Festzuschuss 6.1 akzeptiert. Es gibt jedoch auch andere Maßnahmen zur Friktionserneuerung, die den Zuschuss 6.3 auslösen. Aufgrund regionaler Unterschiede raten wir zur Absprache mit Ihrer KZV.

Fäden entfernen und Wundkontrolle: Abrechnung?

Frage: „Kürzlich haben wir gelesen, dass für das Entfernen von Fäden und die anschließende Wundkontrolle bei einem Privatpatienten die Ä2007 und die GOZ-Nr. 3290 berechnet wurde. Wir rechnen hier immer die Nr. 3300 ab.“

 

Antwort: Da die GOZ-Nr. 3290 die Kontrolle nach chirurgischem Eingriff - als selbstständige Leistung - beschreibt, kann die Ä2007 nicht neben der GOZ-Nr. 3290 berechnet werden, da ansonsten dem Charakter der selbstständigen Leistung nicht Rechnung getragen wird. Korrekt wäre hier in der Tat die GOZ-Nr. 3300 für eine Nachbehandlung, die eine Nahtentfernung enthält. Für das alleinige Entfernen von Fäden kann selbstverständlich die Ä2007 angesetzt werden. Für die reine Wundkontrolle ohne jegliche Behandlungsmaßnahmen ist die GOZ-Nr. 3290 anzusetzen.

bMF neben der Fissurenversiegelung berechnen?

Frage: „Wann ist die GOZ-Nr. 2030 neben der GOZ-Nr. 2000 berechenbar?“

 

Antwort: In der Tat berechnen einige Praxen im Rahmen der Fissurenversiegelung nach der Nr. 2000 zusätzlich die Nr. 2030. Bei der Fissurenversiegelung wird weder eine Kavität präpariert noch gefüllt, sodass die Nr. 2030 nicht angesetzt werden darf. Ein überdurchschnittlicher Zeitaufwand und/oder ein erhöhter Schwierigkeitsgrad bei der Trockenlegung wegen starkem Speichelfluss kann aber über einen höheren Steigerungsfaktor geregelt werden.

Schraubkanäle wieder mit Kunststoff auffüllen: Abrechnung?

Frage: „Wenn nach dem Wiedereingliedern einer implantatgetragenen Brücke die Schraubkanäle wieder mit Kunststoff aufgefüllt werden - ist das mit der Gebühr nach GOZ-Nr. 5110 abgegolten?“

 

Antwort: Der Verschluss des Schraubkanals bei implantatgetragenen Kronen oder Brücken ist bei der Neuanfertigung jeweils mit der Gebühr (GOZ-Nr. 5110) abgegolten. Wenn im Reparaturfall die implantatgetragenen Arbeiten wieder befestigt und die Schraubkanäle verschlossen werden, kann für den Verschluss der Schraubkanäle eine Analoggebühr herangezogen werden.

Mesokonstruktion entfernen und wieder befestigen

Frage: „Eine Mesokonstruktion wird entfernt und wieder befestigt. Wie kann ich das abrechnen?“

 

Antwort: Für die Entfernung kann die GOZ-Nr. 2290 je Verschraubung angesetzt werden. Die Leistungsbeschreibung lautet „Entfernung einer Einlagefüllung, einer Krone, eines Brückenankers, Abtrennen eines Brückenglieds oder Steges oder Ähnliches“ und kann durch den Zusatz „oder Ähnliches“ durchaus hier herangezogen werden. Die Wiedereingliederung ist jedoch in der GOZ 2012 nicht beschrieben und wird daher analog berechnet.

Lücke mit einem eingeklebten eigenen Zahn versorgen

Frage: „Was kann man abrechnen, wenn eine Lücke mit einem eingeklebten eigenen Zahn versorgt wird?“

 

Antwort: Diese Lückenversorgung kommt häufig zum Einsatz, wenn der Patient den Lückenschluss voraussichtlich oder sicher mit einem Implantat wünscht. Dies ist in der GOZ nicht beschrieben. Die BZÄK empfiehlt die Berechnung der GOZ-Nr. 5150 (Adhäsivbrücke). Der Zahn, der eingeklebt werden soll, muss vorher noch umgeschliffen und gesäubert werden. Diese Leistungen werden als zahntechnische Leistungen (§ 9 GOZ) berechnet.

 

Weiterführender Hinweis

  • Wenn auch Sie Fragen zur Abrechnung haben: Schreiben Sie an overbeck@iww.de. Wir antworten schnell!
Quelle: Ausgabe 01 / 2016 | Seite 17 | ID 43779551