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·Fachbeitrag ·Leistungsstatistik

GOZ-Analyse 2018: leichtes Honorarplus durch größere Zahl erbrachter Leistungen

von Julia Gabriel, Zahnmed. Abrechnungsservice Saarbrücken, zmas.de

| Im Jahr 2018 erwirtschafteten Deutschlands Zahnärzte mit privat vollversicherten Patienten und Beihilfepatienten ein Honorar von 3,49 Mrd. Euro. Im Vergleich zu 2017 ist dies ein leichtes Plus von 70 Mio. Euro. Dies wurde durch mehr erbrachte Leistungen erreicht ‒ darunter vor allem professionelle Zahnreinigungen nach Nr. 1040 GOZ. Das geht aus der GOZ-Analyse im Statistischen Jahrbuch 2018/2019 der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hervor. Da das Jahrbuch 2017/2018 noch die Zahlen der GOZ-Analyse 2016 enthält, beziehen sich alle folgenden Vergleiche auf das Jahr 2016. |

Datenbasis und Methodik der GOZ-Analyse

Die GOZ-Analyse untersucht seit 1999 jährlich das privatzahnärztliche Abrechnungsgeschehen. Seit 2002 wird sie stetig weiterentwickelt und ist mittlerweile auch regional auswertbar. Die Analyse ist die bislang einzige öffentlich zugängliche Erhebung und Auswertung des Liquidationsgeschehens unter Anwendung der GOZ und des für Zahnärzte geöffneten Teils der GOÄ.

 

Datenbasis der Analyse ist eine Stichprobe aus Rechnungsdatensätzen deutscher Zahnarztpraxen. Erfasst werden jeweils die einzelnen GOZ- und GOÄ-Positionen mit Häufigkeit, Multiplikator, Analogkennzeichnung, Gebiet sowie Material- und Laborkosten. Für die GOZ-Analyse 2018 wurden rund 570.000 Rechnungsdatensätze verwendet. Davon waren 20 Prozent inkorrekt. Dank einer im Jahrbuch näher beschriebenen Fehlerkorrektur konnte der Anteil nicht berücksichtigter Rechnungen auf unter drei Prozent gesenkt werden.

Art und Anzahl der erbrachten Leistungen

Im Jahr 2018 wurden knapp 345 Mio. Einzelleistungen abgerechnet (ohne Berücksichtigung von Analogabrechnungen und Pauschalrechnungen). Das sind etwa 10 Mio. mehr als im Jahr 2016. Hierbei wurde zu 89,9 Prozent nach GOZ und zu 10,1 Prozent nach GOÄ abgerechnet.

 

  • Anzahl und Anteil der Leistungen (Hochrechnung Privatversicherte)
Anzahl in Mio.
Anteil (Prozent) an Leistungspositionen
Anteil (Prozent) am Honorarvolumen

GOZ-Positionen

317,5

92,2

89,9

GOÄ-Positionen

27,0

7,8

10,1

Persönliche Leistungen

337,9

98,3

96,1

AEMO-Leistungen*

5,7

1,7

2,9

 

* Leistungen aus den Abschnitten A ‒ Besondere Fälle, E ‒ Physikalisch-medizinische Leistungen, M ‒ Laborleistungen, O ‒ Strahlendiagnostik, Nuklearmedizin, Magnetresonanztomografie und Strahlentherapie

 

Der durchschnittliche Rechnungsbetrag lag bei 320 Euro (2016: 327 Euro), davon 75 Prozent für zahnärztliche und 25 Prozent für zahntechnische Leistungen. Gegenüber dem Jahr 2016 ist diese Verteilung nahezu unverändert (76 Prozent zu 24 Prozent).

 

75 Prozent aller Positionen (GOZ und GOÄ) wurden mit einem Steigerungssatz von 2,3 liquidiert. Der durchschnittliche Steigerungssatz (ohne Material, Laborleistungen oder technische Leistungen) lag bei 2,34 (2016: 2,32). Bezogen allein auf die GOZ-Positionen ergibt sich folgendes Bild.

 

  • Durchschnittlicher Multiplikator nach GOZ-Leistungsabschnitten (Privatversicherte)
Abschnitte der GOZ
Honorarvolumen (Mio. Euro)
Anteil (Prozent) am Honorarvolumen
Durchschnittlicher Steigerungssatz

A ‒ Allgemeine Leistungen

255

8,1

2,35

B ‒ Prophylaktische Leistungen

574

18,3

2,30

C ‒ Konservierende Leistungen

1.191

38,0

2,67

D ‒ Chirurgische Leistungen

76

2,4

2,61

E ‒ Parodontologische Leistungen

299

9,5

2,25

F ‒ Prothetische Leistungen

278

8,9

2,74

G ‒ KFO-Leistungen

187

6,0

2,50

H ‒ Aufbissbehelfe und Schienen

41

1,3

2,51

J ‒ FAL/FTL-Leistungen

51

1,6

2,40

K ‒ Implantologische Leistungen

153

4,9

2,81

L ‒ Zuschläge

31

1,0

1,00

Summe der Abschnitte A‒L

3.137

100,0

2,52*

 

* Ohne Zuschläge

Die zehn meistberechneten GOZ-Positionen

Wie auch schon im Jahr 2016 machen die Nrn. 1040 und 4050 GOZ mehr als 50 Prozent vom Anteil des gesamten Leistungsvolumens aus.

 

  • Die zehn meistberechneten GOZ-Positionen
GOZ
Anzahl (Mio.)
Anteil (Prozent) an allen Leistungspositionen
Anteil (Prozent) am Honorarvolumen

1040

148,32

43,06

15,04

4050

38,29

11,12

1,44

4055

18,51

5,37

0,91

4025

10,55

3,06

0,54

0010

8,40

2,44

3,18

0090

6,98

2,03

1,58

4060

5,36

1,56

0,14

4070

3,99

1,16

1,34

4020

3,97

1,15

0,66

2030

3,87

1,12

0,97

 

Die zehn umsatzstärksten GOZ-Positionen

Auch beim Honorarvolumen belegt die Nr. 1040 GOZ (Professionelle Zahnreinigung) den Spitzenplatz. Danach folgen Leistungen aus unterschiedlichen Abschnitten der GOZ. Im Vergleich zum Jahr 2016 (siehe weiterführende Hinweise) ist die Reihenfolge nahezu unverändert.

 

  • Die zehn umsatzstärksten GOZ-Positionen 2018
GOZ
Anteil (Prozent) am Honorarvolumen

1040

15,40

2210

5,79

2080

3,34

0010

3,18

2060

2,87

2100

2,69

5040

2,15

2120

2,12

5010

2,11

2410

2,00

 

Ebenfalls enthalten: GOÄ-Positionen

Die GOZ-Analyse umfasst auch ca. 150 Positionen aus dem für Zahnärzte geöffneten Teil der GOÄ. Da ihre Häufigkeit in der Zahnarztpraxis größtenteils verschwindend gering ist, beschränkt sich die folgende Tabelle auf die fünf häufigsten GOÄ-Positionen. Dabei handelt es sich um Beratungs- und Untersuchungsleistungen und Bildgebungsverfahren. Den Spitzenplatz nimmt die Ä1 ein ‒ sowohl bei der Häufigkeit als auch beim Honorarvolumen. Das gilt übrigens auch im Vergleich mit den o. g. häufigsten bzw. umsatzstärksten GOZ-Positionen.

 

  • Die von Zahnärzten am häufigsten abgerechneten GOÄ-Positionen
GOÄ-Position
Anzahl
(Mio).
Anteil (Prozent) an allen Leistungspositionen
Anteil (Prozent) am Honorarvolumen

Ä1

13,66

3,97

4,21

Ä5000

4,01

1,16

0,66

Ä5

4,15

1,21

1,28

Ä6

1,36

0,40

0,53

Ä5004

1,29

0,37

1,69

 

Weiterführende Hinweise

  • Ausgewählte Ergebnisse der GOZ-Analyse 2016 finden Sie in dem PA-Beitrag „Die 25 umsatzstärksten zahnärztlichen Privatleistungen im Überblick“ (PA 04/2018, Seite 5).
  • Lesen Sie zur GOZ-Analyse 2016 auch die Serie „Die 15 umsatzstärksten GOZ-Ziffern richtig abrechnen“ in den PA-Ausgaben 01/2019 bis 09/2019. Verweise auf die Einzelbeiträge finden Sie im letzten Beitrag der Serie in PA 09/2019, Seite 6.
Quelle: Ausgabe 01 / 2020 | Seite 2 | ID 45833849