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GOZ-Beschlusskatalog, Teil 5

Stellungnahmen der BZÄK zu den GOZ-Nrn. 220 bis 222, 226 bis 228, 500 bis 504 und 512 bis 514

Im fünften Teil unserer Serie befassen wiruns mit den Stellungnahmen der Bundeszahnärztekammer (BZÄK)zu den GOZ-Nrn. 220 bis 222, 226 bis 228, 500 bis 504 und 512 bis 514,also zu Kronen und den dazugehörigen Provisorien. Wieder geht esdabei um Beschlüsse, die in einem eventuellen Rechtsstreit in derRegel als offizielle zahnärztlich-fachliche Auffassungherangezogen werden, so dass jedem Zahnarzt unbedingt zu empfehlen ist,sie bei seiner Abrechnungstätigkeit entsprechend zuberücksichtigen.

Kronen bzw. Brücken auf Implantaten

  • Die Frage, ob die Gebühren-Nrn. 220 bzw. 500 GOZ oder dieGebühren-Nrn. 221 und 501 GOZ zugrunde gelegt werden können,ist danach zu beantworten, welche Eingliederung vorgenommen wird. Beikonfektionierten Systemen kommen die Gebühren-Nrn. 220 und 500 GOZin Frage.
  • Wenn am Implantatpfeiler eine Präparation inForm einer Hohlkehle oder Stufe erfolgt, kann nach dem Leistungsinhaltder Gebühren-Nrn. 221 und 501 GOZ berechnet werden.

Kommentar: ImLeistungstext der GOZ-Nrn. 220 und 500 ist jeweils von der Versorgungeines Zahnes oder Implantats durch eine Krone die Rede. Das bedeutet,dass eine Krone, die auf einem Implantat befestigt wird, prinzipiellnach einer dieser beiden Ziffern zu berechnen ist. Dies gilt lautAussage der Bundeszahnärztekammer jedoch nur, wenn amImplantatkopf keine präparatorischen Maßnahmendurchgeführt werden. Wird der Kopf jedoch im Sinne einer Hohlkehl-oder gar einer Stufenpräparation beschliffen, so ist der Aufwanddem einer entsprechenden Zahnpräparation vergleichbar, weshalb ineinem solchen Fall die höher bewerteten GOZ-Nrn. 221 bzw. 501 inAnsatz gebracht werden können.

Auf Implantaten verschraubte Kronen

  • Bei Einzelkronen, die auf Einzelzahnimplantaten verschraubtsind, ist die Gebühren-Nr. 508 für diese Verschraubung nichtberechnungsfähig.
  • Bei Pfeilerkronen auf Implantatenfür abnehmbare Brücken oder Prothesen sind zusätzlicheVerbindungselemente (Verschraubung, Riegel oder Ähnliches) nachGebühren-Nr. 508 GOZ in Verbindung mit den Gebühren-Nrn.500/501 GOZ berechnungsfähig.

Kommentar: Die GOZ-Nr.508 kann laut Leistungstext ausschließlich für einVerbindungselement im Zusammenhang mit der Versorgung durch eineBrücke oder Prothese – also mit einer Krone nach den Nrn.500 bis 504 – angesetzt werden. Insofern ist derBerechnungsausschluss neben der Ziffer für eine Einzelkrone (Nrn.220 bis 222) durchaus korrekt. Wird die verschraubte Krone jedoch nacheiner der Nrn. 500 oder 501 abgerechnet (was nur beiBrückenpfeilern oder bei Kronen mit einem Geschiebe, Anker,Riegel, Gelenk, Steg oder Ähnlichem der Fall ist), so kannfür deren Verschraubung zusätzlich die Nr. 508 angesetztwerden. Eine Brücke wird damit automatisch abnehmbar.

Provisorische Hülse – Gebühren-Nr. 226

  • Das Wiedereingliedern einer provisorischen Hülse lösterneut die Gebühren-Nr. 226 GOZ aus, allerdings ohneMaterialkosten.

Kommentar: DieEmpfehlung beruht auf der Tatsache, dass in der Leistungslegende zurNr. 226 im Gegensatz zur Nr. 227 der Zusatz„...einschließlich Entfernung“ fehlt. Man kann sichdeshalb auf den Standpunkt stellen, die Wiedereingliederung einerabgenommenen und neu angepassten Hülse stelle ein zweites Mal den„Schutz eines präparierten oder frakturierten Zahnes“dar, und die Gebühren-Nr. 226 daher erneut abrechnen. Dass dabeikeine Materialkosten ansatzfähig sind, ist deshalbselbstverständlich, weil ja gar keine anfallen.

Herstellung provisorischer Kronen bzw. provisorischer Stiftkronen nach den Gebühren-Nrn. 227 und 228

  • Die Herstellung von provisorischen Kronen aus Kunststoff kannals zahntechnische Leistung (§ 9 GOZ) zusätzlich zumZahnarzthonorar berechnet werden.

Kommentar: DieserBeschluss ist von besonderer Tragweite. Er besagt, dass zur Versorgungeines Zahnes mit einer provisorischen Krone zwei Schritte gehören,die jeder für sich berechenbar sind: zum einen die Herstellung desProvisoriums als zahntechnische Maßnahme, zum anderen dieAnpassung und Eingliederung als zahnärztliche Leistung. Mit derjeweiligen Gebühr nach den Nrn. 227 oder 228 (bei provisorischenStiftkronen) bzw. 512 bis 514 (bei provisorischen Brücken) istausschließlich die zahnärztliche Tätigkeit abgegolten,während die zahntechnische Herstellung gesondert berechnet werdenkann. Hierfür sollte die entsprechende BEB-Nummer herangezogenwerden, wobei die Gebühr nach betriebswirtschaftlichenGrundsätzen festzulegen ist. Besondere Bedeutung hat dies fürdie Herstellung eines provisorischen Kunststoff-Inlays, für dessenEingliederung es ja keine Ziffer gibt. Über die Berechnungzahntechnischer Material- und Laborkosten für die Herstellung desProvisoriums lässt sich dafür immerhin noch ein gewisserBetrag erzielen.

Wiedereingliederung provisorischer Kronen im Not- /Vertretungsdienst

  • Die zahnärztliche Leistung für dieWiedereingliederung einer provisorischen Krone durch einen anderenBehandler im Notdienst/Vertretung löst nach entsprechenderAufklärung eine Gebühr nach Gebühren-Nrn.227/228/512/514 GOZ aus, ansonsten wäre sie kostenfrei vombehandelnden Zahnarzt zu erbringen.

Kommentar:Grundsätzlich ist es so, dass die Wiedereingliederung einerprovisorischen Krone bzw. Brücke nach den Nrn. 227, 228, 512 oder514 nicht berechenbar ist, und zwar unabhängig davon, ob es sichum die Wiederbefestigung eines gelösten oder im Zuge derBehandlung entfernten Provisoriums handelt. Wird ein gelockertes oderherausgefallenes Provisorium jedoch von einem anderen als demerstbehandelnden Zahnarzt wiederbefestigt, so ist dieser berechtigt,hierfür eine Gebühr zu berechnen, wobei mangels einergeeigneten Position nur eine der„Grundgebührenziffern“ herangezogen werden kann.

Quelle: Privatliquidation aktuell - Ausgabe 11/2003, Seite 9

Quelle: Ausgabe 11 / 2003 | Seite 9 | ID 104849