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Fallbeispiel

Abrechnung von Langzeitprovisorium und Interimsversorgung

Eine 44-jährige Patientin, die nachAufklärung keine Behandlung mit Implantaten wünscht, wirdnach der Extraktion für einen Zeitraum von etwa vier Monaten imOberkiefer mit laborgefertigten Langzeitprovisorien und im Unterkiefermit einer Interimsprothese versorgt.

In einer Erklärung der Bundeszahnärztekammer zu den Nrn. 708/709 GOZ heißt es: „DieLeistungen nach den Nummern 708 und 709 GOZ sind nicht im zeitlichenZusammenhang mit der Herstellung von endgültigem Zahnersatzberechnungsfähig.“

Hierzu auch interessant das Urteil desAmtsgerichts Mühlheim vom 6. Januar 1995 (Az: 19 C 182/93), wonachdie Interimskronen und -brücken dann ansetzbar sind, wenn es beieinem Überbrückungszeitraum von jedenfalls sechs Wochenschlecht für die Zähne wäre, andere Provisorieneinzusetzen, die eventuell zwischenzeitlich wieder herausgenommenwerden müssten und nicht die entsprechende Qualität aufwiesen.

Zu der im Beispiel angeführten GOZ-Nr. 506(Teilleistungsberechnung) ist es wichtig zu wissen, dass es auch zudieser Berechnungsweise eine positive Gerichtsentscheidung gibt, damitim Streitfall mit den Versicherungen eine weitere Argumentationshilfeherangezogen werden kann. Das Amtsgericht Bad Homburg kommt in einemUrteil vom 30. Juni 1993 (Az: 2 C 1051/92) zu dem Ergebnis, dass dieNrn. 224 und 506 GOZ neben den Nrn. 708 und 709 der GOZberechnungsfähig sind, da Leistungen – auch Teilleistungen– zur Versorgung von Zähnen mit Kronen oder Brückenkeine zahnärztlichen Maßnahmen zum Schutz dieser Zähnebeinhalten, so dass bei einer Interimsversorgung von Zähnen undZahnlücken die genannten Gebührennummern nochmals in Ansatzgebracht werden können.

Auch neben der GOZ-Nr. 520 ist es möglich,die Nr. 507 für jede Spanne zu berechnen (vergleiche AmtsgerichtHannover, Urteil vom 28.Januar 1997, Az: 505 C 17758/96).

Die Berechnung der Eigenlaborkosten wird in unserem Beispiel nicht berücksichtigt.

Die folgende Aufstellung der möglichenBEB-Positionen hat beispielhaften Charakter. Selbstverständlichhaben Sie bzw. der Techniker die Möglichkeit, eine andere Arbeits-und Vorgehensweise zu wählen und somit die Vorgaben zu variieren.Aus verständlichen Gründen ist es nicht möglich,detaillierte Preise vorzugeben, da die Kostenstruktur derunterschiedlichen Produktionsstätten berücksichtigt werdenmuss.


Quelle: Privatliquidation aktuell - Ausgabe 09/2002, Seite 11

Quelle: Ausgabe 09 / 2002 | Seite 11 | ID 104746