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01.11.2007 | Fallbeispiel

Abrechnung einer Versorgung mit Kronen, Brücken und Prothesen bei Behandlungsabbruch

Behandler sind mitunter gezwungen, eine nicht zu Ende geführte prothetische Versorgung abzurechnen, weil der Patient nicht mehr zur Weiterbehandlung erscheint. Daher möchten wir die hierbei zu beachtenden Bestimmungen anhand eines Fallbeispiels darstellen, wobei der Fokus allein auf die eigentliche ZE-Versorgung gelegt wird. Auf eine Darstellung der vor einer derartigen Rehabilitation eigentlich obligatorischen Prophylaxe-Maßnahmen einschließlich einer PZR wird hingegen verzichtet.  

 

Erste Sitzung

Datum 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

12.9. 

Patient erscheint mit der Bitte um prothetischeVersorgung; insuffiziente OK-, UK-Interimsprothesen, Kronen 16, 24 defekt 

 

Eingehende Untersuchung 

 

kw 

 

 

 

 

 

kw 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

001 

Vitalitätsprüfung sämtlicher Zähne: 24 negativ,übrige Zähne positiv 

007 

Orthopantomogramm: Übersichtsaufnahme 

Ä 5004 

16, 13, 24, 33, 43: Rö-Aufnahmen: 24 Stiftaufbau,alle ap. o.B. 

5 x Ä 5000 

 

Kommentar: Neben einer Panorama-Übersichtsaufnahme können Einzelaufnahmen ohne zahlenmäßige Beschränkung angefertigt und berechnet werden, wobei selbstverständlich nur absolut notwendige Aufnahmen getätigt werden sollten. 

 

Zweite Sitzung

Datum 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

14.9. 

Beratung (15 Minuten) über geplante Versorgung: neue vollverblendete VMK-Krone 24, vollverblendete VMK-Brücke 16 - - 13 - 11, UK-Modellgussprothese mit verblendeten Teleskopkronen 33, 43 sowie komplizierter Gussklammer 37 

Ä 3 

Erstellung eines Heil- und Kostenplans  

003 

Kommentar: Für eine Beratung ab 10 Minuten Dauer berechnet man die GOÄ-Nr. 3. Die GOZ-Nr. 003 ist nur für das Erstellen eines prothetischen Heil- und Kostenplanes ansatzfähig. Kostenpläne zu anderen Behandlungsmaßnahmen fallen unter die GOZ-Nr. 002.  

 

Für die geplanten Maßnahmen fallen folgende GOZ-Nummern an:3 x 227 (provisorische Kronen), 3 x 512 (provisorische Brückenkronen),2 x 514 (provisorische Brückenspannen), 221 (Einzelkrone), 3 x 501 (Brückenanker), 2 x 504 (Teleskopkronen), 4 x 507 (2 Brückenspannen,2 Prothesensättel), 2 x 508 (Verbindungsfunktion der Teleskopkronen), 521 (Modellgussprothese). Dazu kommt hier noch die GOZ-Nr. 517 für eine Abformung mit individuellem Löffel. 

 

Dritte Sitzung

Datum 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

18.09. 

UK: beidseitig Leistungsanästhesie 

2 x 010 

16, 13, 11, 24 Infiltrationsanästhesie (buccal und palatinal) 

8 x 009 

16, 24: Entfernung der defekten Kronen 

2 x 229 

24: Entfernung des defekten Wurzelstifts 

230 

24: Präparation und Einzementieren eines Schraubenaufbaus 

219 

24: Umkleiden des koronalen Aufbauanteils mit Komposit 

218 

OK-UK-Alginatabformungen für Provisorien 

– 

16, 13, 11, 24: Hohlkehlpräparation für Brücke bzw. Krone 

– 

33, 43: Präparation für Teleskopkrone 

– 

OK-, UK-Korrekturabformungen 

– 

16 - 13 - 11 Eingliedern einer provisorischen  

Brücke 

3 x 512,  

2 x 514 

24, 33, 43: Eingliedern von provisorischen Kronen 

3 x 227 

Kommentar: Während in der Kassenabrechnung sowohl das Entfernen eines defekten Wurzelstifts als auch die Abnahme einer Krone unter der Bema-Position Ekr abgerechnet werden, existieren hierfür in der GOZ mit den Nrn. 229 und 230 unterschiedliche Gebührenziffern. 

 

Vierte Sitzung

Datum 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

02.10. 

Abnahme der Provisorien 

– 

OK: Gerüsteinprobe der Brücke und der Krone 

– 

33, 43: Einprobe der Innenteleskope, Relationsbestimmung 

– 

Fixationsabformung mit individuellem Löffel 

517 

Wiedereinsetzen der Provisorien 

– 

Kommentar: Für das Abnehmen und Wiederbefestigen von Provisorien gibt es in der GOZ keine eigene Gebührennummer, da die Maßnahme integraler Bestandteil der zu Grunde liegenden Leistung „provisorische Krone bzw. Brücke“ ist. 

 

Fünfte Sitzung

Datum 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

16.10. 

Abnahme der Provisorien 

– 

Rohbrandeinprobe von Brücke und Krone, UK: Wachseinprobe 

– 

Wiedereinsetzen der Provisorien 

– 

Kommentar: Werden vor der Einprobe einer Prothese die Provisorien entfernt und diese anschließend wieder eingegliedert, ohne dass weitere Maßnahmen erfolgen, so kann in der betreffenden Sitzung keine GOZ-Nummer abgerechnet werden. 

 

Sechste Sitzung – entfällt

Datum 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

18.10. 

Anruf des Sohnes des Patienten: Patient verstorben 

siehe Erläuterung 

Kann eine prothetische Behandlung nicht beendet werden (was in der Mehrzahl der Fälle durch den Tod des Patienten bedingt ist), so kann man für die bis dahin erbrachten Maßnahmen Teilleistungspositionen berechnen. Dabei wird zwischen dem Ausmaß des Behandlungsfortschritts unterschieden: Bei reiner Präparation wird die Hälfte der Bewertungszahl, bei weitergehenden Maßnahmen bzw. im Fall einer Prothese nach der Einprobe der Metallbasis Dreiviertel der Bewertungszahl angesetzt. 

 

In der Liquidation sollte hinter der Teilleistungs-Nummer als Text die Basisposition angegeben werden, auf die sich die Bewertung bezieht, also etwa folgendermaßen: Nr. 506 (3/4 von Nr. 501), Faktor, Betrag.  

 

Leistungen, die zum Zeitpunkt des Behandlungsabbruchs vollständig erbracht worden sind (beispielsweise Planungsmodelle, Stiftaufbauten, Provisorien und Spezialabformungen), können in voller Höhe abgerechnet werden. Dasselbe gilt für die bis dahin angefallenen Material- und Laborkosten, soweit diese überhaupt berechnungsfähig sind. Im Fallbeispiel, in dem über die Präparation der Zähne hinaus noch weitere Maßnahmen erfolgt sind, können folgende Teilleistungen berechnet werden: 

 

Abrechnung nach Behandlungsabbruch

Einzelkrone 24: 

GOZ-Nr. 224 (3/4 von Nr. 221) 

Brücke 16 - - 13 - 11: 

5 x GOZ-Nr. 506 (3/4 von 3 x Nr. 501) 

Teleskopkronen 33, 43: 

2 x GOZ-Nr. 506 (3/4 von 2 x Nr. 504 – ohne Nr. 508) 

Modellgussprothese: 

GOZ-Nr. 524 (3/4 von Nr. 521) 

Die GOZ-Nummern 3 x 227, 3 x 512, 2 x 514, 517 werden in voller Höhe berechnet. 

Quelle: Ausgabe 11 / 2007 | Seite 12 | ID 114921