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Aktuelle Rechtsprechung
LG Saarbrücken: Analogberechnung der SDA-Technik nach GOZ Nrn. 214 bis 217 rechtens!
Das Landgericht Saarbrücken hat am 12. Februar 2004 (Az: 11 S 246/01) entschieden, dass die Analogberechnung der schmelz-dentin-adhäsiv befestigten Rekonstruktionen nach den GOZ-Nrn. 214 bis 217 statthaft ist. In der Begründung wird darauf hingewiesen, dass die Methode der SDA-Rekonstruktion beim In-Kraft-Treten der GOZ (1988) noch nicht zur Praxisreife entwickelt war. Dies sei damals zwar bei der Kompositfüllung in Schmelz-Ätz-Technik für den Frontzahnbereich der Fall gewesen, aber:
"Nicht zur Praxisreife gelangt war hingegen die im Streitfall verwendete Methode der SDA-Rekonstruktion neben dem hierfür verwendeten Kompositmaterial. 1988 existierten für Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich noch keine zur Praxisreife entwickelten und durch die zuständige Bundesbehörde zugelassene Seitenzahnkomposits. Des weiteren war auch 1988 noch nicht die Methode "Befestigen von plastischem Füllungsmaterial im Dentin "zur Praxisreife" entwickelt."
Die wesentliche Neuentwicklung und deren praxisrelevante Umsetzung (seit ca. 1992) besteht darin, neben einem Verbund Füllung - Zahnschmelz zusätzlich einen Verbund zwischen Zahnschmelz und Dentin zu schaffen. Diese erst zu Beginn der 90er Jahre praxisreif gewordene Technik wird als ... Dentinbonding bezeichnet und ermöglicht eine vollständige Verankerung der Füllung an der gesamten präparierten Zahnoberfläche."
Außerdem stehe auf der Grundlage der eingeholten zahnärztlichen Stellungnahme der Ärztekammer des Saarlandes (Abteilung Zahnärzte) fest, dass die durchgeführten Arbeiten nach Art, Kosten und Zeitaufwand den GOZ-Nrn. 214 bis 217 entsprächen. Dies wird im Urteil ausführlich begründet. Das Gericht schließt aus diesen Ausführungen:
"Dies bedeutet, dass es ebenso lange dauert, einen Zahn mit einer SDA-Rekonstruktion zu versehen wie mit einer Einlagefüllung oder einer Metallhämmerfüllung. Da dieser Zeitaufwand mit der Zahl der zu versorgenden Zahnflächen ansteigt, ist auch eine Aufteilung in ein-, zwei- und dreiflächig analog zu den Nrn. 215 bis 217 GOZ gerechtfertigt. Somit ist automatisch auch die dritte Forderung, der vergleichbare Kostenaufwand, gegeben. Denn die für die Nrn. 214 bis 217 GOZ berechnete Gebühr stellt allein das von der Arbeitszeit abhängige zahnärztliche Honorar dar."
Leserservice
Den Urteilstext können Sie unter www.iww-onlineservice.de durch Eingabe der Nr. 040738 (rechts oben) aufrufen und Ihren Patienten mitgeben, falls sie Unterstützung bei Streitigkeiten um die Kostenerstattung für SDA-Rekonstruktionen benötigen.
Quelle: Privatliquidation aktuell - Ausgabe 04/2004, Seite 1
Quelle: Ausgabe 04 / 2004 | Seite 1 | ID 104897