logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Abrechnungsorganisation, Teil 1

Schließen Sie Personallücken im Abrechnungsbereich mit optimierter Software!

von Sandra Gade, Fachwirtin für zahnärztliches Praxismanagement, www.sandra-gade.de

| Es wird für Zahnarztpraxen immer schwerer, qualifiziertes Personal im Abrechnungsbereich zu akquirieren. Umso wichtiger ist es, die Kapazitäten des vorhandenen Personals und der bereitgestellten Technik optimal für die Praxis zu nutzen und effektive Abrechnungswege zu generieren. |

Was ist die Ursache des Personalmangels?

Das statistische Jahrbuch der Bundeszahnärztekammer 2014 belegt zwar, dass die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zur ZFA in den letzten Jahren konstant ist. Der Ausbildungsberuf zur ZFA gehört bei Frauen seit Jahren zu den Top 10. Im Jahr 2014 lag dieser Beruf sogar auf Platz 5. Die Qualität der Azubis zur ZFA in Bezug auf ihre Schulbildung ist jedoch im Vergleich mit den Azubis zur Industriekauffrau wesentlich geringer:

 

Beruf
Gesamt
Hauptschüler
Realschüler
Abiturienten

ZFA

Rang 5

Rang 5

Rang 4

Rang 17

Industriekauffrau

Rang 6

Rang >20

Rang 6

Rang 2

 

Quelle: Statistisches Bundesamt - Fachserie 11, Reihe 3, Berufliche Bildung. Jahrbuch BZÄK 2014/2015

 

Der Vergleich verdeutlicht: Ausbildungsplätze bleiben auch deswegen häufig unbesetzt, weil sich keine qualifizierten Bewerber finden. Im Jahr 2014 wurden laut Bundeszahnärztekammer etwa 700 Aufstiegsfortbildungen zur ZMV oder vergleichbarem Abschluss erfolgreich durchgeführt. Das ist bezogen auf die Anzahl von etwa 2.100 zahnärztlichen Approbationen pro Jahr zu wenig.

Wie können Honorarverluste verhindert werden?

Ein klares und strukturiertes Konzept für den Abrechnungsbereich der Praxis muss realisiert werden. Oftmals werden seit vielen Jahren praktizierte und umständliche Wege genutzt, Leistungen zu erfassen. Hinterfragen Sie das und überprüfen Sie Ihre Abläufe kritisch. Die Softwarehersteller bieten Ihnen heute viele Möglichkeiten zur effizienten Abrechnung.

 

Die Leistungs- und Dokumentationserfassung direkt am Behandlungsstuhl mithilfe von Leistungskomplexen am PC ist der beste Weg. Wenn die Leistungskomplexe optimal erstellt sind, können auch Auszubildende und ZFAs ohne besondere Abrechnungskenntnisse die Leistungseingaben vornehmen. Dies spart Kapazitäten Ihrer ZMV oder Abrechnungsmitarbeiterin. Die tagesgenaue Kontrolle der Leistungseingaben durch den Behandler ist notwendig. Jeder Behandler sollte ein allgemeines Abrechnungswissen beherrschen und sich schon zu Beginn seiner Tätigkeit als Zahnarzt in diesem Bereich fortbilden. Die ZMV oder Abrechnungsmitarbeiterin übernimmt die zeitnahe Endkontrolle und Abrechnung der erbrachten Leistungen.

 

Nutzen Sie die Möglichkeiten Ihrer Software und bauen Sie sich für Ihre Praxis ein funktionierendes Leistungskomplexsystem auf. Die Bearbeitung von Komplexen und das Anlegen von Folgeziffern, Begründungen, Materialien etc. sind in den Softwaresystemen mit etwas Unterstützung einfach zu erlernen und umzusetzen. Hierbei sollte keine Praxis Investitionen in Schulungspersonal oder Softwaremodule scheuen. Die Pflege und Aktualisierung der Leistungsketten verursacht einen minimalen Aufwand - jedenfalls gemessen daran, wie viel Zeit und Geld verloren geht, wenn jede Leistung inklusive Dokumentation und Folgeziffern einzeln manuell erfasst wird.

Wie kann die Komplexerstellung ablaufen?

Beginnen Sie systematisch mit der Komplexerstellung. Nehmen Sie sich Zeit und gehen Sie Ihre einzelnen Behandlungen der verschiedenen Bereiche gemeinsam mit den Behandlern, Assistenzen und Abrechnungsmitarbeitern Schritt für Schritt durch. Trennen Sie dabei Kassen- und Privatbehandlungen. Gehen Sie dabei in folgenden Schritten vor:

 

  • Listen Sie mögliche Leistungen mit Ziffern in der richtigen Reihenfolge auf.
  • Erstellen Sie nötige Dokumentationen zu den einzelnen Leistungsschritten.
  • Listen Sie berechnungsfähige Materialien zu den erbrachten Leistungen auf.
  • Listen Sie mögliche Zuschläge (OP-Mikroskop, Laser etc.) auf.
  • Kalkulieren Sie für sich bestimmte Mindestfaktoren für GOZ-Leistungen.
  • Formulieren Sie standardisierte, aber patientenbezogen Begründungen zur Schwellenwertüberschreitung bei GOZ-Leistungen.

Ordnen Sie den Ziffern einmalig die Dokumentationen, Begründungen, Materialien und Zuschläge zu!

Lernen Sie Ihre Software richtig kennen und lassen Sie sich durch Dienstleister bei der Übertragung Ihrer schriftlichen Leistungskomplexe in Ihr Softwaresystem unterstützen. Nur so werden Sie Ihre Software richtig ausnutzen und langfristig profitieren. Stellen Sie Ihre kalkulierten Mindestfaktoren der GOZ-Leistungen in den Stammdaten der Leistungen ein und belegen Sie diese Leistungen mit Begründungen aus Ihrem Praxisbegründungskatalog. Durch Abfragefunktionen werden jetzt die Dokumentationen, Begründungen oder Materialien vorgeschlagen, sobald Sie die dazugehörige Leistung erfassen.

 

Mithilfe dieses Systems ist eine vollständige chronologische Leistungserfassung und Kostenplanung standardisiert möglich. Konsequenz: Die Kontrolle und Abrechnung von Leistungseingaben kann schnell erfolgen und die Abrechnungsmitarbeiterin wird viel weniger Zeit in Rückfragen investieren müssen.

 

Weiterführender Hinweis

  • Im zweiten Teil der Beitragsserie befassen wir uns mit dem folgenden Thema: Effiziente Leistungserfassung mithilfe von Komplexen.
Quelle: Ausgabe 01 / 2016 | Seite 9 | ID 43748020