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01.06.2007 | Abrechnung nach GOZ

Fragen und Antworten zur GOZ-Nr. 508

Unsere Beitragsserie zur Beantwortung häufiger Fragen zu einer Gebühren-Nummer setzen wir mit der Besprechung der GOZ-Nr. 508 fort. Der Leistungstext dieser GOZ-Nummer lautet: „Versorgung eines Lückengebisses durch eine zusammengesetzte Brücke oder Prothese, je Verbindungselement – Matrize und Patrize gelten als ein Verbindungselement“.  

 

Welche Leistungsinhalte fallen unter die GOZ-Nr. 508?

Die GOZ-Nr. 508 berechnet man für drei unterschiedliche Konstruktionselemente: 

 

  • erstens für ein Verbindungselement wie ein Geschiebe, einen Anker, einen Riegel oder ein Gelenk, wobei die beiden ineinander greifenden Teile am festsitzenden und herausnehmbaren Anteil einer Kombinationsversorgung als ein Element gelten, in einigen Fällen auch für die Verschraubung von Suprakonstruktionen.

 

  • zweitens für einen in die Prothesenbasis eingearbeiteten Stegreiter, mit dem eine Teilprothese auf einem zwischen zwei Kronen oder Wurzelstiftkappen angebrachten Steg einrastet. Der Steg selbst fällt – ungeachtet seiner Länge – unter die GOZ-Nr. 507.

 

  • drittens für die Verbindungsfunktion einer Teleskop- oder Konuskrone. Damit löst eine solche Krone den Ansatz der GOZ-Nrn. 504 – für die Krone selbst – und 508 – für ihre Funktion als Verbindungselement – aus. Eine Ausnahme machen lediglich so genannte Resilienzteleskope, bei denen zwischen Primär- und Sekundärteil ein minimaler Spalt für ein gewisses Spiel sorgt. Derartige Teleskopkronen verwendet man bevorzugt im Zusammenhang mit Cover-denture-Prothesen.

 

Wie oft berechnet man die GOZ-Nr. 508, wenn eine prothetische Versorgung mehrere dieser Konstruktionsmerkmale aufweist? 

In diesem Fall zählt jedes Verbindungselement, jeder Stegreiter und jede Teleskop- oder Konuskrone gesondert.  

Kann die Nr. 508 auch im Zusammenhang mit einer Einzelkrone nach einer der GOZ-Nrn. 220 bis 222 abgerechnet werden? 

Nein, die GOZ-Nr. 508 ist eine ergänzende Gebührenposition zu einer der Nrn. 500 bis 504. Werden also beispielsweise der Eckzahn und der nachfolgende endständige erste Prämolar mit verblockten Kronen versehen, wobei die Prämolarenkrone ein Geschiebe zur Verankerung einer herausnehmbaren Prothese trägt, so fällt die Eckzahnkrone unter die GOZ-Nr. 221 (bei Hohlkehl- oder Stufenpräparation), die Krone auf dem Prämolaren aber des Geschiebes wegen unter die Nr. 501. Das Geschiebe selbst berechnet man unter der Nr. 508. 

Werden auch in einen Steg eingearbeitete Verbindungselemente unter der GOZ-Nr. 508 berechnet oder sind sie bereits in der Nr. 507 für den Steg enthalten? 

Enthält ein Steg Verbindungselemente – meist in Form ringförmiger Matrizen, in die zapfenartige Patrizen der Prothesenbasis einrasten –, so löst jedes einzelne dieser Elemente zusätzlich zur GOZ-Nr. 507 (für den Steg) den Ansatz der Nr. 508 aus.  

Wenn eine Brücke wegen divergenter Pfeiler mittels eines Geschiebes geteilt wird, kann man dann für das Geschiebe die Nr. 508 ansetzen? 

Ja, die Nr. 508 berechnet man für jedes eigenständige Verbindungselement, egal ob konfektioniert oder individuell gefertigt. Das gilt auch dann, wenn ein solches Element in eine Ankerkrone oder eine Brückenspanne eingearbeitet ist. 

Lösen zwei Verbindungselemente an ein und derselben Krone zweimal den Ansatz der  

GOZ-Nr. 508 aus? 

Ja, sofern sie vollkommen voneinander getrennt sind. Das können beispielsweise je ein Geschiebe mesial und distal sein, aber auch ein distales Geschiebe an einer Krone in Verbindung mit einer friktiven Rillen-Schulter-Fräsung berechtigt zum zweifachen Ansatz der Nr. 508. 

Wie rechnet man die Reparatur eines defekten Verbindungselements ab? 

Handelt es sich bei der Wiederherstellungsmaßnahme lediglich um das Aktivieren eines Verbindungselements oder das Austauschen eines konfektionierten Verschleißteils – etwa eines Geschiebezapfens oder einer Friktionshülse –, so fällt sie unter die GOZ-Nr. 509 („Wiederherstellung der Funktion eines Verbindungselementes nach Nr. 508“). Muss dagegen eine defekte Matrize oder Patrize komplett erneuert werden (wobei die Friktion zum Gegenstück wiederhergestellt wird), so berechnet man hierfür die Nr. 508. Diese Vorgehensweise wird durch eine Empfehlung der Bundeszahnärztekammer ausdrücklich bestätigt. 

Wie berechnet man die Erneuerung eines Außenteleskops mit Herstellung einer friktiven  

Verbindung zum Innenteleskop? 

Für das neue Außenteleskop berechnet man die GOZ-Nr. 510 („Erneuerung des Sekundärteils einer Teleskopkrone einschließlich Abformung“). Hinzu kommt in der Regel die GOZ-Nr. 526 (Wiederherstellung der Funktion einer Prothese mit Abformung). Die Wiederherstellung der  

Verbindungsfunktion löst gemäß einer Stellungnahme der BZÄK jedoch nicht den Ansatz der  

Nr. 508, sondern nur den der niedriger bewerteten Nr. 509 aus. Wird also beispielsweise an einer vorhandenen partiellen Prothese ein defektes Außenteleskop unter Belassung des Innenteleskops erneuert und dabei die Friktion zwischen den beiden Teilen wiederhergestellt, so rechnet man dafür die GOZ-Nrn. 526, 510 und 509, nicht aber die Nr. 508 ab. 

Wenn auf einer Wurzelstiftkappe ein Kugelknopfanker angebracht wird, kann man dafür dann neben der GOZ-Nr. 503 auch noch die Nr. 508 berechnen? 

Ja, im Gegensatz zum Bema, wo die Nr. 90 laut Leistungstext einen auf der Wurzelstiftkappe befestigten Kugelknopfanker einschließt, kann ein solcher in der Privatabrechnung zusätzlich zur Nr. 503 für die eigentliche Kappe unter der Nr. 508 in Rechnung gestellt werden. 

Kann man für ein Verbindungselement, das auf einem Implantat befestigt ist, ebenfalls die  

GOZ-Nr. 508 abrechnen? 

Ja, auch ein auf einem Implantat oder einem implantatgetragenen Steg angebrachtes Verbindungselement – etwa ein Kugelknopfanker – löst den Ansatz der GOZ-Nr. 508 aus. 

Berechtigt die Verschraubung einer implantatgetragenen Krone zur Berechnung der  

GOZ-Nr. 508? 

Hier ist wieder eine Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer zu beachten: „Bei Einzelkronen/Brückenpfeilern, die auf Einzelzahnimplantaten verschraubt sind, ist die GOZ-Nr. 508 für diese Verschraubung nicht berechnungsfähig. Bei Pfeilerkronen auf Implantaten für abnehmbare Brücken oder Prothesen sind zusätzliche Verbindungselemente (Verschraubung, Riegel oder Ähnliches) nach GOZ-Nr. 508 in Verbindung mit den GOZ-Nrn. 500/501 berechnungsfähig.“  

 

Allerdings sind einige Implantologenverbände anderer Meinung und vertreten die Auffassung, jede Verschraubung einer Krone mit einem Implantat berechtige zum Ansatz der GOZ-Nr. 508. 

Kann auch ein vorsorglich angebrachtes Geschiebe, das nach dem Verlust von Zähnen in Zukunft einmal der Verankerung einer abnehmbaren Teilprothese dienen soll, unter der GOZ-Nr. 508 berechnet werden? 

Ja, das ist möglich, wobei allerdings die Tatsache, dass es sich nur um eine Geschiebematrize ohne zugehörige Patrize handelt, bei der Gebührenbemessung berücksichtigt werden sollte. 

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2007 | Seite 15 | ID 109915