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04.09.2008 | Abrechnung nach GOZ

Fragen und Antworten zu Einzelkronen

Als Einzelkronen, deren GOZ-Nummern im Abschnitt „C. Konservierende Leistungen“ zu finden sind, gelten alle diejenigen, mit denen Zähne innerhalb einer geschlossenen Zahnreihe versorgt werden bzw. die nicht an eine Brückenspanne oder an einen Prothesensattel grenzen und überdies keine Teleskopkronen sind. Im Einzelnen geht es dabei um folgende Ziffern: 

 

GOZ-Nr. 220 

Versorgung eines Zahnes oder Implantats durch eine Vollkrone (Tangentialpräparation) 

GOZ-Nr. 221 

Versorgung eines Zahnes durch eine Vollkrone (Hohlkehl- oder Stufenpräparation) 

GOZ-Nr. 222 

Versorgung eines Zahnes durch eine Teilkrone mit Retentionsrillen oder -kasten oder mit Pinledges einschließlich Rekonstruktion der gesamten Kaufläche 

Spielt für die Berechnung außer der Präparationsform auch die Ausführungsart der Krone eine Rolle?

Nein, maßgeblich ist allein die Präparationsform. Dagegen ist es unerheblich, ob es sich um eine Vollguss-, Verblend- oder Vollkeramikkrone handelt. Da eine reine Tangentialpräparation – von seltenen Ausnahmefällen sehr bauchiger Zähne abgesehen – als nicht mehr zeitgemäß gilt, spielt die Nr. 220 außer bei implantatgetragenen Kronen kaum noch eine Rolle. Die „übliche“ Position für die Berechnung einer Einzelkrone – für die der Zahn in der Regel mit einer Hohlkehle versehen wird – ist daher die Nr. 221. 

Hat die Verblockung von Kronen einen Einfluss auf die Abrechnung?

Nein, sowohl einzelne als auch miteinander verblockte Kronen werden unter der GOZ-Nr. 221 abgerechnet. Allenfalls ist es denkbar, bei stark divergierenden Zähnen, bei denen die Versorgung mit verblockten Kronen einen außergewöhnlichen präparatorischen Aufwand erfordert, den Steigerungsfaktor zu erhöhen. 

Werden auch Kronen im Brückenverband als Einzelkronen berechnet?

Ja, sofern sie nicht unmittelbar einer Brückenspanne benachbart, also nicht lückenbegrenzend sind. Derartige Kronen werden nicht nach den Nrn. 500 ff., sondern nach den abrechnungstechnisch korrekten Gebührennummern aus dem konservierenden Abschnitt der GOZ (Nrn. 220 ff.) berechnet, die auch höher bewertet sind. 

Wie steht es mit Kronen, an denen Geschiebe angebracht sind?

Geschiebe, Anker, Riegel und ähnliche Verbindungselemente werden unter der GOZ-Nr. 508 abgerechnet. Da diese eine ergänzende Position zu einer der Nrn. 500 ff. ist, muss die entsprechende Krone nach einer dieser Nummern berechnet werden. Das gilt jedoch nur für diejenige Krone, an der das Verbindungselement unmittelbar angebracht ist. Weitere, damit verblockte Kronen fallen unter die Nrn. 220 ff. Werden also beispielsweise bei einer Unterkiefer-Restbezahnung beidseits bis zum ersten Prämolaren die Zähne 33 und 34 sowie 43 und 44 mit je zwei verblockten Kronen versehen, wobei 34 und 44 ein Geschiebe für eine Modellgussprothese zum Ersatz der Freiendlücken tragen, so berechnet man die Kronen 33 und 43 nach der GOZ-Nr. 221, die Kronen 34 und 44 jedoch nach der Nr. 501. 

 

 

48 

47 

46 

45 

44 

43 

42 

41 

31 

32 

33 

34 

35 

36 

37 

38 

Befund 

 

 

 

 

 

 

 

 

Behandl. 

oK 

 

 

 

 

Ko 

Prov. 

 

 

 

 

227 

227 

 

 

 

 

227 

227 

 

 

 

 

Kronen 

 

 

 

 

501 

221 

 

 

 

 

221 

501 

 

 

 

 

Können Kronen mit entsprechenden Vorrichtungen für Gussklammern nach der GOZ-Nr. 221 berechnet werden?

Ja, die Überklammerung einer Krone ändert nichts an ihrem Charakter als Einzelkrone. Da es für Klammern im „prothetischen Teil“ der GOZ keine Gebührennummer gibt, besteht auch hinsichtlich der Abrechnung keine Notwendigkeit, die Kronen nach einer der Nrn. 500 ff. abzurechnen.  

Ist die Versorgung des Zahnes mit einer Verblend- anstelle einer Vollgusskrone ein Grund, den Steigerungsfaktor zu erhöhen?

Ja, denn die mit einer höheren Substanzabtragung verbundene Präparation eines Zahnes für eine Verblendkrone ist aufwändiger als diejenige für eine reine Vollgusskrone. Hinzu kommt die Problematik der Zahnfarbbestimmung, die speziell bei Einzelkronen im Frontzahnbereich mühsam sein kann und nicht selten einer häufigeren Einprobe bedarf.  

 

Die Rechtmäßigkeit der Faktorsteigerung hat das Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 17. Februar 1994 (Az: 2 C 12.93) bestätigt: „Die Ausführung von Verblendkronen stellt gegenüber den von der Regelspanne bis zum 2,3-fachen Gebührensatz erfassten Fällen, die auch nicht verblendete Kronen umfassen, im Hinblick auf Schwierigkeit und Zeitaufwand einen besonderen Fall dar, der jedenfalls eine Überschreitung des Schwellenwertes von 2,3 rechtfertigt und im Einzelfall sogar den Höchstsatz von 3,5 rechtfertigen kann.“ 

Kann eine Einzelkrone auf einem Implantat nach der Nr. 221 berechnet werden?

Zwar enthält nur die Leistungsbeschreibung der GOZ-Nr. 220 den Zusatz „oder Implantates“, das bezieht sich jedoch lediglich auf die Verwendung vorgefertigter Implantatköpfe, die keiner weiteren Bearbeitung bedürfen. Muss jedoch der Implantatkopf in einer Weise beschliffen werden, die vom Aufwand her der Präparation eines natürlichen Zahnes entspricht, so kann die darauf befestigte Krone durchaus nach der Nr. 221 berechnet werden. Wichtig ist eine präzise Dokumentation, aus der der erhöhte Arbeits- und Zeitbedarf eindeutig hervorgeht. Die Bundeszahnärztekammer hat dazu folgende Stellungnahme abgegeben:  

 

„Die Frage, ob die Gebühren-Nrn. 220 bzw. 500 GOZ oder die Gebühren-Nrn. 221 und 501 GOZ zugrunde gelegt werden können, ist danach zu beantworten, welche Eingliederung vorgenommen wird. Bei konfektionierten Systemen kommen die Gebühren-Nrn. 220 und 500 in Frage. Wenn am Implantatpfeiler eine Präparation in Form einer Hohlkehle oder Stufe erfolgt, kann nach dem Leistungsinhalt der Gebühren-Nrn. 221 und 501 GOZ berechnet werden.“ 

Welche Kriterien unterscheiden eine Teilkrone von einem Inlay oder Onlay?

Teilkronen weisen sowohl Merkmale eines Inlays als auch einer Vollkrone auf, denn ihre Befestigung am Zahn erfolgt sowohl innerhalb einer Kavität (wie ein Inlay) als auch von außen durch zirkumferente Umfassung bestimmter Teile des Zahnes (wie eine Vollkrone). Entscheidend ist, dass durch eine Teilkrone die gesamte Kaufläche oder bei Frontzähnen die Schneidekante überdeckt bzw. rekonstruiert wird. 

Gelten für vollkeramische Teilkronen Sonderregeln?

Nein, im Gegensatz zum Bema, wo ausdrücklich von einer „metallischen“ Teilkrone die Rede ist, macht die GOZ über die genaue Art der Krone keine Aussage. Die Berechnung erfolgt also ebenfalls unter der Nr. 222, wobei eine besonders aufwändige Gestaltung oder beispielsweise das adhäsive Einsetzen einer keramischen Teilkrone bei der Bemessung des Steigerungssatzes berücksichtigt werden sollte.  

Wie berechnet man Veneers?

Das hängt davon ab, ob es sich um eine rein kosmetische oder tatsächlich um eine aus zahnmedizinisch-fachlicher Sicht erforderliche Form der Versorgung handelt. Im ersten Fall kommt nur eine Berechnung als Leistung auf Wunsch des Patienten gemäß § 2 Abs. 3 GOZ in Betracht. Dagegen werden Veneers, die beispielsweise mit ihren Führungsflächen der Erzielung einer harmonischen Artikulation dienen (gnathologische Indikation) oder wegen der minimalinvasiven Therapie die Vermeidung einer Vollkrone ermöglichen und somit zahnmedizinisch notwendig sind, analog nach § 6 Abs. 2 GOZ berechnet. Als Analogposition bietet sich die GOZ-Nr. 222 an. 

Quelle: Ausgabe 09 / 2008 | Seite 6 | ID 121463