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10.12.2010 |Neue Eckdaten beachten

Rechengrößen und Grenzwerte in der Sozialversicherung für das Jahr 2011

Am 1. Januar 2011 ändern sich wieder die Beitragsbemessungsgrenzen und andere maßgebende Rechengrößen für die Sozialversicherung. Nachfolgend finden Sie die Eckdaten für 2011. 

 

Unser Tipp: Alle Zahlen (auch für die Jahre 2007 bis 2010) finden Sie zudem in „myIWW“ (www.iww.de) im „Online-Service unter „Arbeitshilfen“ Stichwort „Sozialversicherung“. 

Beitragsbemessungsgrenzen

Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung sinkt. Grund ist die negative Einkommensentwicklung während der Finanzkrise. Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung bleibt in den alten Bundesländern konstant, in den neuen Bundesländern steigt sie. Somit gelten ab 2011 folgende Grenzen: 

 

Beitragsbemessungsgrenzen 2011

 

Alte
Bundesländer
 

Neue
Bundesländer
 

Arbeitslosenversicherung 

 

 

  • jährlich

66.000 Euro 

57.600 Euro 

  • monatlich

5.500 Euro 

4.800 Euro 

Allgemeine Rentenversicherung 

 

 

  • jährlich

66.000 Euro 

57.600 Euro 

  • monatlich

5.500 Euro 

4.800 Euro 

Knappschaftliche
Rentenversicherung 

 

 

  • jährlich

81.000 Euro 

70.800 Euro 

  • monatlich

6.750 Euro 

5.900 Euro 

Kranken- und Pflegeversicherung 

 

 

  • jährlich

44.550 Euro 

44.550 Euro 

  • monatlich

3.712,50 Euro 

3.712,50 Euro 

 

Steuerfreie Beiträge im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung

Durch die konstante Beitragsbemessungsgrenze von 66.000 Euro in den Jahren 2010 und 2011 in der allgemeinen Rentenversicherung steigt das Volumen für steuerfreie Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung (§ 3 Nr. 63 EStG) 2011 nicht an. Steuerfrei sind damit weiterhin Beiträge bis zu 2.640 Euro jährlich (66.000 Euro x 4 %). 

Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze)

Bei Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAG) sind Arbeitnehmer nicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versicherungspflichtig. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) ist wieder nach einmaligem Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze möglich, so wie es bis 2008 möglich war. 

 

Die dreijährige Wartefrist wurde (wieder) aufgehoben. Die Versicherungspflicht in der GKV endet damit zum Jahresende 2010 für die Personen, deren Gehalt 2010 die JAG von 49.950 Euro überstiegen hat und auch die JAG für 2011 in Höhe von 49.500 Euro übersteigen wird. Sie können bereits zum 1. Januar 2011 in die PKV wechseln. 

 

Unser Service: Die Einzelheiten haben wir Ihnen in der Ausgabe 10/2010, Seite 178 vorgestellt. Den Beitrag finden Sie auch in „myIWW“ (www.iww.de) im Archiv. 

 

Jahresarbeitsentgeltgrenzen

 

Allgemeine JAG
6 Absatz 6 SGB V)
 

Besondere JAG 

6 Absatz 7 SGB V) 

Jahr 2011 

49.500 Euro 

44.550 Euro 

Jahr 2010 

49.950 Euro 

45.000 Euro 

Jahr 2009 

48.600 Euro 

44.100 Euro 

Jahr 2008 

48.150 Euro 

43.200 Euro 

 

Beachten Sie: Die besondere JAG gilt für Personen, die am 31. Dezember 2002 als Arbeitnehmer in einer krankenversicherungsfreien Beschäftigung standen und privat krankenversichert waren. Es handelt sich dabei um eine niedrigere JAG, die aus Gründen des Vertrauensschutzes an das Niveau der am 31. Dezember 2002 geltenden JAG anknüpft. Keine Rolle spielt, ob die versicherungsfreie Beschäftigung anschließend ununterbrochen bestanden hat. Entscheidend sind allein die Verhältnisse am Stichtag 31. Dezember 2002. 

Beitragssätze in der Sozialversicherung

Die Beitragssätze in der Sozialversicherung ändern sich zum 1. Januar 2011 teilweise. Damit gelten für 2011 folgende Beitragssätze: 

 

Beitragssätze 2011

 

Arbeitgeber 

Arbeitnehmer 

Gesamt 

Arbeitslosenversicherung 

1,50 % 

1,50 % 

3,00 % 

Allgemeine
Rentenversicherung 

9,95 % 

9,95 % 

19,90 % 

Knappschaftliche
Rentenversicherung 

16,40 % 

10,00 % 

26,40 % 

Krankenversicherung 

7,30 % 

8,20 % 

15,50 % 

Pflegeversicherung: 

 

 

 

  • allgemein

0,975 % 

0,975 % 

1,95 % 

  • Kinderlose

0,975 % 

1,225 % 

2,20 % 

  • Sachsen

0,475 % 

1,475 % 

1,95 % 

  • Sachsen/Kinderlose

0,475 % 

1,725 % 

2,20 % 

Zuschuss für PKV-Mitglieder und freiwillig Versicherte

Privat versicherte Arbeitnehmer und freiwillig Versicherte haben Anspruch auf einen Beitragszuschuss des Arbeitgebers.  

 

Krankenversicherung

Für zuschussberechtigte freiwillig Versicherte bzw. privat krankenversicherte Arbeitnehmer hat der Arbeitgeber als Beitragszuschuss die Hälfte des Betrags zu zahlen, der sich aus dem um 0,9 Prozent verminderten allgemeinen Beitragssatz der Krankenkassen ab dem 1. Januar 2011 und der beitragspflichtigen Einnahmen, die bei Krankenversicherungspflicht maßgebend wären, errechnet.  

 

Der für das Jahr 2011 maßgebliche Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent (15,5 Prozent ./. 0,9 Prozent). Bei der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze von 3.712,50 Euro ergibt sich somit ein maximaler Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag von 271,01 Euro (3.712,50 Euro x 7,3 Prozent). 

 

Pflegeversicherung

Für zuschussberechtigte freiwillig gesetzlich bzw. privat pflegeversicherte Arbeitnehmer hat der Arbeitgeber als Beitragszuschuss in der Pflegeversicherung die Hälfte des Betrags zu zahlen, der sich für einen Versicherungspflichtigen ergibt. Der maximale Beitragszuschuss für 2011 beträgt daher 36,20 Euro (3.712,50 x 0,975 Prozent). Für das Bundesland Sachsen beträgt der Höchstzuschuss zur Pflegeversicherung 17,63 Euro. 

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die Höchstzuschüsse in der Kranken- und Pflegeversicherung 

 

Monatlicher Höchstzuschuss für PKV-Mitglieder 2011

Krankenversicherung 

271,01 Euro 

Pflegeversicherung 

36,20 Euro 

Pflegeversicherung Sachsen 

17,63 Euro 

Geringfügige Beschäftigungen

  • Die monatliche Verdienstgrenze für geringfügige Beschäftigung bleibt bei 400 Euro. Auch die Geringverdienergrenze für Azubis und Praktikanten in Höhe von 325 Euro monatlich gilt unverändert.
  • Der für die Berechnung der Sozialabgaben in der Gleitzone erforderliche Faktor F beträgt 0,7435 im Jahr 2011.

 

  • Der Mindestbeitrag zur Aufstockung der gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) beträgt unverändert 30,85 Euro monatlich (19,9 Prozent von 155 Euro [Mindestbemessungsgrundlage]). Bei einem Lohn unter 155 Euro muss der Arbeitnehmer mehr als die 4,9 Prozent (= 19,9 Prozent ./. 15 Prozent Pauschalbeitrag des Arbeitgebers) zahlen.

Bezugsgröße

Die Bezugsgröße ist Ausgangswert für die Berechnung von Leistungen und Einkommensgrenzen in der Sozialversicherung. Für die neuen Bundesländer wurde die Bezugsgröße 2011 angehoben. 

 

Bezugsgrößen 2011

 

Alte Bundesländer 

Neue Bundesländer 

Jährlich 

30.660 Euro 

26.880 Euro 

Monatlich 

2.555 Euro 

2.240 Euro 

Beachten Sie: Soweit die Bezugsgröße für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung Bedeutung hat, gilt für alle Bundesländer einheitlich der Wert für die alten Bundesländer. 

 

Familienversicherung

Ehegatten und Kinder von Mitgliedern der GKV sind kostenlos familienversichert, wenn ihr eigenes monatliches Gesamteinkommen regelmäßig ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nicht übersteigt.  

 

Weil die Bezugsgröße in den alten Bundesländern nicht angehoben wurde, bleibt die Einkommensgrenze für 2011 bei monatlich 365 Euro. Für geringfügig entlohnte Beschäftigte beträgt die Grenze weiterhin 400 Euro. 

 

Hinzuverdienstgrenzen für Rentner

An den bisherigen Hinzuverdienstgrenzen für Rentner ändert sich voraussichtlich 2011 nichts. Denn die maßgeblichen Werte, der Rentenwert und die Bezugsgröße West, sind gegenüber 2010 unverändert geblieben.  

 

Unser Service: Sollten sich wider Erwarten noch Änderungen ergeben, werden wir Sie umgehend informieren und die neuen Zahlen im Dokument „Hinzuverdienstgrenzen“ in „myIWW“ (www.iww.de) im „Online-Service unter „Arbeitshilfen“ Stichwort „Rentner“ aktualisieren. 

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2010 | Seite 209 | ID 140815