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·Fachbeitrag ·Innere Medizin, Chirurgie, Urologie, Gynäkologie

So rechnen Sie Endosonografien richtig ab

| Es gibt nicht die „eine“ Endosonografie. Sonografische Untersuchungen, bei denen der Schallkopf in den Körper eingebracht wird, erstrecken sich vom Bronchialgebiet und dem Ösophagus aus bis ins Rektum. Daraus ergibt sich ein Prinzip der Abrechnung: Sie besteht grundsätzlich aus Ultraschalluntersuchung plus einer Gebührenposition für die Besonderheit bei der Durchführung der Ultraschalluntersuchung plus ggf. Endoskopie. |

 

Für die Ultraschalluntersuchungen kommen „ganz normal“ die Nrn. 410 plus bis zu dreimal Nr. 420 GOÄ und/oder die Echokardiographien (Nr. 422 ff.) zum Ansatz - zudem ggf. die von der GOÄ vorgesehenen Zuschläge für Doppler- bzw. Duplexanwendungen und Farbkodierung. Abrechnungsbestimmungen und -ausschlüsse sind nicht anders zu handhaben wie bei transdermalen Untersuchungen. Die Abrechnung verschiedener Ultraschalluntersuchungen ist im CB bereits ausführlich dargestellt worden, sodass die Hinweise hier nicht wiederholt werden müssen (etwa CB 01/2014, S. 15).

 

Für die Besonderheiten der Einbringung sieht die GOÄ die Nrn. 402 (transösophageal) und 403 (transkavitär, z. B. transvaginal oder transrektal) vor. Im Gegensatz zu anderen Zuschlägen bei Sonografien sind diese Zuschläge steigerungsfähig - allerdings ohne Begründung nur bis 1,8-fach, mit Begründung bis 2,5-fach. Durch die Berechnung des Zuschlags ist die Besonderheit der Einbringung abgegolten, der Umstand der transkavitären Untersuchung kann nicht nochmals als Begründung für einen höheren Faktor bei den Sonografie-Ziffern herangezogen werden. Sonstige Steigerungsgründe, z. B. die Vielzahl der untersuchten Organe (vgl. dazu CB 02/2008, S. 20: Die Sonografie benachbarter Organe), bleiben davon aber unberührt.

 

Zuschläge können unabhängig davon berechnet werden, ob die Ultraschallsonde in ein Endoskop integriert ist (wie z. B. bei einer transösophagealen Untersuchung) oder ob ein besonderer Schallkopf angewandt wurde (wie z. B. bei transvaginaler Untersuchung).

 

Andere Endosonografien

Für eine transbronchiale Sonografie (EBUS) sieht die GOÄ keinen besonderen Zuschlag vor. Die GOÄ unterscheidet „transkavitär“ (Nr. 403) von „transösophageal“ (Nr. 402), somit Sonografien unter Verwendung spezieller Schallköpfe über von außen aus leicht erreichbare Körperhöhlen von aufwendigeren Sonografien, bei denen ggf. auch ein endoskopisches Instrument angewendet wird. Dieser Unterschied wurde offenbar bewusst getroffen, denn rein begrifflich hätte man ihn nicht treffen müssen.

 

„Cavum“ heißt nichts anderes als „Hohlraum“ und trifft auch auf solch schwer erreichbare und verborgene Hohlräume wie z. B. das Cavum epidurale zu. Bei transbronchialer Sonografie ist deshalb der Zuschlag nach Nr. 402 GOÄ analog abrechenbar. Während eine transrektale Sonografie mit „einfachem“ transrektalem Schallkopf noch mit dem Zuschlag nach Nr. 403 GOÄ erfasst ist, gilt dies entsprechend für Sonografien unter Verwendung eines endoskopischen Instruments wiederum nicht - Zuschlag Nr. 402 GOÄ ist analog abrechenbar. Die höhere Schwierigkeit bei der Endosonografie höher gelegener Darmabschnitte kann beim Ansatz des Steigerungsfaktors zu Nr. 402 GOÄ berücksichtigt werden.

 

Endoskopie neben Endosonografie

Weder die Zuschläge für Endosonografien (Nrn. 402, 403 GOÄ) noch die Ultraschalluntersuchungen (Nrn. 410 und 420 GOÄ) enthalten im Leistungsumfang der Leistungsbeschreibung eine Endoskopie. Ebenso enthalten die Ziffern für Endoskopien im Abschnitt F der GOÄ (Nrn. 676 ff.) keine Ultraschalluntersuchungen. Werden beide Leistungen erbracht, sind die Gebührenpositionen für Ultraschalluntersuchungen berechenbar - die zu der Besonderheit endosonografischer Untersuchung (Nrn. 402, 403 GOÄ) und diejenige für die endoskopische Untersuchung (Nrn. 676 ff).

 

Das gilt nicht nur dann, wenn Endoskopie und Endosonografie getrennt erfolgen, sondern auch dann, wenn Endoskopie und Endosonografie mit demselben Instrument durchgeführt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass im Untersuchungsbericht beide Leistungen deutlich erkennbar sind, also endoskopische und sonografische Befunde beschrieben werden.

Quelle: Ausgabe 02 / 2016 | Seite 18 | ID 43814093