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  • · Fachbeitrag · Gleichbehandlung

    VLK fordert klare Konsequenzen bei Machtmissbrauch und sexueller Belästigung

    Die Ergebnisse der aktuellen bundesweiten Mitgliederbefragung des Marburger Bundes (online unter iww.de/s15431 ), an der 9.073 angestellte Ärztinnen und Ärzte teilgenommen haben, machen deutlich: Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung stellen ein relevantes und strukturelles Problem im klinischen Arbeitsalltag dar. Rund 90 Prozent der Befragten sind in Krankenhäusern tätig – die Ergebnisse betreffen damit unmittelbar die Versorgungsrealität in Deutschland.

     

    VLK sieht Defizite in der Führungskultur

    Der Verband leitender Krankenhausärztinnen und -ärzte e. V. (VLK) sieht in den geschilderten Fällen einen klaren Verstoß gegen die Grundsätze verantwortungsvoller Führung. „Die in der Umfrage beschriebenen Grenzüberschreitungen bis hin zu Machtmissbrauch sind mit unserem Verständnis von Führung in keiner Weise vereinbar und nicht zu tolerieren“, erklärt PD Dr. Michael A. Weber, Präsident des VLK. Aus Sicht des VLK handelt es sich nicht um isolierte Einzelfälle, sondern um Hinweise auf strukturelle Defizite in der Führungskultur innerhalb einzelner Einrichtungen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf – sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene.

     

    Der VLK will zeitnah reagieren ...

    Der VLK wird daher zeitnah den Austausch mit dem Marburger Bund suchen, um die Erkenntnisse systematisch aufzuarbeiten und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Im Fokus stehen dabei insbesondere:

    • die Weiterentwicklung und Stärkung von Führungsqualifizierungen, etwa im Rahmen von Führungsakademien,
    • die verbindliche Verankerung von klaren Verhaltensstandards und Compliance-Strukturen,
    • sowie die Sensibilisierung für Machtasymmetrien im klinischen Alltag.

     

    Ein zentrales Anliegen ist zudem der Ausbau niedrigschwelliger, unabhängiger und fachlich kompetenter Anlaufstellen für Betroffene innerhalb der Kliniken. „Nur wenn Betroffene Missstände ohne Angst vor Nachteilen adressieren können, lassen sich nachhaltige Veränderungen erreichen“, so Dr. Weber.

     

    ... und nimmt leitende Ärztinnen und Ärzte in die Pflicht!

    Der VLK betont zugleich die besondere Verantwortung leitender Ärztinnen und Ärzte für eine respektvolle, transparente und wertschätzende Führungskultur. Diese ist nicht nur Voraussetzung für ein funktionierendes Arbeitsumfeld, sondern auch für die Qualität der Patientenversorgung.

     

    Weiterführender Hinweis

    • „Das Machtgefälle in den Kliniken führt zu einem dysfunktionalen Gesundheitssystem! (CB 03/2026, Seite 3 f.)
    Quelle: ID 50816378