· Gastbeitrag
Patientenportal, KI und Videosprechstunde – drei Antworten auf die Krankenhausreform

von Prof. Dr. Alexander Alscher, Gründer und Geschäftsführer der samedi GmbH
Die Krankenhausreform markiert einen Einschnitt, wie ihn der stationäre Sektor seit Jahrzehnten nicht erlebt hat. Spezialisierung und Standortkonsolidierung, eine an Leistungsgruppen gekoppelte Erlöslogik und die fortschreitende Ambulantisierung verändern die grundlegenden Rahmenbedingungen, unter denen Kliniken bislang gearbeitet haben. Hinzu kommen die Neuregelungen zur Arbeitsunfähigkeit, die die Zahl der Patientenkontakte zu niedergelassenen Ärzten signifikant erhöhen und damit Prozessdynamiken zwischen MVZ, Klinik und Patient zu beeinflussen dürften. Damit stellt sich weniger die Frage, ob sich der Behandlungsalltag verändert, sondern wie sich diese Veränderung so gestalten lässt, dass Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit nicht gegeneinander laufen.
1. Steuerung von Leistungsgruppen im Patientenportal
Mit der Reform wird das Versorgungsportfolio eines Krankenhauses genehmigungsbasiert. Um eine Leistungsgruppe (z. B. Kardiologie, Geburtshilfe oder Endoprothetik) anzubieten, sind definierte Mindestvoraussetzungen bei Personal, Ausstattung und Kooperationen nachzuweisen. Leistungen außerhalb des zugewiesenen Portfolios verlieren ihre Finanzierungsgrundlage. Damit rückt ein Instrument in den Fokus, das viele Häuser bereits nutzen, im ersten Schritt jedoch häufig primär als Kommunikationskanal verstehen: das Patientenportal. Eine Plattform, die Terminbuchungen und Einweisung steuert, steuert faktisch auch das Leistungsangebot und die Auslastung vorhandener Kapazitäten.
Ein Haus, das seine genehmigten Schwerpunkte nicht aktiv befüllt, verliert doppelt – wirtschaftlich und regulatorisch. Portale, die Anfragen in Echtzeit mit dem eigenen Leistungsportfolio abgleichen, nicht passende Fälle an geeignete Einrichtungen weiterleiten und Einweisende direkt mit der richtigen Abteilung verbinden, werden so vom Komfortmerkmal zum strategischen Steuerungsinstrument. Entscheidend ist dabei die Verzahnung vom Patientenportal und der internen Ressourcenplanung dahinter, um die Patienten im richtigen Moment in die passende Versorgungsebene zu vermitteln. Zugrunde liegt eine akkurate Ressourcenmodellierung, welche Räume, Ärzte, Assistenten, Geräte und Kapazitäten für die Aufnahme und Behandlung notwendig sind. Mittlerweile kann dies auch durch KI in Patientenportalen per Chat und Plausibilitätsprüfungen konfiguriert werden.
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