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  • 05.10.2010 | Personalführung

    Mitarbeitermotivation: Der Chefarzt hat eine Schlüsselfunktion!

    von Jens Hollmann, Berater und Coach für Chefärzte und Leitende Ärzte, www.medplus-kompetenz.de

    Die Motivation von Mitarbeitern hat maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg einer Krankenhausabteilung. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Chefarzt: Besitzt er die Fähigkeit zu motivierendem Führungshandeln, wirkt sich dies positiv auf die Stimmung und die Leistungsfähigkeit der Abteilung aus. Aber motivierende Führung ist ein komplexer Vorgang. Welche Faktoren hier wichtig sind, wird im folgenden Beitrag dargestellt.  

    Wie individuelle Sichtweisen das Handeln prägen

    Beim Führungshandeln ist es besonders wichtig, zwischen eigenen und fremden Motiven zu differenzieren. Dabei ist es oft wenig hilfreich, von sich auf andere zu schließen.  

     

    Beispiel

    Für einen Chefarzt steht seine medizinische Aufgabe an allererster Stelle. Er hat viele Neuerungen an der Klinik durchgesetzt. Für eine Oberärztin seiner Abteilung hingegen steht eine Ausgewogenheit zwischen Beruf und Familie sowie ein klar umrissenes Aufgabenfeld im Vordergrund. Das kann dazu führen, dass der Chefarzt sie als weniger leistungsorientiert einschätzt. Dieser Schluss kann jedoch fatale Folgen haben. Je stärker der Leitende Arzt in seiner Funktion als Führungskraft die individuelle Interessenlage seiner Mitarbeiterin berücksichtigt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese auch entsprechend leistungsorientiert arbeitet.  

    Bei der Entscheidungsfindung des Menschen spielen Verhaltensprägungen und Lebenseinstellungen eine wichtige Rolle:  

     

    • Welche Wertigkeit hat das Ziel?
    • Mit welchen Instrumenten kann das Ziel erreicht werden?
    • Ist das Ziel realistisch? Oder ist absehbar, dass das Ziel selbst bei größten Anstrengungen nicht erreichbar ist?

     

    Beispiel

    In einer Klinik wird die Position eines ärztlichen Geschäftsführers neu geschaffen. Der Chefarzt hält einen seiner Oberärzte für geeignet und will ihn dazu ermutigen, sich auf diese Position zu bewerben. Dazu aber müsste der Oberarzt sich zuvor zum „Master of Health and Business Administration“ (MHBA) qualifizieren. Für die richtige Ansprache des Oberarztes durch den Chefarzt ist es nun wichtig, welche individuelle Sichtweise der Oberarzt hat:  

     

    • Ist er eher intrinsisch motiviert, entschließt er sich für eine berufsbegleitende Qualifikation zum MHBA, um sein Wissen zu erweitern.
    • Ist er eher extrinsisch orientiert, so ist er durch äußere Anreize - etwa eine außerordentliche Gehaltserhöhung - motivierbar.

     

    Hier gilt es für den Chefarzt, die Einstellung des Oberarztes korrekt einzuschätzen. Stellt er etwa dem Oberarzt eine Gehaltserhöhung in Aussicht, die dann von der Krankenhausleitung abgelehnt wird, kann dies die intrinsische Motivation des Oberarztes überlagern und sogar zu einem Nachlassen seiner Leistung führen.