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08.12.2010 |Gesundheitspolitik

Wie soll dem Fachärztemangel in Krankenhäusern begegnet werden?

Eine großes Thema auf der Auftaktveranstaltung des im Rahmen der Medica stattfindenden 33. Deutschen Krankenhaustags war der Mangel an Fachärzten im Krankenhaus. 5.500 Vollzeitstellen sind bereits jetzt nicht besetzbar. Logische Folge ist eine Überbelastung des ärztlichen Personals - zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts. Demnach gaben 86 Prozent von 450 befragten Kliniken an, dass ihre Ärzte wegen Unterbesetzung überlastet sind. Auf dem Krankenhaustag wurden aber auch einige Ideen genannt, um dieser misslichen Situation entgegenzuwirken. 

Die Positionen der Interessengruppen

Nach Auffassung von Prof. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte, ist die „doppelte Facharztschiene“ antiquiert. Nur etwa 6.000 der ca. 68.000 niedergelassenen Fachärzte seien aufgrund ihrer belegärztlichen Leistungen mit den Kliniken verbunden. Weiser fordert eine intensivere Verzahnung, insbesondere mehr Möglichkeiten für Krankenhäuser, ambulante Leistungen zu erbringen.  

 

Laut Auffassung von Dr. Rudolf Kösters, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, könne eine solche Verzahnung insbesondere bei der spezialärztlichen Versorgung inklusiver ambulanter Operationen sowie bei stationsersetzenden Eingriffen erfolgen. Daraus solle künftig ein „gemeinsam organisierter dritter Sektor“ zwischen der ambulanten haus- und fachärztlichen Grundversorgung der KVen sowie dem stationären Bereich werden. 

 

Nach Auffassung von Bundesgesundheitsminister Dr. Philip Rösler bedarf es mehrerer Maßnahmen, um gegen den Ärzte- und Fachkräftemangel anzugehen. Eine Kommission soll die Maßnahmen erarbeiten. Außerdem hat Rösler für das nächste Jahr ein neues „Versorgungsgesetz“ angekündigt, das in die Strukturen eingreifen soll - so zum Beispiel in die Bedarfsplanung.  

Fazit

Die auf dem Deutschen Krankenhaustag vertretenen Auffassungen zur Bekämpfung des Ärztemangels bedürfen noch weiterer Konkretisierung. Noch ist nicht absehbar, wann welches Konzept greifen kann. Krankenhäuser sind daher bis auf Weiteres selbst gefordert, dem ärztlichen Nachwuchs ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten. Neben beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten spielen dabei familiengerechte Arbeits(teil)zeitmodelle eine immer wichtigere Rolle. 

Quelle: Ausgabe 12 / 2010 | Seite 14 | ID 140760