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01.01.2007 | Externe Qualitätssicherung

Die wichtigsten Ergebnisse der Konferenz zur externen Qualitätssicherung

Am 7. November 2006 fand in Berlin die Ergebniskonferenz zur externen Qualitätssicherung (QS) statt. Auf den Ergebniskonferenzen werden alljährlich die Ergebnisse des Vorjahres dargestellt und neue Trends diskutiert. Die Konferenz wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) ausgerichtet und von der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung durchgeführt. Nachfolgend stellen wir Ihnen die wichtigsten Trends und Ergebnisse vor. 

Die Ergebnisse in Kürze

Die Ergebnisse aus über 1.500 deutschen Krankenhäusern wurden stichpunktartig dargestellt. Während sich in den meisten der beobachteten Indikatoren entweder die gewünschten Ergebnisse zeigten oder zumindest ein Trend zur Verbesserung vorlag, existieren in allen Modulen einige Indikatoren, bei denen – nach Ansicht der zuständigen Bundes-Fachgruppe – Handlungsbedarf besteht. Diese Indikatoren werden als „C-Indikatoren“ bezeichnet. Hier wünscht der GBA eine Klärung, ob tatsächlich Qualitätsdefizite in den Kliniken vorliegen oder andere Ursachen für die Nicht-Erreichung der Grenzwerte existieren. Es ist daher zu erwarten, dass bezüglich dieser Indikatoren vermehrt Anfragen an die Krankenhäuser geschickt werden. 

Die Aussagen der Politik

Erstmals nahm auch Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit, an der Konferenz teil. Sie betonte, dass die Orientierung an Qualitätsstandards auch im Gesundheitswesen zu einem Wettbewerbs-instrument werden würde. Die Patienten würden sich zukünftig bei der Wahl ihrer Klinik zunehmend an den veröffentlichten Qualitätsdaten orientieren. Um diesem Trend gerecht zu werden, habe man im neuen Wettbewerbsstärkungsgesetzdie Kompetenz für die Weiterentwicklung des Systems beim Gemeinsamen Bundesausschuss gebündelt. Auf die Kompetenz der Verbände wolle man auch in Zukunft nicht verzichten, sondern sie weiter am Verfahren beteiligen. Wie diese Beteiligung allerdings umgesetzt werde, sagte die Ministerin nicht. 

Die Aussagen des GBA

Prof. Dr. Polonius – als Vorsitzender des GBA – stellte die Ziele dieses Gremiums wie folgt dar: 

 

  • den Erfolg der Krankenhausbehandlung zu sichern;
  • die Qualität der Krankenhausbehandlung zu verbessern und weiter zu entwickeln, wo Defizite erkennbar sind;
  • Prozesse und Abläufe zu optimieren;
  • Vergleichbarkeit unter den Krankenhäusern zu schaffen;
  • den Patienten zu helfen, das passende Haus zu finden und
  • den Krankenkassen zurückzumelden, wo sie für Qualität bezahlen.

 

Positiv bewertete Prof. Polonius, dass die Politik durch Änderungen im Datenschutz die Voraussetzungen für eine sektorübergreifende Qualitätssicherung schaffen wolle. Die neuen gesetzlichen Regelungen sollen es ermöglichen, eine medizinische Leistung unabhängig davon, ob sie stationär oder ambulant erbracht wird, in die Qualitätssicherung einzubeziehen. 

Die wichtigsten Konsequenzen für die Krankenhäuser

Diese Forderungen spiegeln sich in den neuen Regelungen wider, die der GBA für die Qualitätsberichte der Krankenhäuser beschlossen hat. Ab 2007 werden die Kliniken auch Ergebnisse aus der externen vergleichenden Qualitätssicherung („BQS-Verfahren“) in ihren Berichten veröffentlichen müssen. Bisher wurden hier lediglich Strukturdaten und die erreichte Dokumentationsrate gefordert. Nur etwa 28 Prozent der Krankenhäuser hatten freiwillig solche Ergebnisse in die Berichte eingebracht. Bei den anzugebenden Ergebnissen wird es sich um eine Stichprobe handeln. Welche Indikatoren veröffentlicht werden müssen, bestimmt der GBA allerdings erst im Frühjahr nach dem Ende der Einsendefrist. Damit ist jede Möglichkeit, die betroffenen Ergebnisse zu schönen, ausgeschlossen. 

 

Polonius betonte, dass sich aus dem Dialog mit den Krankenhäusern bereits konkrete Verbesserungen ergeben haben. Er wies darauf hin, dass durch das Modul „ambulant erworbene Pneumonie“ auch eine konservative Behandlung erfasst werde. Das ab 2007 eingeführte neue Modul „Dekubitusprophylaxe“ stelle den ersten abteilungs-übergreifenden Indikator dar. 

 

Die wichtigsten Ergebnisse der Konferenz in Kürze
  • Der GBS hat „C-Indikatoren“ definiert, bei denen die Fachgruppen den Verdacht auf vorliegende Qualitätsdefizite haben.
  • Die Vertreter der Politik fordern mehr Transparenz über die Ergebnisse der Qualitätssicherung.
  • Im Qualitätsbericht 2007 der Kliniken müssen Ergebnisse der Qualitätssicherung veröffentlicht werden.
  • Patienten sollen durch die Qualitätssicherung Hilfe bei der Wahl einer Klinik erhalten.
  • Kostenträger sollen erfahren, welche Qualität die von ihnenfinanzierten Leistungen haben.
  • Mit dem Modul „Dekubitusprophylaxe“ wird 2007 erstmals ein abteilungsübergreifender Indikator eingeführt.
  • Die Bedeutung der externen Qualitätssicherung für das Marketing der Krankenhäuser wird zunehmen.

 

 

Quelle: Ausgabe 01 / 2007 | Seite 11 | ID 86206