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01.04.2008 | Der GOÄ-Spiegel

Wie berechnet man eine 3D-Sonografie?

Bei der 3D-Sonografie wird die Berechnung des Zuschlags nach der Nr. 5733 GOÄ analog (Zuschlag für computergesteuerte Analyse, zum Beispiel 3D-Rekonstruktion) neben der zugrundeliegenden Ultraschalluntersuchung (zum Beispiel Nr. 418 GOÄ – Mamma-Sonographie) oft abgelehnt. 

 

Die Kostenträger argumentieren, dass eine Analogabrechnung nur für in der GOÄ nicht enthaltene Leistungen infrage käme und in der Allgemeinen Bestimmung Nr. 7 vor Abschnitt C VI GOÄ die Darstellung in mindestens zwei Ebenen vorausgesetzt werde. Die weitere Ebene könne nur mit dem Steigerungsfaktor berücksichtigt werden. Auch sei der Zuschlag nach Nr. 5733 GOÄ nur zu NMR-Leistungen berechenbar. 

Dabei verkennt der Kostenträger, dass die in der GOÄ zu den Sonographien genannten Ebenen keine 3D-Darstellungen sind. Als die GOÄ 1996 gefasst wurde, hat man den Abschnitt „C“ ohne große Änderung aus dem damaligen EBM (von 1991!) abgeschrieben. Der 3D-Ultraschall für die breitere klinische Anwendung kam aber erst 1996 auf den Markt. Die „Ebenen“ der GOÄ-Bestimmung sind somit reine 2D-Ebenen, keine Volumendarstellungen. 

 

Die 3D-Zuschlagsziffern im Abschnitt O der GOÄ (Nrn. 5377 und 5733) beziehen sich beide auf Tomographien, bei denen die Darstellung in mehreren Ebenen obligat ist. Welchen Sinn sollten die Zuschläge haben, wenn nicht den, den zusätzlichen Aufwand durch die 3D-Darstellung zu berücksichtigen? Für die 3D-Sonografie besteht in der GOÄ eine Regelungslücke. Damit ist eine Grundvoraussetzung für die Analogabrechnung gegeben. 

 

Hilfreich ist die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom13. Mai 2004 (Az: III ZR 344/03 – Abruf-Nr. 041482; „Chefärzte Brief“ Nr. 8/2004, S. 15). Der BGH betonte, dass der Steigerungsfaktor nicht dazu da sei, Leistungen zu honorieren, für die eine Analogabrechnung infrage komme. Für die Beantwortung der Frage, ob es sich bei der Leistung um eine andere als die im Gebührenverzeichnis beschriebene handelt, seien wertende Gesichtspunkte einzubeziehen. 

 

Führt man sich die Kosten (eines der Kriterien des § 6.2 GOÄ für den Analogansatz!) der 3D-/4D-Ultraschallgeräte im Vergleich zu herkömmlichen Ultraschallgeräten vor Augen, wird klar, dass auch der „wertende Gesichtspunkt“ für die Analogabrechnung spricht. 

 

Praxistipp

Für die 3D-Darstellung ist der (gleichbewertete) Zuschlag nach der Nr. 5733 GOÄ gegenüber dem nach Nr. 5377 GOÄ vorzuziehen, da er die 3D-Rekonstruktion beispielhaft für die computergesteuerte Analyse anführt. 

 

Zum Argument, die Nr. 5733 GOÄ sei nur zu NMR´s berechenbar, weisen wir auf den Beitrag im „Chefärzte Brief“ Nr. 1/2008, S. 19, zum Zuschlag auf die Nr. 5377 GOÄ hin. Die Argumente sind übertragbar. 

 

Die zugrundeliegende Ultraschalluntersuchung kann allerdings nicht mit einer NMR-Ziffer analog berechnet werden (zum Beispiel Nr. 5721 GOÄ). Dagegen spricht einerseits die Tatsache, dass die Untersuchung immer noch eine Ultraschalluntersuchung ist, und andererseits, dass die Berücksichtigung des Kriteriums der „Kosten“ für den Analogabgriff gegen eine Abrechnung der zugrundeliegenden Ultraschalluntersuchung mit NMR-Ziffern spricht. NMR-Geräte für die Mamma-MRT kosten nämlich ein Vielfaches der Ultraschallgeräte. Dazu kommen noch die hohen Einbau- und Wartungskosten. 

Quelle: Ausgabe 04 / 2008 | Seite 19 | ID 118523