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02.06.2009 |Der GOÄ-Spiegel

Mindestdauer nicht erreicht: Wann ist die GOÄ-Ziffer dennoch berechenbar?

Viele Leistungen des Abschnitts G der GOÄ setzen eine Mindestdauer voraus. Wird diese nicht erreicht, kommt es für die Entscheidung, ob die entsprechende GOÄ-Ziffer doch berechnet werden kann, auf die Gründe und darauf an, wie sich das Geschehen darstellte. 

 

Der Arzt berechnet sein Honorar für „ärztliche Bemühungen“, nicht für einen zugesagten Erfolg. Wird die Leistung aus medizinischen Gründen - zum Beispiel wegen Erschöpfung oder zu starker Reaktion des Patienten - nicht vollendet, ist sie als „versuchte Leistung“ zu sehen. Hier braucht der Arzt auf sein Honorar nicht zu verzichten, wenn der Leistungsinhalt im Wesentlichen erbracht war. Dies trifft aber nur bei relativ geringfügigen Zeitunterschreitungen zu und nur dann, wenn die Leistung inhaltlich nicht eine andere wurde.  

 

Die betreffende Ziffer kann berechnet werden. Allerdings ist dem Zahlungspflichtigen die tatsächlich erbrachte Leistung kenntlich zu machen. In der Rechnung sollte dann zum Beispiel stehen „Dauer nur 40 Minuten, Beendigung wegen Erschöpfungszustand“. 

 

Obwohl der Grundsatz der Abrechnung einer Leistung auch bei „versuchter Leistungserbringung“ in den GOÄ-Kommentaren - dort allerdings in allgemeinen Hinweisen - bestätigt wird, akzeptieren dies aber nicht alle Kostenträger. Zu einer langen Auseinandersetzung können wir nicht raten. Ist die Zeitunterschreitung erheblich oder will man Auseinandersetzungen vermeiden, so ist der Ansatz einer anderen GOÄ-Ziffer zu empfehlen.  

 

Findet sich keine artverwandte Leistung mit kürzerer Mindestdauer, die dann gegebenenfalls analog berechnet werden kann, bleibt eventuell nur eine allgemeine Beratungsleistung (zum Beispiel Nr. 3 GOÄ). Diese kann dann mit Hinweis auf die erheblich längere Dauer als zehn Minuten mit einem höheren Faktor berechnet werden. 

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2009 | Seite 18 | ID 127433