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05.01.2010 |Der GOÄ-Spiegel

Epithelkörperchenverpflanzung bei einer Schilddrüsenresektion

Die Berechnung der GOÄ-Nr. 2756 (Ausschälung der Nebenschilddrüse, 2.200 Punkte) wird häufig abgelehnt. So sah sie zum Beispiel das Landgericht Düsseldorf im heute noch von Kostenträgern häufig angeführten Urteil vom 29. Mai 2002 (Az: 23 S 38/01; siehe dazu „Chefärzte Brief“ Nr. 9/2002) als „notwendigen Einzelschritt im Rahmen einer Schilddrüsenresektion“ an. 

 

Eine solche Betrachtungsweise ist heute angesichts des im vorherigen Beitrag erwähnten BGH-Urteils vom 5. Juni 2008 nicht mehr haltbar. Weder ist die Ausschälung der Nebenschilddrüse bei der Schilddrüsenresektion „methodisch notwendig“ noch konnte sie der Verordnungsgeber bei der Beschreibung der Leistung der GOÄ-Nr. 2755 als „typisches Bild“ vor Augen haben, zu dem nach den Kenntnissen medizinischer Wissenschaft und Praxis („Methode“) ein bestimmter Umfang von Einzelvorrichtungen gehört (siehe Seite 8 des BGH-Urteils).  

 

Schließlich ist eine Autotransplantation von Epithelkörperchen nicht bei jeder Operation an der Schilddrüse erforderlich. Methodisch notwendig ist lediglich die saubere Präparation bei Ablösung der Schilddrüse von der Trachealvorderfläche. 

 

Die häufig abgerechnete - und hoch bewertete - GOÄ-Nr. 2756 ist aber ein völlig anderer Vorgang: Damit ist die Parathyreoidektomie zum Beispiel bei primärem Hyperparathyreoidismus erfasst. Im Rahmen der Operation sollte deshalb die Autotransplantation der Nebenschilddrüsen berechnet werden. Dafür wird zum Beispiel je Epithelkörperchen - meistens also zweimal - die Berechnung mit der Nr. 2404 analog für die Gewinnung und mit der Nr. 2064 analog für die Implantation empfohlen (zusammen je 1.057 Punkte). Alternativ ist der Analogansatz der GOÄ-Nr. 2384 (Knorpeltransplantation, 739 Punkte) je Epithelkörperchen für den Gesamtvorgang möglich.  

 

Bei Operationen am Hals ist kein Abzug einer Eröffnungsleistung erforderlich. Der Analogansatz der GOÄ-Nr. 2384 wird von den Kostenträgern meist nicht reklamiert, da dieser auch im GOÄ-Kommentar des Deutschen Ärzteverlages empfohlen wird. 

Quelle: Ausgabe 01 / 2010 | Seite 19 | ID 132599