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01.12.2009 |Der GOÄ-Spiegel

Abrechnung des Hautkrebsscreening in Privatambulanz?

In der GKV ist das Hautkrebsscreening seit Juli 2008 eingeführt. GKV-Patienten können den Chefarzt aber nur dann in Anspruch nehmen, wenn er für diese Leistung über eine Ermächtigung der KV verfügt. Dann ist aber auch nach den GKV-Vorgaben (EBM) abzurechnen. Dieser Fall dürfte selten sein und die EBM-Abrechnung ist nicht Gegenstand des GOÄ-Spiegels. 

 

Privatpatienten können für das Hautkrebsscreening den Chefarzt aufsuchen. Sie haben laut Versicherungsbedingungen für eine reine Vorsorgeuntersuchung aber nur dieselbe Anspruchsberechtigung wie GKV-Patienten (ab 35 Jahren im Abstand von zwei Jahren). Davon zu unterscheiden ist, wenn der Privatpatient zur Abklärung beobachteter Hautveränderungen kommt. Dies ist dann keine Screening-Untersuchung, so dass die Anspruchsberechtigung nicht eingeschränkt ist. Die Diagnoseangabe in der Rechnung sollte dies klarstellen (zum Beispiel „Abklärung von fraglich suspekten Hautveränderungen“). 

 

Möglich ist, neben der Abklärung konkret benannter Hautveränderungen auch noch eine Screening-Untersuchung durchzuführen. Dann liegen zwar zwei Diagnosen vor, die grundlegenden Leistungen wie Beratung und Untersuchung können aber in derselben Sitzung nicht nochmals berechnet werden. 

 

Die Untersuchung ist mit den Nrn. 1, 7 und 750 GOÄ berechenbar. Für die Beratung kann Nr. 3 GOÄ neben der Nr. 750 GOÄ nicht berechnet werden. Nr. 1 ist wegen der regelhaft aufwendigen Beratung zur Prophylaxe mit einem höheren Faktor (bis 3,5-fach) berechenbar. 

 

Besteht über die inhaltlich zum Screening erforderlichen Untersuchungen eine Indikation zur Video-Dermatoskopie (zum Beispiel zur Verlaufskontrolle multipler Hautveränderungen), so kann diese zusätzlich mit der Nr. 612 GOÄ analog berechnet werden. 

 

Arztbriefe sind mit der Nr. 75 GOÄ zusätzlich berechenbar. Gegebenenfalls erforderliche Exzisionen und histologische Untersuchungen sind eigenständige Leistungen und mit den entsprechenden GOÄ-Ziffern berechenbar. Besondere Dokumentationspflichten - wie im GKV-Bereich - bestehen bei Privatpatienten nicht. Die typischen ärztlichen Aufzeichnungen sind ausreichend. 

 

Die Nr. 29 GOÄ (Gesundheitsuntersuchung) kann im Rahmen des Hautkrebsscreenings nicht berechnet werden. Diese Leistung stellt auf die Untersuchung zur Früherkennung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen ab. Sie ist keine dermatologische Leistung. 

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2009 | Seite 19 | ID 131899