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·Fachbeitrag ·Zukunftsaussichten erfolgreich einschätzen

Unternehmensbewertung: Ist ein Unternehmen so viel wert, wie der Käufer zu zahlen bereit ist?

von Prof. Dr. Birgit Felden, Köln

| Bei der Ermittlung eines angemessenen Kaufpreises im Rahmen einer Unternehmensübertragung treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Der Wunsch, den eigenen Lebensunterhalt zu optimieren, steht bei Verkäufern meist ganz oben - bei Interessenten der möglichst günstige Preis, um Spielraum für Investitionen oder strukturelle Änderungen zu behalten. Der Kaufpreis kann also nur ein Kompromiss sein. Wie muss eine systematische und transparente Unternehmensbewertung aussehen und wie kann sie plausibilisiert werden, damit sie verlässliche Kriterien für die Beteiligten liefert? |

1. Bewertungsverfahren - viele Wege führen nach Rom

Was eine Unternehmensbewertung von der Ermittlung des Kaufpreises anderer Wirtschaftsgüter unterscheidet, ist die Tatsache, dass jedes Unternehmen in seiner Struktur einmalig ist. So kann ein Betrieb einen ganz anderen Wert haben als sein direkter Wettbewerber, der in derselben Branche, mit der gleichen Mitarbeiterzahl und identischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen tätig ist. Preisvergleiche lassen sich bei Unternehmensbewertungen daher nur bedingt anwenden. Auch die Aussage: „Ein Unternehmen ist genau so viel wert, wie ein Käufer bereit ist, dafür zu bezahlen.“ hat sich bei nachträglicher Betrachtung häufig als falsch erwiesen.

 

Bleiben die klassischen Methoden der Unternehmensbewertung: Welches Verfahren das richtige ist, wird durch den Bewertungsanlass determiniert. Falls das Unternehmen in seiner derzeitigen Struktur durch den Käufer nicht weiter fortgeführt wird, sollte die Bewertung im Rahmen einer Substanz- bzw. Liquidationswertberechnung erfolgen. Die Mehrzahl der Kaufpreisfinanzierungen erfolgt jedoch unter Going-Concern-Gesichtspunkten. Der Unternehmenswert wird dabei nach folgender Fragestellung bestimmt: „Was kann ein Käufer absehbar mit dem Unternehmen verdienen?“ Diese Frage lässt sich entweder mit der Ermittlung der nachhaltig erzielbaren Erträge nach dem Ertragswertverfahren oder mit der Berechnung der realisierbaren Cashflows nach der Discounted Cashflow-Methode (DCF-Methode) beantworten. In beiden Verfahren werden nachhaltig erzielbare zukünftige Ergebnisse geschätzt und mit einem risikoinduzierten Zinssatz abgewertet.