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·Fachbeitrag ·Jahresabschluss

Die Bilanzierung von Zuwendungen nach Handels- und Steuerrecht - Teil 1

von WP StB Dipl.-Kfm. Lukas Graf, Heidelberg

| Spätestens bei der Jahresabschlusserstellung stellt sich die Frage, wie im Wirtschaftsjahr gewährte Zuschüsse bilanziell zu behandeln sind. Eine Frage, die angesichts der unterschiedlichen Zuwendungsarten nicht immer einfach zu beantworten ist. Anlass genug, um in einem zweiteiligen Beitrag die Bilanzierung von Zuwendungen näher vorzustellen. |

1. Unbedingt rückzahlbare Zuwendungen

Unbedingt rückzahlbare Zuwendungen haben Finanzierungs- und keinen Zuschusscharakter. Demzufolge handelt es sich handelsrechtlich um Verbindlichkeiten, die nach § 253 Abs. 1 S. 2 HGB mit ihrem Erfüllungsbetrag anzusetzen sind.

 

Hinweis | Sollten diese Zuwendungen unverzinslich oder unterverzinslich sein, so ist dies für die handelsrechtliche Ansatz- und Folgebewertung unerheblich, da eine Abzinsung unzulässig ist (Beck‘scher Bilanzkommentar, 8. Aufl., § 253 HGB, Rz. 63).

2. Nur aus künftigen Gewinnen rückzahlbare Zuwendungen

Zuwendungen können - z.B. als Sanierungszuschuss - unter der Auflage gewährt werden, dass sie nur aus zukünftigen Gewinnen zu tilgen sind. Die Tilgungspflicht stellt aber erst dann eine wirtschaftliche Last dar, wenn zukünftige Gewinne erzielt werden. Bei der Zuwendungsgewährung fehlt es jedoch zunächst an einer wirtschaftlichen Last, weshalb eine Verbindlichkeit nicht anzusetzen ist. Die Zuwendung ist zur Verlustdeckung vielmehr als Ertrag auszuweisen; bei Außergewöhnlichkeit und Wesentlichkeit unter der GuV-Position „außerordentlicher Ertrag“.