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14.12.2010 | Maßgeschneiderte Planung und Kontrolle

Die Budgetierung verbessern oder abschaffen? Better vs. Beyond Budgeting

von Prof. Dr. Roman Stoi, Stuttgart

Die traditionelle Budgetierung steht heute stark in der Kritik. Der nötige Zeit- und Ressourcenaufwand wird als zu hoch angesehen und der erzielte Nutzen infrage gestellt. Deshalb werden verstärkt Ansätze zur Neugestaltung der Budgetierung diskutiert. Grundsätzlich kann dabei zwischen dem Better Budgeting - der schrittweisen Effizienzverbesserung - und dem Beyond Budgeting - dem Ersatz durch ein neues Führungsmodell - unterschieden werden.  

1. Budgetierung in der Kritik

Die Budgetierung soll viele Aufgaben erfüllen: Vorgänge in den verschiedenen hierarchischen Ebenen und Verantwortungsbereichen eines Unternehmens koordinieren, die Mitarbeiter zu einer hohen Leistung motivieren und zu erwartende Ergebnisse vorhersagen. Wesentliche praktische Probleme der Budgetierung sind (vgl. Kopp/Leyk, 2004, S. 4 ff.):  

 

  • Fehlende Verbindung zwischen strategischer und operativer Planung: Die Strategien werden somit in der operativen Planung zu wenig in konkrete Maßnahmen umgesetzt und nur selten wertmäßig abgebildet.

 

  • Eindimensionalität: Die Budgetierung umfasst meist nur monetäre Größen, während qualitative nichtmonetäre Bestandteile unberücksichtigt bleiben.

 

  • Geringe Aktualität und Flexibilität: Ursache sind vor allem eine lange Erstellungsdauer und die Festschreibung der Budgets während des Planungshorizonts. Viele Unternehmen stellen dann zu Beginn des Geschäftsjahrs fest, dass ihre Budgets bereits nicht mehr aktuell und kaum noch zur Steuerung geeignet sind. Trotzdem finden oft keine Zielanpassungen an die geänderten Rahmenbedingungen statt.

 

  • Hoher Ressourcenaufwand: Die Budgetierung verursacht bei den Linienverantwortlichen, der Unternehmensführung und insbesondere im Controlling erheblichen Zeitaufwand. Gründe hierfür sind langwierige Planungsschleifen, zeitintensive Budgetverhandlungen, eine starre Periodenfixierung, unzureichende Informationssysteme und eine zu geringe Abstimmung der Teilpläne. Der größte Ressourcenfresser ist der hohe Detaillierungsgrad der Pläne.