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Was ist eine einseitige Freiendsituation im Sinne der Wurzelbehandlungs-Richtlinien?
Frage: "Wie ist eine einseitige Freiendsituation im Sinne der Wurzelbehandlungs-Richtlinien definiert? Liegt bei einem fehlenden 7er schon eine Freiendsituation vor? Das würde bedeuten, dass ich eine Wurzelbehandlung zum Beispiel am Zahn 47 durchführen kann, wenn 31 bis 37 vollständig vorhanden sind."
Antwort: Der Begriff "Freiendsituation" ist nirgends eindeutig definiert. Man kann jedoch davon ausgehen, dass eine Freiendsituation dann nicht vorliegt, wenn zumindest noch der Zahn 6 vorhanden ist und die antagonistischen Zähne abgestützt sind.
Wenn in den Richtlinien allerdings von der "Vermeidung einer Freiendsituation" die Rede ist, kann dies nicht bedeuten, dass der Zahn 7 grundsätzlich nicht wurzelbehandelt werden darf. Denn zum einen ist die Zahnerhaltung noch immer vorrangige zahnärztliche Aufgabe, zum anderen ist der Zustand des Restgebisses zu berücksichtigen. Ist beispielsweise die langfristige Erhaltung des Zahnes 6 fraglich, so empfiehlt sich die endodontische Behandlung des benachbarten zweiten Molaren schon allein deshalb, weil mit ihm im Fall des Verlustes des Zahnes 6 eventuell ein dringend benötigter Brückenpfeiler zur Verfügung steht. Mit der dann möglichen Brücke wird ja auch wieder "eine Freiendsituation vermieden", sodass die Wurzelbehandlung des Zahnes 7 aus dieser Sicht absolut richtlinienkonform ist.
Man sieht daraus, dass es immer auf die Situation des Einzelfalles ankommt. Die komplexen Überlegungen, die für oder gegen die endodontische Behandlung eines Molaren sprechen und die letztendlich auf einer im wahrsten Sinne des Wortes zutiefst zahnärztlichen Abwägung beruhen, lassen sich eben nicht so einfach in knapp gehaltene Richtlinien pressen.
Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 03/2004, Seite 15
Quelle: Ausgabe 03 / 2004 | Seite 15 | ID 100725