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·Fachbeitrag ·Unfallschadensregulierung

Verweis: „Billigwerkstatt“ muss bereit sein, billig zu reparieren

| Ein erfolgreicher Verweis auf eine Freie Werkstatt setzt voraus, dass der Schädiger/VR darlegt und notfalls beweist, dass die benannte Werkstatt im konkreten Fall nicht nur technisch fähig, sondern auch tatsächlich bereit gewesen wäre, einen Auftrag des Geschädigten zu den genannten Preisen auszuführen. |

 

Mit dieser Entscheidung (7 C 923/15, Abruf-Nr. 146370, Einsenderin Rechtsanwältin Birgit Schwarz, Weißenhorn) folgt das AG Neu-Ulm dem LG Memmingen (25.2.15, 11 S 1713/14, Abruf-Nr. 144102). Während es in der Memminger Sache bereits an einem Beweisangebot des beklagten VR gefehlt hat (die Kl.-Anwältin hatte die Bereitschaft substanziiert bestritten), hat das AG Neu-Ulm den Werkstattinhaber vernommen. Das Ergebnis war keine Überraschung. Der Zeuge hatte keinerlei Kenntnis vom beschädigten Fahrzeug und konnte sich daher nicht darüber erklären, bereit und in der Lage zu sein, es zu den von der Versicherung mitgeteilten Kosten zu reparieren.

 

Zumindest im OLG-Bezirk München verfestigt sich die Rechtsprechung, wonach ein Verweis auch bei einem Ü-Drei-Fahrzeug nicht mehr funktioniert, wenn im Schadensgutachten die mittleren ortsüblichen Stundenverrechnungssätze freier Fachwerkstätten kalkuliert sind und der Geschädigte danach (fiktiv) abrechnet. So aktuell AG München 27.1.16, 334 C 16191/15, Abruf-Nr. 146371 (Einsender: Rechtsanwalt M. Brand, München). Grundlegend dazu OLG München VA 14, 4.

Quelle: Ausgabe 03 / 2016 | Seite 38 | ID 43859564