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·Fachbeitrag ·Totalschaden

Treibstoff im Tank als ersatzfähiger Schaden beim Totalschaden

| Der Wert des im Tank verbliebenen Treibstoffs ist eine vom Schädiger zu erstattende Schadenposition. Eine Pflicht zum Abpumpen und Aufbewahren scheitert in der Regel daran, dass der Aufwand den Wert des Treibstoffs übersteigt, urteilte das AG Solingen. |

 

Das AG Solingen (Urteil vom 1.4.2015, Az. 11 C 631/14, Abruf-Nr. 145569) trifft den Nagel auf den Kopf. Der Einwand „Abpumpen und aufbewahren“ ist absurd. Kaum jemand hat ausreichend viele Benzinkanister, müsste also erst welche kaufen. Angesichts der Tankinnenkonstruktion ist ein Abpumpen mit der alten Pfadfindermethode „Schlauch rein und einmal dran saugen“ nicht mehr möglich. Wer den Tank an der tiefsten Stelle anbohrt, lebt nicht nur gefährlich. Er reduziert auch den Restwert, weil der Tank für den Restwertkäufer nun nicht mehr nutzbar ist. Also muss eine Werkstatt beim Abpumpen helfen. Das wird sie nicht kostenlos tun. Angesichts dieser Argumente kommt es nur noch am Rande darauf an, dass in Haus oder Garage maximal 20 Liter Benzin aufbewahrt werden dürfen.

 

PRAXISHINWEIS | Der Geschädigte muss einen Nachweis über die Treibstoffmenge in der Weise erbringen, dass eine Schätzung möglich ist. Schadengutachter sollten bei Totalschaden also ein Bild von der Tankuhr bei eingeschalteter Zündung machen. Weil der Gutachter den Kilometerstand eh ablesen muss, ist er Aufwand dafür minimal, der Nutzen aber groß.

 
Quelle: Ausgabe 11 / 2015 | Seite 3 | ID 43659787