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·Fachbeitrag ·Anwaltskosten

Klare Haftungslage heißt nicht „einfach gelagerter Fall“

| Dass die Haftungssituation bei einem Unfall (Hier: Eindeutige Vorfahrtsverletzung) von Anfang an klar und unstreitig ist, bedeutet nicht, dass damit ein „einfach gelagerter Fall“ vorliegt. Nimmt der Geschädigte also zur Durchsetzung seiner Forderungen anwaltliche Hilfe in Anspruch, muss der Schädiger ihm die dadurch entstehenden Kosten erstatten, entschied das AG Esslingen. Und das AG Böblingen schlägt in die gleiche Kerbe. |

 

  • Das AG Esslingen verweist darauf, dass nach seiner Erfahrung die Streitigkeiten um die Schadenpositionen zunehmen, dass also auch dann viel Grund zum Streiten besteht, wenn die Haftung als solche klar ist. Im Übrigen hat der Schädiger im ersten Durchgang nicht so reguliert, wie der Anwalt den Schaden beziffert hatte. Von 19.930,33 Euro wurden nur 19.316,05 Euro erstattet. Erst nachdem der Anwalt nachgefasst hat, floss der Rest. Schon das zeige, so das AG, dass die anwaltliche Hilfe erforderlich war (AG Esslingen, Urteil vom 18.2.2014, Az. 10 C 1931/13; Abruf-Nr. 140920).
  • Im gleichen Sinne hat das AG Böblingen entschieden: Der Geschädigte muss nicht davon ausgehen, dass der Schädiger alle Schadenpositionen problemlos ausgleicht (AG Böblingen Urteil vom 26.2.2014, Az. 20 C 137/14; Abruf-Nr. 140921; eingesandt von RA Andreas Gursch, Böblingen).

 

Beachten Sie | Wir staunen immer wieder über die Dreistigkeit einiger Versicherer, erst zu kürzen, dann unter weiterem Nachdruck korrekt zu regulieren und anschließend zu behaupten, das sei doch ein Fall gewesen, bei dem kein Anwalt nötig gewesen sei.

Quelle: Ausgabe 04 / 2014 | Seite 3 | ID 42599795