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·Fachbeitrag ·Kasko

Weitere Versicherer überprüfen die SB-Zahlung

| Das OLG Köln hält einen dem Kaskoversicherer gegenüber verschwiegenen Verzicht auf die Selbstbeteiligung (SB) bei einem Kaskoschaden nicht nur für wettbewerbswidrig, sondern sogar für betrügerisch. Darüber hat „UE“ Sie in der November-Ausgabe 2012 informiert. In der Juni-Ausgabe 2013 hat „UE“ dann berichtet, dass ein Versicherer zwischenzeitlich Fragebögen an Versicherungsnehmer (VN) schickt, in denen er Nachweise über die Zahlung der SB verlangt. Die seinerzeit geäußerte Vermutung, dass andere Versicherer dem Beispiel folgen werden, hat sich jetzt bestätigt. |

 

Frage des Versicherers an die Werkstatt

Ein Direktversicherer will zum Beispiel den Zahlungsnachweis über die SB von der Werkstatt. Vorher erfolge keine Ersatzleistung. Das liegt zwar insoweit neben der Sache, als die Werkstatt keine Nachweispflichten gegenüber der Werkstatt hat. Richtigerweise müsste der Versicherer diese Frage an seinen VN richten.

 

Dennoch: Die Frage als solche ist sicher zulässig, denn der Versicherer darf sich davor schützen, per Rechnung einen höheren Preis vorgegaukelt zu bekommen, als zwischen der Werkstatt und dem VN tatsächlich vereinbart ist. Denn mit dem SB-Verzicht hat die Werkstatt bei Licht betrachtet den vereinbarten Preis gesenkt, und der Versicherer dürfte nun die SB von dem niedrigeren Betrag in Abzug bringen.

 

Wie weiter?

Eigentlich liegt die Konsequenz auf der Hand: Weil sich sowohl der Kunde als Täter als auch die Werkstatt als Beihelfer oder gar Mittäter „die Finger schmutzig machen“, müsste es ein Leichtes sein, auf breiter Front die Zahlung der SB durch den Kunden durchzusetzen. Jedoch hören wir vielfach: Solange die Versicherer mit Glas- oder Werkstattketten Vereinbarungen schließen, dass sie dort den SB-Verzicht tolerieren, weil ihnen die dortigen Preise „schmecken“, droht die Abwanderung der Kunden dorthin.

 

Das ist eine Frage des Kartellrechts, und darum sollten sich die Verbände kümmern. Nur so geht es an die Wurzeln des Problems. Sonst werden nur Ventile gesucht. Zu beobachten ist, dass Dienstleister über Gutscheinsysteme nachdenken, die den „Benefit“ für den Kunden von der unmittelbaren SB-Zahlung entkoppeln. Geschickt gemacht kann so etwas tragfähig sein. Wir werden berichten, wenn sich die Details abzeichnen.

 

Weiterführende Hinweise

  • Beitrag „OLG Köln bestätigt: Verzicht auf Selbstbeteiligung ist unzulässig“, UE 11/2012, Seite 5.
  • Beitrag „Was hat es mit dem Kundenfragebogen eines Versicherers zur Selbstbeteiligung auf sich?“, UE 6/2013, Seite 15
  • Beitrag „Sollen wir künftig die Rechnung auf den Versicherer ausstellen und die SB des Kunden nennen?“, UE 7/2013, Seite 7
Quelle: Ausgabe 10 / 2013 | Seite 17 | ID 42315950