logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

03.06.2008 | Leserforum

Sicherungsabtretung einfach weiternutzen?

Ein Leser fragt: „Was spricht dagegen, die gewohnte Sicherungsabtretung nach Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzes einfach weiterzunutzen?“ 

 

Unsere Antwort: Wer lieber weiterhin die Sicherungsabtretung verwendet, geht zwar kein Risiko mehr ein, dass sie nichtig ist. Im Sicherungsabtretungsformular ist aber formuliert, dass der Inhaber der Abtretung erst gegen den Schädiger vorgehen darf, wenn der Kunde selbst der Werkstatt (bzw. dem Autovermieter oder dem Sachverständigen) gegenüber mit der Zahlung der Schadenkosten in Verzug ist. Dann müssen also immer noch die Rechnung mit einer Zahlungsaufforderung und – bei strengen Gerichten – eine Mahnung an den Kunden gesandt werden. Erst damit tritt dann die „Bedingung“ ein, mit der aktiv gegen die Versicherung vorgegangen werden kann. Die Versicherung kann zwar nicht mehr einwenden, die Abtretung sei nichtig. Aber sie kann einwenden, die Bedingung sei noch nicht eingetreten, es „sei also noch nicht so weit.“ 

 

Zeitliche Nachteile im Forderungsmanagement

Dann lässt sich – anders als früher, als die Sicherungsabtretung der Nichtigkeit anheim fiel – der Vorgang, den Kunden in Verzug zu setzen, noch nachholen. Es ist dann also noch nichts endgültig verloren. Aber man verschafft sich durch die Verwendung der alten Formulare einen völlig unnötigen Nachteil in den Zeitabläufen. 

 

Ist das ein theoretisches oder ein praktisches Risiko?

Dagegen mag man einwenden, bisher sei es „im richtigen Leben“ doch auch meistens glatt gegangen, obwohl der Kunde oft nicht in Verzug gesetzt worden ist. Das mag ja sein, und es hat Gründe: Die Versicherungen wollen strategisch mit den Werkstätten abrechnen. Denn ein Geschädigter, dem „das Denken abgenommen wird“, denkt vielleicht nicht über sonstige Schadenpositionen nach. 

 

Wenn aber der Inhaber der Abtretung mehr beansprucht, als die Versicherung bezahlen möchte – beim derzeitigen Verhalten mancher Gesellschaften sicher kein Einzelfall –, kann (und wird) sich die Versicherung darauf berufen, der Anspruchsteller sei gar nicht Forderungsinhaber. 

 

Fazit: Wenn nur noch die Brechstange einer gerichtlichen Auseinandersetzung hilft und der Kunde damit nicht belastet werden will oder soll, ist die neue Abtretung das sicherere Instrument. 

 

Unser Tipp: Einen ausführlichen Beitrag zum Inhalt der neuen Abtretung finden Sie in der Ausgabe 5/2008, Seiten 7 bis10. Dort stellen wir Ihnen auch das neue Formular vor. 

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2008 | Seite 18 | ID 119687