· Fachbeitrag · Nachfolge in der Land- und Forstwirtschaft
Scheidung zerstört Hoferbe: Ehefrau verliert trotz notariellem Erbvertrag alles
von Daniel Schollenberger, Managing Partner der LEGATUM Steuerboutique
Ein notarieller Erbvertrag bietet keine absolute Sicherheit. Das zeigt eine aktuelle Entscheidung des OLG Celle (27.1.25, 6 W 148/24) mit erheblicher Bedeutung für landwirtschaftliche Familienbetriebe. Obwohl sich ein Landwirt und seine spätere Ehefrau wenige Tage vor der Hochzeit gegenseitig zu Alleinerben eingesetzt hatten, verlor die Ehefrau nach der Trennung sämtliche erbrechtlichen Ansprüche.
Sachverhalt
Vier Tage vor der Eheschließung schlossen die Beteiligten einen notariellen Erbvertrag sowie einen Ehevertrag. Beide Ehegatten widerriefen frühere Verfügungen von Todes wegen und setzten sich gegenseitig als Alleinerben ein. Parallel vereinbarten sie weitreichende güterrechtliche Regelungen und Verzichtsklauseln für den Fall einer Scheidung.
Jahre später zerbrach die Ehe. Die Ehefrau leitete das Scheidungsverfahren ein und erklärte gegenüber dem Familiengericht, die Trennung bestehe bereits seit August 2020. Der Landwirt ließ anwaltlich mitteilen, auch er halte die Ehe für endgültig gescheitert und wolle geschieden werden. Noch während des laufenden Scheidungsverfahrens verstarb der Landwirt.
Möchten Sie diesen Fachbeitrag lesen?
Kostenloses PU Probeabo
0,00 €*
- Zugriff auf die neuesten Fachbeiträge und das komplette Archiv
- Viele Arbeitshilfen, Checklisten und Sonderausgaben als Download
- Nach dem Test jederzeit zum Monatsende kündbar
* Danach ab 113,90 € / Monat
Tagespass
einmalig 20 €
- 24 Stunden Zugriff auf alle Inhalte
- Endet automatisch; keine Kündigung notwendig