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·Fachbeitrag ·Zahnersatz

Wiedereingliederung einer Adhäsivbrücke: Was ist bei der Abrechnung zu beachten?

von Angelika Schreiber, Hockenheim

| Mit den BEMA-Änderungen zur Adhäsivbrücke im Frontzahnbereich wurden zum 01.07.2016 neue Gebührenziffern eingeführt sowie die ZE-Richtlinien geändert. Die BEMA-Nrn. Nr. 93a für die einflügelige und 93b für die zweiflügelige Adhäsivbrücke lösten die vorherige Nr. 93 ab. Die bisherige Altersbegrenzung entfiel. Neu eingeführt wurde die Adhäsivbrücke - auch Marylandbrücke genannt - zum Ersatz von zwei nebeneinander fehlenden Schneidezähnen. Sie gilt allerdings ausschließlich für die 14- bis 21-Jährigen als Regelversorgung. Soweit sind die Neuerungen bekannt. Aber wie rechnet man die Wiedereingliederung der verschiedenen Adhäsivbrücken ab? |

Die Wiedereingliederung der zweiflügeligen Marylandbrücke zum Ersatz eines Schneidezahns

Für die Wiedereingliederung der einspannigen zweiflügeligen Adhäsivbrücke steht die BEMA-Nr. 95a (Wiedereinsetzen einer Brücke mit zwei Ankern) zur Verfügung. Dazu ein Beispiel:

 

  • Wiedereingliederung der Adhäsivbrücke mit Metallgerüst von 13 auf 11
Datum
Zahn
Leistungsbeschreibung
BEMA
GOZ

09.01.

13-11

Lokale Untersuchung und Beratung

1 x Ä1

-

13,11

Sensibilitätsprüfung (positiv)

1 x ViPr

-

13-11

Wiedereingliederung der Adhäsivbrücke

1 x 95a

-

13-11

Adhäsive Befestigung

-

2 x 2197

 

Die Konditionierung der Flügel - „chairside“ oder im Eigenlabor - kann nach BEL-II-Nr. 155 0 über den Eigenlaborbeleg abgerechnet werden. Unterschiedliche regionale Auffassungen bestehen jedoch über die Abrechenbarkeit der GOZ-Nr. 2197 für die adhäsive Befestigung. Die „Schnittstellen zwischen BEMA und GOZ“ der KZBV weisen u. a. darauf hin, dass die GOZ-Nr. 2197 berechnungsfähig ist für „… die adhäsive Befestigung von Kronen/Brücken nach 20a bis c und 91a bis d BEMA, für die adhäsive Wiedereingliederung von Kronen und Brücken, für die Wiedereingliederung einer Adhäsivbrücke …“. Daraus kann abgeleitet werden, dass die adhäsive Befestigung nach GOZ-Nr. 2197 zur Wiederbefestigung einer Adhäsivbrücke nach BEMA-Nr. 95a je Flügel vereinbart werden kann. Die Abrechnung der Wiedereingliederung erfolgt nach BEMA, wird jedoch durch die adhäsive Befestigung nach GOZ-Nr. 2197 gleichartig. Für die Wiedereingliederung wird zweimal der Festzuschuss 6.8 gewährt.

 

Die Abrechnung der Begleitleistungen erfolgt über Datenträgeraustausch im Rahmen der Quartalsabrechnung. Die Wiedereingliederung der Adhäsivbrücke wird über den HKP abgerechnet. Dabei ist die Wiederherstellungsmaßnahme unter Angabe der Anzahl der Flügel im Bemerkungsfeld einzutragen.

Wiedereingliederung der einflügeligen Adhäsivbrücke zum Ersatz eines Schneidezahns

Anders verhält es sich bei der einflügeligen Adhäsivbrücke zum Ersatz eines Schneidezahns:

 

Datum
Zahn
Leistungsbeschreibung
BEMA
GOZ

12.01.

21-22

Lokale Untersuchung und Beratung

1 x Ä1

-

21

Sensibilitätsprüfung (positiv)

1 x ViPr

-

21-22*

Wiedereingliederung der Adhäsivbrücke

5110

21

Adhäsive Befestigung

-

2197

 

* Zahn 21 trägt den Flügel und Zahn 22 wird durch ein Brückenglied ersetzt.

 

Obwohl diese Brücke altersunabhängig als Regelversorgung eingestuft wird (Metallgerüst und vestibuläre Verblendung vorausgesetzt), ist die Wiedereingliederung nicht im BEMA beschrieben; denn die BEMA-Nr. 95a enthält das Wiedereinsetzen einer Brücke mit zwei Ankern. Folglich muss diese Leistung nach GOZ-Nr. 5110 (Wiedereingliederung einer Brücke) nach Wiederherstellung der Funktion berechnet werden. Hier besteht keine Begrenzung auf eine bestimmte Anzahl der Brückenpfeiler. Über diese Vorgehensweise gibt es aber möglicherweise regional unterschiedliche Auffassungen.

 

Die GOZ-Nr. 2197 für die adhäsive Befestigung kann zusätzlich einmal vereinbart werden. Für die Konditionierung („chairside“ oder im Eigenlabor) kommt in diesem Fall die BEB-Nr. 5307 (Metallfläche konditionieren) oder BEB-Nr. 5306 (Keramik/gegossenes Glas konditionieren) infrage. Alternativ können die Positionen aus der „BEB Zahntechik“ abrechnet werden: BEB-Nr. 5.03.05.0 (Metallfläche konditionieren) oder BEB-Nr. 5.03.04.0 (Keramikfläche konditionieren). Die entsprechenden zahntechnischen Leistungen werden über den Eigenlaborbeleg berechnet.

 

Die Abrechnung der Begleitleistungen erfolgt über Datenträgeraustausch im Rahmen der Quartalsabrechnung. Die Wiedereingliederung der Adhäsivbrücke wird - als gleichartige Versorgung - über den HKP abgerechnet. Die Wiederherstellungsmaßnahme ist im Bemerkungsfeld einzutragen. Als Festzuschuss wird einmal 6.8 gewährt.

Wiedereingliederung der einspannigen Adhäsivbrücke zum Ersatz von zwei nebeneinander fehlenden Schneidezähnen

Die einspannige Adhäsivbrücke zum Ersatz von zwei nebeneinander fehlenden Schneidezähnen wird als Regelversorgung eingestuft, ebenso ihre Wiedereingliederung. Die BEMA-Nr. 95a kann abgerechnet werden, ggf. in Verbindung mit der GOZ-Nr. 2197 (je Flügel) sowie der BEL II-Nr. 155 0 (ebenfalls je Flügel). Es wird zweimal der Festzuschuss 6.8 gewährt. Handelt es sich jedoch um einen Patienten, der älter als 20 Jahre ist, so ändert sich die Versorgungsart: Sie wird gleichartig. Die Berechnung erfolgt nach der GOZ. Unabhängig von der Art der Versorgung bzw. vom Alter des Patienten wird zweimal der Festzuschuss 6.8 gewährt.

Quelle: Ausgabe 02 / 2017 | Seite 9 | ID 44460160