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·Fachbeitrag ·Kostenerstattung

Die Gestaltung der Steigerungsfaktoren, Teil 5 - konservierende Leistungen

von Sabine Schmidt, Deutsches Zahnärztliches Rechenzentrum (DZR GmbH)

| Um das Überschreiten des 2,3-fachen Faktors gegenüber dem Kostenträger des Patienten rechtfertigen zu können, muss eine werthaltige und nachvollziehbare Begründung angegeben werden. Die Gesetzesgrundlage hierfür bildet § 5 Abs. 2 GOZ. In der letzten Ausgabe wurden mögliche Begründungen für das Überschreiten des 2,3-fachen Faktors bei den GOZ-Nrn. 2180, 2190, 2195 und 2197 dargestellt. Nachfolgend erhalten Sie die Begründungen zu den GOZ-Nrn. 2200, 2210, 2220, 2250, 2260, 2270, 2290, 2300, 2310 und 2320 (Quelle: Begründungsmanager DZR GmbH). |

Begründungsbeispiele

Folgende Begründungsbeispiele haben sich in der Praxis bewährt:

 

GOZ-Nr. 2200, 2210, 2220

  • Überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand …
  • … wegen extrem erschwerter Retention durch kurze klinische Krone
  • … wegen extrem erschwerter Präparation und vorsichtigen Vorgehens bei Bissanomalien
  • … wegen extrem erschwerten Vorgehens bei Zahnstellungsanomalien
  • … wegen extrem erschwerten Vorgehens bei parodontal ungünstigen Verhältnissen
  • … wegen extrem erschwerten Zugangs bei der Verschraubung und/oder Abdeckung des Schraubenkanals
  • … wegen sehr aufwendiger Präparationsart
  • … wegen enorm erhöhten Präparationsaufwands aufgrund der Verblendungen
  • … wegen enorm erhöhten Präparationsaufwands wegen vollkeramischer Versorgung
  • … wegen zusätzlicher Verwendung oszillierender, ultraschallgetriebener oder lasergestützter Präparationsinstrumente
  • … wegen erhöhten Präparationsaufwands aufgrund extremer Zahnkippung
  • … wegen aufwendiger, sehr individueller Farbcharakterisierung
  • … wegen aufwendiger optoelektronischer Farbbestimmung
  • … wegen besonderer Anforderungen an die ästhetische Anpassung
  • … wegen erschwerter Retention durch kurze klinische Krone
  • … wegen Anpassung an den vorhandenen Zahnersatz
  • … wegen erschwerter Abformung durch inserierende Bänder
  • … wegen erschwerter Abformung durch Würgereiz
  • … wegen aufwendiger Maßnahmen zur Farbbestimmung
  • … wegen verminderter psychischer Belastbarkeit
  • … wegen erschwerter Präparation durch Engstand
  • … wegen subgingivaler Präparationsgrenze
  • … wegen mehrfacher Einproben (Gerüst, Rohbrand etc.)
  • … wegen erschwerter Abformung durch abnorme Kieferformen
  • … wegen umfangreicher Ausblockmaßnahmen von Interdentalräumen und Unterschnitten
  • … wegen schwieriger Farbanpassung
  • … wegen erschwerter Präparation durch überlange klinische Krone
  • s… wegen schwieriger Versorgung bei Abrasionsgebiss
  • … wegen metallfreier Keramikstufe
  • … wegen erhöhter ästhetischer Anforderungen bei Veneer-Versorgung
  • … wegen erhöhter ästhetischer Anforderungen im anterioren Bereich
  • … wegen aufwendiger okklusaler Feinjustierung gnathologischer Kauflächen

GOZ-Nr. 2250

  • Überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand …
  • … wegen stark eingeschränkter Kooperationsbereitschaft
  • … wegen extrem klinisch kurzer Krone
  • … wegen sehr stark eingeschränkter Platzverhältnisse
  • … wegen sehr aufwendiger Anpassung an vorhandene kieferorthopädische Apparaturen
  • … wegen starker Abwehrhaltung des Kindes
  • … wegen stark ausgeprägter Angst des Kindes
  • … wegen enorm erschwerten Zugangs bei Zahnkippung

GOZ-Nr. 2260

  • Überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand …
  • … wegen klinisch kurzer Krone
  • … wegen stark eingeschränkter Platzverhältnisse
  • … wegen enorm erschwerten Zugangs bei Zahnkippung
  • … wegen zeitintensiver mehrfacher Abnahme und Wiederbefestigung
  • … wegen parodontal ungünstiger Verhältnisse
  • … wegen des starken Abrasionsgebisses
  • … wegen Kreuzbiss, Progenie, Prognathie
  • … wegen Bissanomalien/Zahnstellungsanomalien
  • … wegen individueller Anpassung des verwendeten Formteils
  • … wegen behandlungsbedingter häufiger Abnahme und Wiederbefestigung der provisorischen Hülse
  • … wegen häufigen Wiederbefestigens der provisorischen Hülse
 

GOZ-Nr. 2270

  • Überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand …
  • … wegen klinisch kurzer Krone
  • … wegen stark eingeschränkter Platzverhältnisse
  • … wegen enorm erschwerten Zugangs bei massiver Zahnkippung
  • … wegen mehrfacher Abnahme und Wiederbefestigung
  • … wegen parodontal ungünstiger Verhältnisse
  • … wegen des starken Abrasionsgebisses
  • … wegen Kreuzbiss, Progenie, Prognathie
  • … wegen Bissanomalien/Zahnstellungsanomalien
  • … wegen behandlungsbedingter häufiger Abnahme und Wiederbefestigung der provisorischen Versorgung
  • … wegen sehr schwieriger Versorgung bei nicht ausgleichbaren Zahndivergenzen
  • … wegen enorm schwieriger Farbanpassung

GOZ-Nr. 2290

  • Überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand …
  • … wegen Kronen auf gekippten Zähnen
  • … wegen Kronen auf elongierten Zähnen
  • … wegen schwierigen Zugangs zum Restaurationsrand
  • … wegen besonders harter Legierung
  • … wegen besonders harter Keramik
  • … wegen besonders schwieriger Entfernung von Zirkonoxidkronen
  • … wegen außergewöhnlicher Schichtdicke der Krone
  • … wegen unzureichender Ansatzpunkte des Entfernungsinstruments
  • … wegen Pulpengefährdung bei divergierenden Zahnachsen
  • … wegen Frakturgefährdung bei enorm grazilem Präparationsstumpf
  • … wegen Frakturgefährdung bei endodontisch behandeltem Zahn
  • … wegen Frakturgefährdung bei enorm grazilen Kavitätenwänden
  • … wegen massiven Engstands
  • … wegen parodontal stark vorgeschädigten Zahns
  • … wegen Anwendung besonders aufwendiger Entfernungsverfahren

GOZ-Nr. 2300

  • Überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand …
  • … wegen aufwendiger Entfernung eines Wurzelstifts bei stark gekipptem Zahn
  • … wegen Entfernung eines Wurzelstifts bei ungünstiger Angulation
  • … wegen Frakturgefährdung bei enorm grazilen Wurzeln
  • … wegen Frakturgefahr bei enorm gebogenen Wurzeln
  • … wegen Anwendung besonders aufwendiger Entfernungsverfahren
  • … wegen Frakturgefährdung bei enorm grazilen Präparationsstümpfen
  • … wegen Frakturgefährdung bei endodontisch behandelten Zähnen
  • … wegen Frakturgefährdung bei enorm grazilen Kavitätenwänden
  • … wegen parodontal stark vorgeschädigten Zahns

GOZ-Nr. 2310

  • Überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand …
  • … wegen enorm ungünstiger Retentionsform des Kronenstumpfs
  • … wegen besonders umfangreicher Entfernung alter Zementreste
  • … wegen umfangreicher Reinigung und Desinfektion des Zahns bzw. der Restauration/Rekonstruktion
  • … wegen extrem erschwerter relativer Trockenlegung
  • … wegen aufwendiger Säuberung des präparierten Zahnstumpfs von hartnäckigen Zementresten
  • … wegen aufwendiger Wiederbefestigung einer implantatgetragenen Suprakonstruktion

GOZ-Nr. 2320

  • Überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand …
  • … wegen ungünstiger Retentionsform des Kronenstumpfs
  • … wegen besonders umfangreicher Entfernung alter Zementreste
  • … wegen umfangreicher Reinigung und Desinfektion des Zahns bzw. der Restauration/Rekonstruktion
  • … wegen stark erschwerter relativer Trockenlegung
  • … wegen aufwendiger Säuberung des präparierten Zahnstumpfs von hartnäckigen Zementresten
  • … wegen aufwendiger Wiederbefestigung einer implantatgetragenen Suprakonstruktion
  • … wegen enorm erschwerten Zugangs bei Zahnkippung
  • … wegen erschwerter Behandlung bei stark ausgeprägter Dysgnathie
  • … wegen enorm erschwerter Retention durch kurze klinische Krone
 

Tipps für gute und nachvollziehbare Begründungen

Abschließend noch einige Tipps zur Gestaltung einer Begründung:

 

  • Die Begründung beginnt am Behandlungsstuhl! Besonderheiten werden zunächst vom Zahnarzt und der Assistenz wahrgenommen. Daher gilt:
    • Diese Wahrnehmungen sollten umgehend dokumentiert werden.
    • Der Patient sollte auf diese Besonderheiten angesprochen werden - die (diplomatische) Kommunikation mit dem Patienten während der Behandlung ist von großem Vorteil. Wie dies abläuft, sollte intern festgelegt werden. Der Patient darf nicht verunsichert werden; er muss aber wissen, dass die Behandlung schwieriger und zeitaufwendiger ist.

 

  • Weshalb sollten die Begründungen umgehend dokumentiert werden?
    • Die Verwaltungsmitarbeiterin ist meistens bei der Behandlung nicht dabei.
    • Die Rechnung wird oft zeitverzögert geschrieben. Liegt die Behandlung schon Wochen zurück, sind die Maßnahmen und die Schwierigkeit bei der Durchführung der Leistung eventuell nicht mehr nachvollziehbar.

 

Weiterführender Hinweis

  • In der Januar-Ausgabe (Teil 4) wurden Begründungsbeispiele zu den GOZ-Nrn. 2180 bis 2320 veröffentlicht. Diese Beitragsserie wird in der März-Ausgabe fortgesetzt.
Quelle: Ausgabe 02 / 2017 | Seite 13 | ID 44434513