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·Fachbeitrag ·Aktuelle Rechtsprechung

LSG Bayern: Die Krankenkasse musste eine Tumorpatientin mit Implantaten versorgen

| Das Landessozialgericht (LSG) Bayern hat am 27.06.2017 (Az. L 5 KR 260/16, Abruf-Nr. 196241) über die medizinische Notwendigkeit einer implantatgetragenen prothetischen Versorgung bei einer Tumorpatientin entschieden. Der Fall: Ein Oralchirurg reichte für eine Patientin Heil- und Kostenpläne für eine ausnahmsweise indizierte implantologische Versorgung wegen einer vorherigen Tumortherapie ein. Die Kasse gab ein Gutachten bei einem Zahnarzt in Auftrag, der eine konventionelle Versorgung für ausreichend hielt. |

 

Das LSG bestätigte das Urteil der Vorinstanz, wonach die Krankenkasse die Patientin mit den beantragten Implantaten zu versorgen habe. Dabei stellten die Richter heraus, dass die Krankenkasse schlichtweg zu spät über den Antrag der Patientin entschieden hätte ‒ weil nicht von Anfang an der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) mit der Begutachtung beauftragt worden sei. Weil es keine gesetzliche Grundlage für die Beauftragung des Gutachtens außerhalb des MDK gegeben hätte, sei das Gutachten rechtswidrig zustande gekommen ‒ und zwar auch unter Verstoß gegen die datenschutzrechtlichen Bestimmungen.

Quelle: Ausgabe 10 / 2017 | Seite 1 | ID 44870465