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01.11.2007 | Privatliquidation

GOZ-Entwurf: Die konservierenden Leistungen

In den letzten beiden Ausgaben von „Privatliquidation aktuell“ hatten wir begonnen, den Leistungskatalog des Arbeitsentwurfs zur neuen GOZ vorzustellen. In dieser Ausgabe befassen wir uns mit den konservierenden Leistungen. Auffallend sind die Zusatzpositionen bei Verwendung von Komposit als Füllungsmaterial in Schmelz-Dentin-Adhäsiv-Technik sowie deren direkter Bezug zum Bema bei Anwendung der Mehrkostenregelung nach § 28 Abs. 2 SGB V. 

 

Nr. 200 

Exkavieren und provisorischer Verschluss einer Kavität (temporäre Füllung) 

Die Leistungsbeschreibung zur bisherigen GOZ-Nr. 202 geht vom Exkavieren und dem temporären Verschluss einer Kavität aus. Neu ist nun die Formulierung „temporäre Füllung“. Eine Beschränkung auf eine „selbstständige Leistung“ – wie bisher – ist nicht vorgesehen. 

 

Nr. 201 

Besondere Maßnahmen beim Präparieren oder Füllen (zum Beispiel Separieren, Verdrängen störenden Zahnfleisches, Stillung einer übermäßigen Papillenblutung), je Sitzung, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich) 

Sollte die GOZ dem Entwurf entsprechend ausgestaltet werden, dürfte ein langjähriger Streit mit einzelnen Erstattungsstellen ein Ende haben: Nach der neuen Abrechnungsbestimmung wird für das Separieren von Zähnen auch bei kieferorthopädischer Behandlung die Leistung nach der Nr. 201 berechnungsfähig sein. 

 

In der Begründung zum Entwurf wird festgestellt, dass die Stillung einer Papillenblutung dann eine besondere Maßnahme darstellt, wenn hierdurch das geplante Vorgehen substantiell geändert werden muss. Ob die „bMF“ künftig weiterhin für jede der aufgezählten Maßnahmen in der Sitzung je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich berechnet werden kann (wie mehrfach von Gerichten bestätigt) bleibt offen. Zumindest sieht der derzeitige Entwurf eine eindeutige Aussage nicht vor. 

 

Nr. 201a 

Anlegen von Spanngummi, je Sitzung, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

Auch das Anlegen von Spanngummi bei Fissurenversiegelung wird nach Nr. 201a berechnungsfähig sein. 

 

Die Leistungsbeschreibungen zu den Füllungsgebühren entsprechen den Bema-Definitionen: 

 

Nr. 205 

Präparieren einer Kavität, Füllen mit plastischem Füllmaterial einschließlich Unterfüllung, Anlegen einer Matrize oder die Benutzung anderer Hilfsmittel zur Formung der Füllung und Polieren, einflächig 

Nr. 206 

..., zweiflächig 

Nr. 207 

..., dreiflächig 

Nr. 208 

..., mehr als dreiflächig oder Eckenaufbau im Frontzahnbereich unter Einbeziehung der Schneidekante 

Gebühren für die Füllungspolituren in einer folgenden Sitzung sind in der neuen GOZ nicht mehr vorgesehen. Es soll aber Zuschläge geben für die 

 

Anwendung der SDA-Technik

Dem Arbeitsentwurf ist nicht zu entnehmen, ob diese Zuschläge sowohl für den Frontzahnbereich als auch für die Seitenzahnbereiche anzusetzen sind. Allerdings stellt die nachfolgende Abrechnungsbestimmung einen direkten Bezug zum Bema bei Anwendung der Mehrkostenregelung nach § 28 Absatz 2 SGB V her: „Bei Erbringung von Füllungsleistungen im Rahmen einer Behandlung nach § 28 Abs. 2 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (Mehrkostenregelung) sind lediglich die Leistungen nach den Nrn. 209 bis 211a berechnungsfähig.“

Nr. 209 

Verwendung von Komposit als Füllungsmittel in Schmelz-Dentin-Adhäsiv-Technik und/oder Schmelz-Adhäsiv-Technik (Konditionierung der Zahnhartsubstanzen), gegebenenfalls einschließlich Mehrschichttechnik, Farbanpassung, Mehrfarbentechnik, Lichtaushärtung, Verwendung von Inserts oder konfektionierten Inlays, zusätzlich zu der Leistung nach Nr. 205 (plastische Füllung einflächig) 

Nr. 210 

..., zusätzlich zu der Leistung nach Nr. 206 (plastische Füllung zweiflächig) 

Nr. 211 

..., zusätzlich zu der Leistung nach Nr. 207 (plastische Füllung dreiflächig) 

Nr. 211a 

..., zusätzlich zu der Leistung nach Nr. 208 (mehr als dreiflächig oder Eckenaufbau im Frontzahnbereich unter Einbeziehung der Schneidekante) 

 

 

Die Umformung eines Zahnes im direkten Verfahren soll nach den Nrn. 205 bis 211a mit der Hälfte der Gebühr berechnungsfähig sein. 

 

Nr. 212 

Vorbereitung eines zerstörten Zahnes mit plastischem Aufbaumaterial (Aufbaurestauration) im direkten Verfahren auch zur Aufnahme einer indirekten Rekonstruktion (Krone, Brücken- oder Prothesenanker) 

Nr. 212a 

Verwendung von Aufbaumaterial in Schmelz-Dentin-Adhäsiv-Technik (Konditionierung der Zahnhartsubstanzen), gegebenenfalls einschließlich Mehrschichttechnik, Farbanpassung, Mehrfarbentechnik, Lichtaushärtung, zusätzlich zu der Leistung nach Nr. 212 

Die Leistung nach den Nrn. 212 und 212a wäre nur einmal je Zahn berechnungsfähig, wobei die Nrn. 205 bis 211a daneben nicht berechnungsfähig sein werden. Auch wären anstelle einer Leistung nach den Nrn. 212 und 212a die Leistungen nach den Nrn. 205 bis 211a nicht berechnungsfähig. Aber: Wird von der Versorgung eines Zahnes mit einer Krone oder einem Brücken- oder Prothesenanker sowohl eine Leistung nach den Nrn. 212 bzw. 212a als auch eine Leistung nach den Nrn. 205 bis 211a berechnet, ist dies in der Rechnung zu begründen. 

 

Nr. 213 

Stiftverankerung einer Füllung, zusätzlich zu den Leistungen nach den Nrn. 207, 208 und 211a, je Zahn 

Neben den Leistungen nach der Nr. 205 oder Nr. 206 wird die Leistung nach Nr. 213 nicht angesetzt werden können. Bislang ist die Nr. 213 je Stiftverankerung, höchstens dreimal berechnungsfähig – künftig je Zahn einmal. Die Kosten für die Verankerungselemente sollen gesondert in Rechnung gestellt werden können. Keine Veränderung soll es geben bei  

 

Nr. 214 

Präparieren einer Kavität und Füllen mit Metallfolie (gehämmerte Füllung) einschließlich Unterfüllung, Polieren und Materialkosten 

Die Kosten für die Metallfolie sind gesondert in Rechnung zu stellen. Eine neue Leistung ist die 

 

Nr. 214a 

Reparatur einer Füllung nach den Leistungen 205 bis 211a 

Bezeichnung und Nummerierung der Inlaygebühren bleiben wie folgt: 

 

Nr. 215 

Einlagefüllung, einflächig 

Nr. 216 

Einlagefüllung, zweiflächig 

Nr. 217 

Einlagefüllung, mehr als zweiflächig 

Mit den Leistungen nach den Nrn. 215 bis 217 sollen abgegolten sein: Präparieren einer Kavität, Aufbaufüllungen (auch adhäsiv), ggf. Farbbestimmung, Relationsbestimmung, Abformungen, ggf. provisorische Versorgung, Einproben, provisorisches Eingliedern, Reinigen des Stumpfes, festes Einfügen (ggf. auch mittels Adhäsivtechnik), Adjustierung der statischen und dynamischen Okklusion, Nachkontrolle und Korrekturen. Aufbaufüllungen – auch adhäsiv – werden zu einem Bestandteil der Inlaygebühren. 

 

Nr. 218 

Konfektionierte Milchzahnkrone 

Die Kosten für die konfektionierte Milchzahnkrone sollen gesondert berechnungsfähig sein. 

 

Die Gebühren für die Pulpa- und Wurzelkanalbehandlungen sollen wie folgt ausgestaltet sein: 

 

Nr. 240 

Indirekte Überkappung zur Erhaltung der gefährdeten Pulpa, gegebenenfalls einschließlich eines provisorischen Verschlusses der Kavität 

Nr. 241 

Direkte Überkappung, je Zahn 

Nr. 242 

Amputation und Versorgung der vitalen Pulpa, gegebenenfalls einschließlich eines provisorischen Verschlusses, je Zahn 

Nr. 243 

Exstirpation der vitalen Pulpa, gegebenenfalls einschließlich eines provisorischen Verschlusses, je Kanal 

Nr. 244 

Devitalisierung einer Pulpa, einschließlich des randdichten Verschlusses der Kavität, je Zahn 

Nr. 245 

Trepanation eines Zahnes 

Nr. 246 

Aufbereitung eines Wurzelkanals auch retrograd, je Kanal, gegebenenfalls in mehreren Sitzungen 

Nr. 247 

Medikamentöse Einlage in Verbindung mit Leistungen nach den Nrn. 243, 244 und 246, gegebenenfalls einschließlich eines provisorischen Verschlusses, je Zahn und Sitzung 

Nr. 248 

Wurzelkanalfüllung auch retrograd, gegebenenfalls einschließlich eines provisorischen Verschlusses, je Kanal 

Nr. 249 

Elektrometrische Längenbestimmung eines Wurzelkanals 

Nr. 249a 

Internes Bleichen eines Zahns, je Sitzung 

Die im Zusammenhang mit einer Exstirpation der vitalen Pulpa oder einer Devitalisierung vorgenommene Eröffnung eines Zahnes soll künftig nicht als Trepanation nach Nr. 245 berechnungsfähig sein. Dies wäre neu und bedingt eine zweite Sitzung für die dann durchzuführende Wurzelkanalaufbereitung, elektrometrische Längenbestimmung und medikamentöse Einlage. Wird die komplette Behandlung in einer Sitzung durchgeführt, würde die Möglichkeit der Berechnung einer Trepanation entfallen. 

 

Die Trepanation soll nur als Zielleistung berechnungsfähig sein (zum Beispiel zur Entlastung), nicht als Zugangsleistung für die Durchführung einer anderen Leistung, wie zum Beispiel die GOZ-Nrn. 243, 244 und 246. Die Wurzelkanalaufbereitung wird für denselben Wurzelkanal nur dann erneut berechnungsfähig sein, wenn der Wurzelkanal nach der ersten Aufbereitung definitiv versorgt worden ist. 

 

Die elektrometrische Längenbestimmung eines Wurzelkanals soll nach der GOZ-Novelle im Rahmen einer Aufbereitung eines Wurzelkanals höchstens zweimal je Wurzelkanal angesetzt werden können. Das Bleichen eines Zahnes – bisher „Leistung auf Verlangen“ des Patienten – wird als neue Leistung in die neue GOZ aufgenommen. 

 

Die derzeit existierende GOZ-Nr. 242 (zusätzliche Anwendung elektrophysikalisch-chemischer Methoden) ist im Entwurf nicht mehr vorgesehen. 

 

In der nächsten Ausgabe stellen wir dann die geplanten Gebührenpositionen für die Berechnung der chirurgischen Leistungen vor. 

Quelle: Ausgabe 11 / 2007 | Seite 3 | ID 114918