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05.11.2010 |Privatliquidation

Die korrekte und vollständige Abrechnung von OP-Zuschlägen in der Privatliquidation

Im Bereich der Zuschläge wird nach wie vor viel Honorar verschenkt, weil die Bestimmungen hierzu nicht hinreichend bekannt sind oder nicht korrekt angewendet werden. Letzteres führt oft zusätzlich zu Erstattungsproblemen. Dieser Beitrag befasst sich daher mit den Abrechnungsmöglichkeiten der wichtigsten Zuschläge in der Privatliquidation: den OP-Zuschlägen.  

Grundlagen zur Abrechnung von OP-Zuschlägen

Die auch für den Zahnarzt maßgeblichen OP-Zuschläge finden sich in den GOÄ-Nrn. 442 bis 445, die je nach Punktezahl zu einer bestimmten GOÄ-Gebühr ansetzbar sind. Es wird wie folgt differenziert: 

 

OP-Zuschläge in der GOÄ

GOÄ-Nr. 

Leistungsbeschreibung 

442  

Zuschlag bei ambulanter Durchführung von operativen Leistungen, die mit Punktzahlen von 250 bis 499 Punkten bewertet sind 

443  

Zuschlag bei ambulanter Durchführung von operativen Leistungen, die mit Punktzahlen von 500 bis 799 Punkten bewertet sind 

444  

Zuschlag bei ambulanter Durchführung von operativen Leistungen, die mit Punktzahlen von 800 bis 1199 Punkten bewertet sind 

445  

Zuschlag bei ambulanter Durchführung von operativen Leistungen, die mit Punktzahlen von 1.200 und mehr Punkten bewertet sind 

Nach den Allgemeinen Bestimmungen der GOÄ können die Operationszuschläge bei ambulanter Durchführung von Operations- und Anästhesieleistungen in der Praxis niedergelassener Ärzte oder in Krankenhäusern abgerechnet werden. Mit den Zuschlägen soll die erforderliche Bereitstellung von Operationseinrichtungen und Einrichtungen zur Vor- und Nachsorge honoriert werden. Darunter fallen beispielsweise auch Kosten für wiederverwendbare Operationsmaterialien bzw. -geräte.  

 

Bei der Abrechnung sind folgende Grundregeln zu beachten: 

 

  • Die Zuschläge sind nur in Verbindung mit chirurgischen Leistungen aus der GOÄ und nicht zu Leistungen aus der GOZ abrechenbar.

 

  • Die Zuschläge können nur zum Einfachsatz abgerechnet werden und müssen in der Liquidation direkt hinter der jeweiligen Grundleistung aufgeführt werden.

 

  • Erfolgen in einer Sitzung mehrere operative Maßnahmen, ist trotzdem nur ein einziger Zuschlag ansatzfähig, und zwar derjenige zur höchst bewerteten Grundleistung.

Die wichtigsten „Zuschlagspaare“ in der Privatliquidation

Da sich die Auswahl der GOÄ-Nrn. 442 bis 445 nach der Bewertung der jeweiligen chirurgischen Leistungsziffer richtet, ist es immer schwierig, direkt den richtigen Zuschlag parat zu haben. Daher haben wir in der nachfolgenden Übersicht die wesentlichen GOÄ-Leistungen mit den jeweiligen OP-Zuschlägen aus Sicht des Zahnarztes zusammengefasst. Sie finden diese Übersicht zum Ausdruck bzw. Download und Bearbeiten auch unter www.iww.de => myIWW => Onlineservice/Downloads => Praxishilfen.  

 

Übersicht

GOÄ-Nr.  

Leistungsbeschreibung 

OP-Zuschlag 

Ä 1467 

Operative Eröffnung einer Kieferhöhle vom Mundvorhof aus - einschließlich Fensterung 

Ä 442 

Ä 2010 

Entfernung eines tiefsitzenden Fremdkörpers auf operativem Wege aus Weichteilen und/oder Knochen 

Ä 442 

Ä 2250 

Keilförmige oder lineare Osteotomie eines kleinen Knochens oder Probeausmeißelung aus einem Knochen 

Ä 442 

Ä 2253 

Knochenspanentnahme 

Ä 443 

Ä 2254 

Implantation von Knochen 

Ä 443 

Ä 2255 

Freie Verpflanzung eines Knochens oder von Knochenteilen (Knochenspäne).
Hinweis: Hierzu kann kein OP Zuschlag abgerechnet werden.  

Ä 2381 

Einfache Hautlappenplastik 

Ä 442 

Ä 2382 

Schwierige Hautlappenplastik oder Spalthauttransplantation 

Ä 443 

Ä 2386 

Schleimhauttransplantation, einschließlich operativer Unterminierung der Entnahmestelle und plastischer Deckung 

Ä 443 

Ä 2430 

Eröffnung eines tiefliegenden Abszesses 

Ä 442 

Ä 2442 

Implantation alloplastischen Materials zur Weichteilunterfütterung, als selbstständige Leistung 

Ä 444 

Ä 2583 

Neurolyse, als selbstständige Leistung 

Ä 444 

Ä 2584 

Neurolyse mit Nervenverlagerung und Neueinbettung 

Ä 445 

Ä 2650 

Entfernung eines extrem verlagerten oder retinierten Zahnes durch umfangreiche Osteotomie bei gefährdeten anatomischen Nachbarstrukturen 

Ä 443 

Ä 2651 

Entfernung tiefliegender Fremdkörper oder Sequestrotomie durch Osteotomie aus dem Kiefer 

Ä 443 

Ä 2655 

Operation einer ausgedehnten Kieferzyste - über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im unbezahnten Bereich - durch Zystektomie 

Ä 444 

Ä 2656 

Operation einer ausgedehnten Kieferzyste - über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im unbezahnten Bereich - durch Zystektomie in Verbindung mit der Entfernung retinierter oder verlagerter Zähne und/oder Wurzelspitzenresektion 

Ä 443 

Ä 2657 

Operation einer ausgedehnten Kieferzyste - über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im unbezahnten Bereich - durch Zystostomie 

Ä 443 

Ä 2658 

Operation einer ausgedehnten Kieferzyste - über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im unbezahnten Bereich - durch Zystostomie in Verbindung mit der Entfernung retinierter oder verlagerter Zähne und/oder Wurzelspitzenresektion 

Ä 443 

GOÄ-Nr. 

Leistungsbeschreibung 

OP-Zuschlag 

Ä 2670 

Operative Entfernung eines Schlotterkammes oder einer Fibromatose, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich, als selbstständige Leistung 

Ä 443 

Ä 2671 

Operative Entfernung eines Schlotterkammes oder einer Fibromatose, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich, in Verbindung mit den Leistungen nach den Nummern 2675 oder 2676 

Ä 442 

Ä 2675 

Partielle Vestibulum- oder Mundbodenplastik oder große Tuberplastik, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

Ä 444 

Ä 2676 

Totale Mundboden- oder Vestibulumplastik zur Formung des Prothesenlagers mit partieller Ablösung der Mundbodenmuskulatur, je Kiefer 

Ä 445 

Ä 2677 

Submuköse Vestibulumplastik, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich, als selbständige Leistung 

Ä 443 

Ä 2698 

Anlegen und Fixation einer Schiene am unverletzten Ober- oder Unterkiefer 

Ä 445 

Ä 2730 

Operative Maßnahmen zur Lagerbildung beim Aufbau des Alveolarfortsatzes, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

Ä 443 

Ä 2732 

Operation zur Lagerbildung für Knochen oder Knorpel bei ausgedehnten Kieferdefekten, Zuschläge 

Ä 445 

Folgendes abschließendes Beispiel vermittelt die korrekte Auswahl und Liquidation eines OP-Zuschlages bei einer Behandlung mit mehreren zuschlagsfähigen Leistungen in einer Sitzung: 

 

Beispiel: Zähne 17 bis 16 Lagerbildung, interner Sinuslift und Augmentation von alloplastischem Material Verschluss durch einfache Hautlappenplastik

Zahn 

GOÄ-Nr. 

Leistungsbeschreibung 

Faktor 

Anzahl 

17 

Ä 2730 

Operative Maßnahmen zur Lagerbildung beim Aufbau des Alveolarfortsatzes, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

1,0 - 3,5 

17 

Ä 2250 

Interner Sinuslift, gemäß § 6 Absatz 2 GOÄ; entsprechend: Keilförmige oder lineare Osteotomie eines kleinen Knochens oder Probeausmeißelung aus einem Knochen 

1,0 - 3,5 

17 bis 16 

Ä 2442 

Implantation alloplastischen Materials zur Weichteilunterfütterung, als selbstständige Leistung 

1,0 - 3,5 

 

Ä 444 

Zuschlag bei ambulanter Durchführung von operativen Leistungen, die mit Punktzahlen von 800 bis 1.199 Punkten bewertet sind  

1,0  

 

 

Materialkosten für das alloplastische Material gemäß § 10 GOÄ 

 

 

17 bis 16 

Ä 2381 

Einfache Hautlappenplastik 

1,0 - 3,5 

 

 

Materialkosten atraumatisches Nahtmaterial gemäß § 10 GOÄ 

 

 

Erläuterung: Hier ist der OP-Zuschlag GOÄ-Nr. 444 korrekt, da die GOÄ-Nr. 2442 mit 900 Punkten die am höchsten bewertete GOÄ-Ziffer der gesamten Behandlung ist und nur ein Zuschlag abgerechnet werden darf. 

 

Quelle: Ausgabe 11 / 2010 | Seite 9 | ID 139832