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01.06.2007 | Privatliquidation

Abrechnung besonderer Maßnahmen bei der Fissurenversiegelung

Frage: „Bei jugendlichen Privatpatienten rechnen wir für die Versiegelung die GOZ-Nr. 200 ab. Die Nr. 203 berechnen wir zusätzlich für die Trockenlegung der Zähne. Eine private Versicherung hat die Nr. 203 nicht bezuschusst, weil diese angeblich nur für besondere Maßnahmen im Zusammenhang mit einer Präparation oder einer Füllung in Ansatz gebracht werden darf. Den Faktor für die Nr. 200 haben wir schon gesteigert und die Nr. 405 auch berechnet. Wie können wir der Versicherung gegenüber argumentieren oder was können wir ansonsten noch in Ansatz bringen?“ 

 

Antwort: In der Tat ist im Leistungstext der GOZ-Nr. 203 ausdrücklich von „besonderen Maßnahmen beim Füllen oder Präparieren von Kavitäten“ die Rede. Somit ist die Abrechnung im Zusammenhang mit einer Fissurenversiegelung problematisch. Das gilt auch in Bezug auf die vor der Versiegelung erforderliche Anwendung der Säure-Ätz-Technik. Hierzu existiert sogar eine spezielle Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer: „Die Schmelzätzung im Rahmen der Fissurenversiegelung ist Bestandteil der GOZ-Nr 200 (§ 4 Abs. 2 GOZ) und nicht gesondert berechnungsfähig.“ 

 

Allenfalls, wenn bei einer Versiegelung eine der im Text der Nr. 203 explizit aufgeführten Maßnahmen wie das Stillen einer Papillenblutung oder das Separieren von Zähnen vorgenommen wird, ist ihr Ansatz denkbar. Außerdem kann die Gebührenziffer natürlich auch neben einer „erweiterten Fissurenversiegelung“ berechnet werden, die ja den Ansatz der GOZ-Nr. 205 auslöst. 

 

Gemäß Ihrer Auskunft berechnen Sie die Nr. 203 jedoch für die Trockenlegung der Zähne. Dies ist nicht korrekt, weil die relative Trockenlegung mit Watterollen im Leistungsumfang der Versiegelung enthalten ist und eine absolute Trockenlegung mit Kofferdam unter die GOZ-Nr. 204 fällt. Die Kombination der Nrn. 200 und 204 ist daher in solchen Fällen problemlos möglich. 

 

Korrekt ist dagegen die von Ihnen vorgenommene Berechnung der GOZ-Nr. 405 für die vorausgehende Belagsentfernung. Diese ist – im Gegensatz zu den entsprechenden, für einen Kassenpatienten gültigen Bema-Bestimmungen – bei einem Privatpatienten auch für die Beseitigung weicher Beläge ansatzfähig. 

 

Werden die Zähne nach abgeschlossener Versiegelung fluoridiert, so kann hierfür die GOZ-Nr. 102 angesetzt werden. Dagegen ist eine zusätzliche Berechnung der angefallenen Materialkosten seit dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 27. Mai 2004 nicht mehr zulässig – es sei denn, die Materialkosten des Fluorids übersteigen in Relation zum zahnärztlichen Honorar die Zumutbarkeitsgrenze. 

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2007 | Seite 18 | ID 109917