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·Fachbeitrag ·Parodontologie

Wie berechnet man PAR-Leistungen am Implantat?

von Isabel Baumann, Mülsen, www.praxiskonzept-baumann.de

| Die Abrechnung parodontologischer Leistungen am Implantat ist auch nach der GOZ-Novelle nicht ausreichend geregelt. Wie Leistungen im Rahmen der Periimplantitis-Therapie berechnet werden, lesen Sie in diesem Beitrag. |

Wann ist eine PAR-Leistung am Implantat berechenbar?

In der GOZ ist geregelt, ob Leistungen je Zahn, Implantat, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich oder je Sitzung berechenbar sind. Ist in der Leistungsbeschreibung das Implantat aufgeführt, so ist die Berechenbarkeit gegeben. Ähnlich ist das bei Leistungen, die je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich bzw. je Sitzung berechenbar sind. Dies ist z. B. bei der lokalen Behandlung von Mundschleimhauterkrankungen (Nr. 4020) der Fall. Dort steht im Leistungstext explizit „je Sitzung“. Eine Einschränkung, dass diese Leistung nicht am Implantat berechenbar ist, gibt es nicht. Ähnliches gilt für das Entfernen scharfer Zahnkanten oder störender Prothesenränder (Nr. 4030). Das Entfernen weicher und harter Beläge am einwurzeligen Zahn (Nr. 4050) darf je Zahn, Implantat oder Brückenglied berechnet werden. Das geschlossene Vorgehen im Rahmen einer PAR-Therapie darf am Implantat nach der Nr. 4070 berechnet werden, denn in der Leistungsbeschreibung ist das Implantat explizit genannt.

Leistungen am Implantat, die in der GOZ nicht abgebildet sind

Allgemein gilt für selbstständige Leistungen, die weder in der GOZ noch in der GOÄ aufgeführt sind, dass sie analog nach § 6 Abs. 1 GOZ berechenbar sind. Die Entscheidung ist ausschließlich dem Zahnarzt anhand des konkreten Behandlungsfalls vorbehalten. Dazu ist mit dem Patienten vor Behandlungsbeginn eine Vereinbarung zu treffen. Es folgt nun eine Übersicht nicht abgebildeter PAR-Leistungen am Implantat.

 

Subgingivale medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation

Nachfolgend zeigen wir zunächst die Berechnung am natürlichen Zahn und dann am Implantat auf.

 

  • Berechnung am natürlichen Zahn
GOZ-Nr.
Leistung
2,3-fach
3,5-fach

4025

Subgingivale medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation, je Zahn

1,94 Euro

2,95 Euro

 

Die Leistungsbeschreibung der GOZ-Nr. 4025 führt die Berechenbarkeit je Zahn auf. Das Implantat ist nicht genannt. Dazu heißt es im GOZ-Kommentar der BZÄK: „Diese Leistung ist berechnungsfähig, wenn an einem Parodontium unterhalb des Zahnfleischsaums ein lokal wirksames Antibiotikum oder ein Chlorhexidindigluconatpräparat eingebracht wird.“ Das Parodontium umfasst Gingiva, Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen. Es verankert den Zahn im Kieferknochen und bildet dadurch mit dem Zahn eine Funktionseinheit. Dies ist beim Implantat nicht vorhanden. Für eine solche Leistung ist daher eine analoge Leistungsnummer anzulegen.

 

  • Beispiel für eine analoge Berechnung am Implantat
GOZ-Nr.
Leistung
2,3-fach
3,5-fach

4020a

Subgingivale medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation an Implantaten gemäß § 6.1 GOZ, entsprechend GOZ-Nr. 4020 Lokalbehandlung von Mundschleimhauterkrankungen

5,82 Euro

8,86 Euro

 

Gingivektomie und offene Kürettage

Nachfolgend zeigen wir wiederum zunächst die Berechnung am natürlichen Zahn und dann am Implantat auf.

 

  • Berechnung am natürlichen Zahn
GOZ-Nr.
Leistung
2,3-fach
3,5-fach

4080

Gingivektomie, Gingivoplastik, je Parodontium

5,82 Euro

8,86 Euro

4090

Lappenoperation, offene Kürettage an einem Frontzahn, je Parodontium

23,28 Euro

35,43 Euro

4100

Lappenoperation, offene Kürettage an einem Seitenzahn, je Parodontium

35,57 Euro

54,13 Euro

 

Die offene Kürettage darf nur je Parodontium berechnet werden. Ein Parodontium ist laut Definition an einem Implantat nicht gegeben. Eine offene Kürettage oder Gingivektomie am Implantat ist in der GOZ nicht geregelt und darf nach § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden.

 

Im GOZ-Beratungsforum von PKV-Verband, Beihilfe und BZÄK ist unter Punkt 19 die Periimplantitis-Behandlung aufgeführt. Dort heißt es: „Eine Periimplantitis-Behandlung im offenen Verfahren stellt eine selbstständige Leistung dar und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet ...“

 

  • Beispiele für analoge Berechnungen am Implantat
GOZ-Nr.
Leistung
2,3-fach
3,5-fach

4075a

Gingivektomie, Gingivoplastik am Implantat gem. § 6 Abs. 1 GOZ entspr. Nr. 4075 Parodontalchirurgische Therapie, geschlossenes Vorgehen - mehrwurzeliger Zahn

16,82 Euro

25,59 Euro

4090a

Einfache Lappen-OP an einem Implantat gem. § 6 Abs. 1 GOZ entspr. Nr. 4090 Lappenoperation, offene Kürettage an einem Frontzahn, je Parodontium

23,28 Euro

35,43 Euro

4100a

Einfache Lappen-OP an Implantat im Seitzahngebiet gem. § 6 Abs. 1 GOZ entspr. Nr. 4100 Lappenoperation, offene Kürettage an einem Seitenzahn, je Parodontium

35,57 Euro

54,13 Euro

 

OP-Zuschlag auch für analoge Leistungen berechenbar

Ein Zuschlag nach GOZ-Nr. 0500 ist für nicht stationär durchgeführte zahnärztlich-chirurgische Leistungen, die mit Punktzahlen von 250 bis 499 Punkten bewertet sind, oder zu den Leistungen nach den GOZ-Nrn. 4090 oder 4130 berechenbar. Auch bei der Analogberechnung ist dieser Zuschlag zu berücksichtigen. Dies wird häufig vergessen.

 

Erfolgt die Analogberechnung jedoch für eine nicht chirurgische Maßnahme und nicht nach den Nrn. 4090 oder 4130, so ist kein Zuschlag berechenbar.

Quelle: Ausgabe 01 / 2017 | Seite 8 | ID 44426723