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01.11.2007 | Parodontologie

Abrechnung bei Einsatz eines Ultraschallgerätes

In letzter Zeit häufen sich Anfragen zu Abrechnungsmöglichkeiten beim Einsatz neu entwickelter Ultraschallgeräte wie etwa PerioScan, das die Wurzeloberfläche innerhalb der Zahnfleischtasche detektiert und vorhandene Konkremente abträgt. Auf dem Display des Gerätes wird das Vorhandensein von Konkrementen bzw. gesunde Wurzeloberfläche farblich codiert für den Behandler und den Patienten angezeigt. Zusätzlich hat der Behandler die Möglichkeit ,die Zahnfleischtaschen mit individuell ausgewählten Spülmedien (CHX, H2O2, NaCl) zu spülen.  

Die Abrechnung bei GKV-Patienten

Zum Einsatz von Perio-Scan bei GKV-Patienten folgende Hinweise: 

 

Wissenschaftliche Anerkennung der Methode ist Voraussetzung

Grundsätzlich dürfen im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung nur wissenschaftlich anerkannte Methoden für die Erbringung von Vertragsleistungen eingesetzt werden.  

 

In der gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde und der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie „Schall- und Ultraschallscaler in der Parodontitistherapie“ (Stand 1/2005) wird folgendes Resümee gezogen: „Supra- und subgingivales Scaling mit Schall- und Ultraschallinstrumenten führt zu klinischen Therapieergebnissen, die denen nach Handinstrumentierung gleichwertig sind. Nach derzeitigem Stand der Literatur sind hierfür bei adäquater Anwendung alle Schall- und Ultraschallscalersysteme gleich gut geeignet“. Das bedeutet, dass die ultraschallgestützte Abtragung von Konkrementen eine wissenschaftlich anerkannte Methode darstellt und daher indikationsgerecht in der vertragszahnärztlichen Versorgung eingesetzt werden darf. 

 

Abrechnungsmöglichkeiten in der vertragszahnärztlichen Versorgung

Im Rahmen einer notwendigen Parodontalbehandlung wird ein Parodontalstatus erstellt. Grundlage hierfür ist die PAR-Richtlinie Nr. 5, wonach die systematische Parodontitistherapie folgende Verfahren umfasst: 

 

a) Geschlossenes Vorgehen: Bei Zahnfleischtaschen mit einer Sondiertiefe von 3,5 mm und mehr, wobei alle supragingivalen und klinisch erreichbaren subgingivalen weichen und harten Beläge – Biofilm und Zahnstein – nach Möglichkeit innerhalb von vier Wochen entfernt werden.

 

b) Offenes Vorgehen: Bei Sondiertiefen von mehr als 5,5 mm kann das geschlossene Vorgehen vor dem offenen Vorgehen durchgeführt werden. Nach dem geschlossenen Vorgehen ist zu prüfen, ob an einzelnen Parodontien ein offenes Vorgehen zusätzlich durchzuführen ist.

 

Folgende Positionen werden über den Parodontalstatus abgerechnet:  

 

Für das geschlossene Vorgehen

P 200 für die Frontzähne 

14 Punkte x Punktwert* 0,90 Euro 

12,60 Euro 

P 201 für die Seitenzähne 

26 Punkte x Punktwert* 0,90 Euro 

23,40 Euro 

 

Für das offene Vorgehen

P 202 für die Frontzähne 

22 Punkte x Punktwert* 0,90 Euro 

19,80 Euro 

P 203 für die Seitenzähne 

34 Punkte x Punktwert* 0,90 Euro 

30,60 Euro 

*Punktwerte regional und kassenspezifisch unterschiedlich 

 

Weitere Hinweise zur Abrechnung

Die Behandlung von Zahnfleischtaschen unter 3,5 mm ist in der vertragszahnärztlichen Versorgung keine Kassenleistung und daher mit dem Patienten über eine private Vereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKV-Z zu vereinbaren. Grundlage hierfür ist die GOZ. 

 

Vorbehandlungen und Recall im Rahmen einer Parodontitistherapie sind ebenfalls reine Privatleistungen und daher in einer Privatvereinbarung zu fixieren. Praxistipp: Viele Krankenkassen belohnen diese präventionsorientierten Leistungen teilweise im Rahmen ihrer Bonusmodell-Programme. 

Die Abrechnung von PerioScan bei PKV-Versicherten

Die Abrechnung von Leistungen im Rahmen einer Pardontalbehandlung bei privat versicherten Patienten erfolgt auf Grundlage der GOZ. Folgende Positionen stehen in der derzeit gültigen GOZ zur Verfügung: 

 

GOZ-Nr. 

Leistung 

Gebühr 1-fach 

Gebühr 2,3-fach 

401  

Anwendung elektromechanischer Verfahren zur Parodontaldiagnostik (zum Beispiel Periotest), je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich 

2,81 Euro 

6,47 Euro 

Für das geschlossene Verfahren 

405 

Entfernung harter und weicher Zahnbeläge einschließlich Polieren, je Zahn 

0,61 Euro 

1,41 Euro 

407 

Subgingivale Konkremententfernung, Wurzelglättung und Gingivakürettage als parodontalchirurgische Maßnahme, je Zahn 

6,19 Euro 

14,23 Euro 

408 

Gingivektomie, Gingivoplastik, je Parodontium 

2,53 Euro 

5,82 Euro 

Für das offene Verfahren 

409 

Lappenoperation, offene Kürettage, einschließlich Osteoplastik an einem Frontzahn, je Parodontium 

10,12 Euro 

23,28 Euro 

410 

Lappenoperation, offene Kürettage, einschließlich Osteoplastik an einem Seitenzahn, je Parodontium 

15,47 Euro 

35,57 Euro 

Die Umstände, Schwierigkeit oder der Zeitaufwand einer Leistung werden in der GOZ über den Steigerungsfaktor berücksichtigt. Das gilt auch für die Differenzierung nach Front- bzw. Seitenzahnbereich, die in der GOZ für das geschlossene Verfahren nicht berücksichtigt ist. 

Quelle: Ausgabe 11 / 2007 | Seite 10 | ID 114920