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01.11.2007 | Par-Behandlung

Par-Status vor Par-Behandlung erforderlich?

Frage: „Die GOZ-Nr. 400 berechnet man für das Erstellen eines Parodontalstatus nach vorgeschriebenem Formblatt. Abgesehen davon, dass es ein solches Formblatt nicht gibt, stellt sich die Frage, ob bei einem Privatpatienten vor einer Par-Behandlung überhaupt unbedingt ein Status erstellt werden muss. Schließlich ist die Erhebung des Parodontalbefundes doch schon Leistungsbestandteil der GOZ-Nr. 001.“ 

 

Antwort: In der Tat existiert bis heute kein Formblatt, das für die Erhebung eines Parodontalstatus bei einem Privatpatienten zwingend verwendet werden muss. Daher kann jedes beliebige – insbesondere auch das von der Kassenabrechnung her vertraute – Formular verwendet werden. Für den mit dem Messen der Werte und dem Ausfüllen des Schriftstücks verbundenen Aufwand rechnet man die GOZ-Nr. 400 ab. 

 

Die gemäß Leistungstext zur GOZ-Nr. 001 vorgeschriebene Erhebung des Parodontalbefundes im Rahmen einer eingehenden Untersuchung ist mit der Erstellung einer Par-Status nicht zu vergleichen. Vielmehr geht es dabei nur um eine kurze Feststellung des allgemeinen parodontalen Zustandes.  

 

Der Par-Status nach der Nr. 400 kann dagegen zum Beispiel umfassen: die Ermittlung von Taschentiefen, Lockerungsgraden oder Furkationsbeteiligungen. Diese Werte sollten jedoch erst nach durchgeführter Initialtherapie, zu der insbesondere auch die Motivation und Instruktion des Patienten im Hinblick auf seine Mundhygiene gehört, gemessen und aufgezeichnet werden. Was ein Par-Status letztlich beinhaltet, hängt von der medizinischen Notwendigkeit und dem Ermessen des Behandlers ab. 

 

Exakte Werte und Aufzeichnungen sind für eine zielgerichtete Therapie unverzichtbar. Insofern ergibt sich die Pflicht zur Erstellung eines Par-Status nicht aus abrechnungstechnischer, sondern allein aus zahnmedizinisch-fachlicher Notwendigkeit. In welchem Umfang die Befunde erhoben werden, bleibt dabei grundsätzlich jedem Zahnarzt selbst überlassen. Im Hinblick auf mögliche spätere Auseinandersetzungen sollte jedoch auf eine umfassende Ermittlung aller relevanten Daten Wert gelegt werden. 

 

Der Par-Status ist also auch beim Privatpatienten vor Durchführung einer systematischen Therapie aus forensischer Sicht unbedingt erforderlich. Umgekehrt gilt jedoch, dass der Leistung nach der GOZ-Nr. 400 nicht zwingend eine Par-Behandlung folgen muss; diese Ziffer kann also auch dann abgerechnet werden, wenn die dabei ermittelten Werte ergeben, dass keine Therapie erforderlich ist, oder wenn der Status der Feststellung des aktuellen Zustandes nach abgeschlossener Behandlung im Rahmen eines Recall dient.  

Quelle: Ausgabe 11 / 2007 | Seite 18 | ID 114924