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Leserforum

Sie fragen, wir antworten!

Nachfolgend beantworten wir wie immer einige interessante Fragen unserer Leser.

Abrechnung einer Interimsversorgung mit 
provisorischer Brücke?

Frage: „Wirwollen eine Patientin mit einer Brücke 43, 42 - 32, 33 versorgen,wobei sämtliche vier Pfeilerzähne mit gegossenenStiftaufbauten versehen werden. Als zwischenzeitliche Versorgung isteine provisorische Brücke vorgesehen, deren vier Kronen mitStiften im Wurzelkanal verankert werden. Bitte teilen Sie uns mit,welche Gebührennummern wir ansetzen können.“

Antwort:Grundsätzlich ist bei jeder Form der Brückenversorgung zuberücksichtigen, dass sowohl bei den provisorischen als auch beiden definitiven Kronen diejenigen aus dem konservierenden Teil der GOZ(Nrn. 220 bis 222 und 226 bis 228) höher bewertet sind alsdiejenigen aus dem prothetischen Teil (Nrn. 500 bis 502 und 512 bis514). Deshalb sollten sämtliche provisorischen und definitivenKronen, die nicht unmittelbar an eine Brückenspanne angrenzen,nach Ziffern aus eben diesem konservierenden Teil berechnet werden. Imkonkret zur Debatte stehenden Fall sind folgende Gebührennummernanzusetzen:

für die provisorischen Stiftkronen33 und43:              2 x Nr. 228

für die provisorischen Stiftkronen32 und42:              2 x Nr. 513

für die provisorischeBrückenspanne 31,41:                1 x Nr. 514

für die gegossenen Stiftaufbauten 33, 32, 42 und 43:        4 x Nr. 219

für die definitiven Kronen 33 und43:                      2 x Nr. 221

für die definitiven Kronen 32 und42:                      2 x Nr. 501

für die definitiveBrückenspanne 31,41:                   1 x Nr. 507

Gegebenenfalls sollte bei besonderenSchwierigkeiten der Gebührenrahmen ausgeschöpft werden, wobeibekanntlich bei Überschreiten des 2,3fachen Gebührensatzeseine Begründung in der Rechnung angegeben werden muß.

Eine Alternative wäre, die provisorischeVersorgung als Langzeitprovisorium nach den GOZ-Nrn. 708 (je Krone) und709 (Brückenspanne) zu berechnen. Bei dieser Vorgehensweiseempfiehlt es sich, eine Zwischenrechnung zu stellen.

Einschleifmaßnahmen bei Bruxismus-Behandlung: In derselben
Sitzung neben GOZ-Nr. 404 auch Nr. 810 abrechenbar?

Frage: „Wirhaben bei einer Patientin im Zuge einer Bruxismus-Behandlungumfangreiche Einschleifmaßnahmen durchgeführt. Dürfenwir in derselben Sitzung neben der GOZ-Nr. 404 auch noch die GOZ-Nr.810 abrechnen?“

Antwort:Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 404 ist die Beseitigung grober Vorkontakteder Okklusion und Artikulation durch Einschleifen des natürlichenGebisses oder bereits vorhandenen Zahnersatzes; die Leistung ist jeSitzung berechnungsfähig. Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 810 sindsystematische substraktive Maßnahmen am natürlichen Gebiss,am festsitzenden und/oder herausnehmbaren Zahnersatz; abrechenbar jeZahnpaar. Somit sieht die GOZ in dem Abschnitt „ E. Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Parodontiums” eine Vergütung für die Behandlungsmaßnahme „Grobeinschleifen” und in ihrem Abschnitt „ I. Funktionsanalytische und -therapeutische Leistungen” eine Honorierung der Behandlungsmaßnahme „ Feineinschleifen” (Nr. 810) vor.

Keine der beiden Leistungsdefinitionen der GOZsieht eine Abrechnungsbestimmung vor, nach der sich diese Positionengegenseitig ausschließen. Jedoch ist der Grundsatz des§ 4 Abs. 2 Satz 2 zu berücksichtigen. Danachkann der Zahnarzt eine Gebühr für eine Leistung, dieBestandteil einer anderen Leistung nach dem Gebührenverzeichnisist, nicht berechnen, wenn er für diese andere Leistung eineGebühr berechnet. Somit kann man den Grundsatz aufstellen, dassdas, was als „ Feineinschleifen” berechnet wird, nicht auch noch als „ Grobeinschleifen”in derselben Sitzung berechnet werden kann. Es ist jedoch denkbar, dassin derselben Sitzung an verschiedenen Stellen die eine oder die andereLeistung erbracht wird und somit zwei unterschiedlicheBehandlungsmaßnahmen auch unterschiedlich zu vergüten sind.

Modellgussprothese mit Konusverankerung: Abrechnung des
Austausches von Kunststoffanteilen und Zähnen?

Frage:„Beieinem unserer Privatpatienten wurden an einer nur noch zum Teilfunktionstüchtigen Modellgussprothese mit Konusverankerung 17, 13,28 die Kunststoffanteile und Zähne ausgetauscht. Die Abformunghierfür erfolgte mit funktioneller Randgestaltung. WelcheGebührennummern können in Ansatz gebracht werden?“

Antwort: Wird eineModellguss-Teilprothese mit gegossenen Halte- und Stützelementendergestalt erneuert, dass sämtliche Metallteile erhalten bleibenund sämtliche Kunststoffteile sowie -zähne ausgewechseltwerden, fallen die Gebührenpositionen für eine Neuanfertigungan. Es kann die GOZ-Nr. 521 für die Modellgussprothese und dieGOZ-Nr. 507 für die Prothesensättel berechnet werden, da essich hier nicht um Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktionvon Zahnersatz im Sinne der GOZ-Nrn. 525 bzw. 526 handelt. Für diefunktionelle Abformung des Oberkiefers mit individuellem Löffelkann die GOZ-Nr. 518 angesetzt werden.

Privatabrechnung von Mailleferschrauben und -aufbauten bei
einem Kassenpatienten?

Frage: „Wiekann ich Mailleferschrauben und -aufbauten, die sehr vielkostenintensiver und aufwendiger sind als einfache Radix- bzw.Dentatusstifte, mit einem Kassenpatienten privat abrechnen bzw.abdingen?“

Antwort:Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der BEMA für dasVorbereiten eines zerstörten Zahnes bei Aufnahme einer Krone durchgegossenen Stiftaufbau oder Schraubenaufbau mit Verankerung imWurzelkanal die Abrechnung der Nr. 18 vorsieht. Die Nr. 18 istsomit für den gegossenen Stiftaufbau, für den Schraubenaufbauund auch für konfektionierte Wurzelstifte bzw. konfektionierteStiftaufbauten nach instrumentell bestimmter Wurzelkanalaufbereitungabrechnungsfähig. Somit kommt die Berechnung der Nr. 18 sowohlfür die direkte Methode zur Herstellung eines Aufbaus als auchfür die indirekte Methode in Frage. Auch konfektionierte Aufbautensind nach Nr. 18 als Kassenleistung abrechnungsfähig. Deshalbsehen wir  derzeit keine Möglichkeit, bei Aufbauten dieMehrkostenregelung bzw. Abdingung  zu praktizieren.

Berechnung der GOZ-Nr. 005 für die Gegenkieferabformung im Zuge einer Kronenversorgung?

Frage: „Wieargumentiere ich gegenüber einer privaten Krankenversicherung bzw.Beihilfestelle im Falle der Berechnung der GOZ-Nr. 005 für dieGegenkieferabformung im Zuge einer Kronenversorgung?“

Antwort: Für die Berechenbarkeit der GOZ-Nr. 005 („Abformungeines Kiefers für ein Situationsmodell, auch Teilabformung,einschließlich Auswertung zur Diagnose und Planung“) für einen Gegenkieferabdruck gibt es zwei Argumente: Zum einen kann man den Zusatz im Leistungstext „... einschließlich Auswertung zur Diagnose und Planung“folgendermaßen verstehen: Für einen Abdruck ist auch dannnur die Nr. 005 abrechenbar, wenn das Modell der Diagnose und Planungdient. Das heißt, daß Diagnose und Planung – sofernsie durchgeführt werden – im Leistungsumfang der Nr. 005enthalten sind und nicht zusätzlich unter einer anderen Positionberechenbar sind.

Schlagkräftiger ist jedoch das zweiteArgument: Im Rahmen einer Versorgung mit Kronen bzw. mit Zahnersatz hatdas Gegenkiefermodell in jedem Fall einen planerischen Einflußauf die Gestaltung der Arbeit. Wie hoch eine Krone bzw. Brückesein muß, ob eine Prothese im Regel- oder Kreuzbißaufgestellt und wie weit sie ausgedehnt wird, all das hängtentscheidend von der Gegenkiefersituation ab.

Sofern ein Modell ausschließlich zurDokumentation einer bestimmten Situation oder als Arbeitsmodell dient,ist dieses nicht nach der GOZ-Nr. 005 berechnungsfähig. In diesemFall können lediglich die Materialkosten angesetzt werden.

Abrechnung einer Zystenoperation?

Frage: „Wirhaben einen seitlichen Schneidezahn mit einer großenradikulären Zyste extrahiert. Anschließend haben wir dieSchleimhaut aufgeklappt und die Zyste durch Zystektomie entfernt. Wieist die Zystenoperation in diesem Fall abzurechnen?“

Antwort: Die Abrechnung nach GOZ-Nr. 320 („Operation einer Zyste durch Zystektomie, als selbständige Leistung“) ist korrekt. Diese Position ist wesentlich höher bewertet als die Nr. 319 („Operation einer Zyste durch Zystektomie in Verbindung mit einer Osteotomie oder Wurzelspitzenresektion“),welche nur dann heranzuziehen ist, wenn die Zystenoperation inunmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der operativen Zahnentfernung(= Ost) bzw. einer Wurzelspitzenresektion erfolgt.

GOZ- Nr. 810 für jedes beschliffene Zahnpaar fünfmal pro Sitzung
abrechenbar?

Frage: „StimmenSie der Auffassung zu, nach der die GOZ-Nr. 810 nicht nur insgesamtfünfmal pro Sitzung, sondern für jedes beschliffene Zahnpaarfünfmal pro Sitzung, also maximal achtzigmal, berechnet werdendarf?“

Antwort: DieseAuffassung, die neuerdings propagiert wird, ist uns bekannt. Sieresultiert aus der unbestreitbaren Tatsache, daß die GOZ-Nr. 810bei zeitaufwendigen systematischen Einschleifmaßnahmen nur einehöchst unzureichende Honorierung erbringt. Dennoch lässt sichdie Tatsache nicht wegdiskutieren, dass der Leistungszusatz zur GOZ-Nr.810 eindeutig formuliert ist: „Die Leistungen nach der Nummer 810 sind je Sitzung höchstens fünfmal berechnungsfähig.“Hätte der Verordnungsgeber dies auf jedes behandelte Zahnpaarbeziehen wollen, so hätte er das entsprechend zum Ausdruckgebracht. Werden in einer Sitzung tatsächlich mehr als fünfZahnpaare beschliffen, so kann der erhöhte Aufwand nach unsererAuffassung lediglich über eine Anhebung des Multiplikationsfaktorsberechnet werden.

Abrechnung des Polierens von provisorischen Füllungen in einer separaten Sitzung?

Frage: „Wirhaben einen Patienten mit Glasionomer-Füllungen alsLangzeitprovisorien versorgt. Diese provisorischen Füllungenpolieren wir in einer separaten Sitzung. Wie können wir dieseLeistungen abrechnen?“

Antwort: Da Sie die Polituren in einer gesonderten Sitzung vornehmen, sind sie nach den GOZ-Nrn. 206, 208, 210, 212 (Polieren einer ...flächigen Amalgamfüllung in einer gesonderten Sitzung)abrechenbar. Die Materialien für die Politur, die mit dereinmaligen Anwendung am Patienten verbraucht werden, sind ebenfallsgemäß § 3 der GOZ (Auslagen) berechnungsfähig.

Wie kann das Auftragen von CHX-Lack abgerechnet werden?

Frage: „Wir haben präventiv zur Vermeidung einer Demineralisation rund um Brackets CHX-Lack (Cervitec-Lack) aufgetragen. Wie rechnen wir diese Leistung korrekt ab?“

Antwort: Diese Methodeder Prävention wurde ganz eindeutig nach Verordnung der GOZentwickelt, sie ist daher analog nach § 6 Absatz 2 abzurechnen. Esbietet sich zum Beispiel die GOZ-Nr. 200 mit einem adäquatenSteigerungsfaktor an. Die vorausgehende weiche Belagsentfernung istnach der GOZ-Nr. 405 abrechenbar. Bitte vergessen Sie nicht, denMaterialverbrauch, der hier nicht unerheblich ist, nach § 3 derGOZ (Auslagen) zu berechnen.

Quelle: Privatliquidation aktuell - Ausgabe 02/2000, Seite 12

Quelle: Ausgabe 02 / 2000 | Seite 12 | ID 104546