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Leserforum

Sie fragen – wir antworten!

Im folgenden Beitrag beantworten wir einige Fragen unserer Leser von allgemeinem Interesse.

Abrechnung der Neugestaltung einer UK-Teilprothese?

Frage: „Beieiner Patientin, der in der Vergangenheit unter massiven, von ihrerUK-Teilprothese verursachten Druckstellen litt, haben wir dieRänder beider Freiendsättel radikal gekürzt und nachfunktioneller Abformung mit einem Kunststofflöffel neu gestaltet.Den Schaltsattel in der Front haben wir unverändert belassen. Wasist für die geschilderten Maßnahmen abrechenbar?“

Antwort: Neben derGOZ-Nr. 526 (Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion oderzur Erweiterung einer abnehmbaren Prothese – mit Abformung– einschließlich Halte- und Stützvorrichtungen) istnoch die Nr. 519 (Funktionelle Abformung des Unterkiefers mitindividuellem Löffel) berechenbar. Die Heranziehung dieserPosition setzt nämlich weder eine bestimmte Höchstzahl anRestzähnen pro Kiefer noch die Tatsache voraus, dass diefunktionelle Abformung sämtliche Kieferbereiche umfasst. Jedefunktionelle Abformung mit individuellem Löffel – auch dienur eines Teils der Sättel – erfüllt daher denLeistungsinhalt der GOZ-Nr. 519.

Politur eines Eckenaufbaus nach GOZ-Nr. 212 abrechenbar?

Frage:„Könnenwir die Politur eines Eckenaufbaus, der – weil der Eckenaufbaumit Säure-Ätz-Technik und Lichthärtung durchgeführtwurde – im unmittelbaren Anschluß an dieFüllungslegung durchgeführt wurde, nach Nr. 212abrechnen?“

Antwort: Nein, das istnicht möglich. Die Berechnung der Nr. 212 – wie auch die deranderen Füllungspolitur-Positionen – setzt zwar imWiderspruch zum Leistungstext nicht zwingend voraus, dass es sich umeine Amalgamfüllung handelt.  Es ist jedoch unbedingterforderlich, dass die Politur in getrennter Sitzung durchgeführt wird.

Die zweifellos zeitaufwendige Politur in dergleichen Sitzung wie das Legen der Füllung kann nur übereinen erhöhten Steigerungssatz bei der Berechnung der zu Grundeliegenden Füllung berücksichtigt werden.

Abrechnung der Abnahme und adhäsiven Wiederbefestigung von Frontzahnprovisorien bei Implantatpatienten?

Frage: „Wieberechnet man die Abnahme und adhäsive Wiederbefestigung vonFrontzahnprovisorien bei Implantatpatienten? Während derEinheilphase des Implantates bis zur endgültigen Versorgung isteine provisorische Versorgung mit einem Kunststoffzahn (adhäsivbefestigt) notwendig. Bei jedem Arbeitsgang muss also das Provisoriumentfernt bzw. wiederbefestigt werden.“

Antwort:Grundsätzlich sieht die GOZ keine Gebührennummern fürdas Abnehmen und Wiederbefestigen von Provisorien vor.Wird jedoch– wie vermutlich in Ihrem Fall – ein Langzeitprovisoriumverwendet (dieses rechnet man je Krone nach GOZ-Nr. 708 ab), so kannman für Maßnahmen zur Wiederherstellung dieses Provisoriumsdie GOZ-Nr. 710 berechnen. Verändern Sie also die provisorischeKrone in irgendeiner Form, bevor Sie sie wiedereinsetzen, so rechnenSie dies nach besagter GOZ-Nr. 710 (2,3fach 50,60 DM) ab. Denkbar istauch die Abrechnung der dem Leistungsinhalt besser entsprechendenGOÄ-Nr. 2702 (Wiedereinbringen einer gelösten Apparatur...– auch Entfernen von Schienen und Stützapparaten), diebei 2,3fachem Satz mit 78,66 DM bewertet ist.

GOZ-Nrn. 415 und 406 nebeneinander berechenbar?

Frage: „Können die GOZ-Nrn. 415 und 406 nebeneinander berechnet werden? Gilt dies auch für die Nrn. 415 und 402?“

Antwort: Die beidenNrn. 415 (Nachbehandlung nach parodontalchirurgischen Maßnahmennach den Nrn. 407 bis 415, je Zahn) und 406 (Kontrolle nach Entfernungharter und weicher Zahnbeläge, einschließlich Polieren, jeZahn) sind nebeneinander berechenbar, sofern es sich um getrennteVerrichtungen handelt, sie also nicht für ein und dieselbeMaßnahme angesetzt werden. Außerdem müssennatürlich bei der Berechnung der Nr. 415 – wie es dieLeistungslegende verlangt – parodontalchirurgischeMaßnahmen nach den Nrn. 407 bis 414 vorausgegangen sein.Bezüglich der Nr. 402 (Lokalbehandlung vonMundschleimhauterkrankungen, je Sitzung) gilt Folgendes: Die Positionist neben der Nr. 415 berechnungsfähig, allerdings nicht fürein und dasselbe Parodontium, sondern nur dann, wenn die Behandlungnach der Nr. 402 an anderen Schleimhautbezirken vorgenommen wird.

Abrechnung von Vollkeramik-Kronen im Seitenzahnbereich nach dem Empress-Verfahren bei Versicherten der GKV

Frage: „Inder letzten Zeit wurde verstärkt der Wunsch von Versicherten derGKV nach vollkeramischen Kronen im Seitenzahnbereich an unsherangetragen. Wir präferieren bei dieser Versorgungsart dasEmpress-Verfahren. Gibt es hier eine Möglichkeit, diese Versorgungim Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung zu erbringen?Bitte teilen Sie uns mit, wie der korrekte Abrechnungsweg in diesemFalle ist.“

Antwort: DieZahnrestauration nach dem Empress-Verfahren entspricht in seinem Ablaufden bekannten Herstellungsverfahren in der Zusammenarbeit zwischenZahnarztpraxis und zahntechnischem Labor. Der zahnärztlicheAufwand geht jedoch über das Maß der traditionellen –im Bema beschriebenen – GKV-Kronen-Versorgung hinaus und liegtinsbesondere in der Anwendung zum Beispiel der Schichttechnik zurErreichung des Optimums an Ästhetik und Individualität sowiein dem erheblich höheren Aufwand beim notwendigen adhäsivenEinsetzen. Das Empress-Verfahren gehört zu den „neuerenBehandlungsmethoden“, die nicht im Rahmen dervertragszahnärztlichen prothetischen Versorgung abgerechnet werdenkönnen.

In der „Gemeinsamen Erklärung“vom 11. März 1999 haben sich die KassenzahnärztlicheBundesvereinigung (KZBV) und die Spitzenverbände der Krankenkassenzur Handhabung der Mehrkostenregelungen nach § 30 Abs. 3 SGB Vgeäußert. Nach dieser Übergangsvereinbarung werdenLeistungsbestandteile der vertragszahnärztlichen Versorgung aufder Grundlage des Bema über die KZV abgerechnet, die über dengesetzlichen Rahmen hinausgehenden Leistungsbestandteile unterliegender Mehrkostenregelung. Allerdings müssengerade hier die regional unterschiedlichen Rechtsauslegungen der KZVenbeachtet werden, insbesondere unter Berücksichtigung derunterschiedlichsten Auslegungen zum Budget.

Die Zahnrestauration nach dem Empress-System ist„mehrkostenfähig“, gerade das zahnärztlicheHonorar betreffend. Nach der Absprache zwischen der KZBV und denSpitzenverbänden der Krankenkassen werden Leistungsbestandteileder vertragszahnärztlichen Versorgung auf der Grundlage des Bemaüber die KZV abgerechnet. Dies wäre zum Beispiel beiVersorgung mit einer Empress-Teilkrone die Bema-Nr. 20 c. Die überdas Maß der im Bema beschriebenen Kronenversorgung hinausgehendenLeistungsbestandteile unterliegen der Mehrkostenregelung, so dassfür eine Empress-Teilkrone die GOZ-Nr. 222 angesetzt werden kann.Die entstehenden Mehrkosten (zahnärztliches Honorar undzahntechnische Leistung) muss der GKV-Versicherte zuzüglich zumüblichen Versichertenanteil, der sich aus denvertragszahnärztlichen Leistungen ergibt, zahlen.

Zuschläge zu ambulanten Operations- und Anästhesieleistungen

Frage: „Wirführen in unserer Praxis Behandlungen in Vollnarkose durch undwürden gern wissen, ob es möglich ist, bei Privatpatienteneinen OP-Zuschlag zu berechnen.“

Antwort: Für dieGebührenberechnung bei der Durchführung von ambulantenOperationen ist den besonderen Kosten bei ambulanter Erbringung oderbei Nutzung eines Operationsmikroskops bzw. Lasers durch die seit dem1. Januar 1996 in die Gebührenordnung für Ärzte(GOÄ) neu eingeführten Zuschläge zu Operations- undAnästhesieleistungen Rechnung getragen worden. Zuschlägefür ambulantes Operieren können dann in Ansatz gebrachtwerden, wenn Operationseinrichtungen in der Praxis bereit gestelltwerden. Die Zuschläge gelten für zahnärztlicheLeistungen, die nach der GOÄ berechnet werden. Für operative„GOZ-Leistungen“ kann kein Zuschlag erhoben werden. WelcheZuschlagspositionen welchen chirurgischen GOÄ-Leistungenzugeordnet sind, ist aus den „Allgemeinen Bestimmungen zu demAbschnitt C VIII. – Zuschläge zu ambulanten Operations- undAnästhesieleistungen“ ersichtlich.

Abrechnung der Kunststofffüllungen im Seitenzahnbereich

Frage: „Wirhaben bisher dem GKV-Patienten für eine zweiflächigeKunststofffüllung die GOZ-Nr. 207 zum Beispiel mit dem 4,0fachenSatz minus Kassenfüllung nach Bema-Nr. 13 (F2) in Rechnunggestellt. Nach der Gesetzesänderung zum 1. Januar 2000 ist jamomentan maximal der 3,5fache Satz abzurechnen. Wir bitten umMitteilung, was wir in Zukunft in Ansatz bringen können, um aufden gleichen bzw. einen höheren Abrechnungssatz zu kommen.“

Antwort: FürMehrkostenvereinbarungen mit einem GKV-Versicherten in derFüllungstherapie wird der Zahlungsanspruch des Vertragszahnarztesgegenüber dem Versicherten auf das 2,3fache des Einfachsatzes derGOZ, bei Mehrkosten für lichthärtende Kompositfüllungenin Schicht- und Ätztechnik im Seitenzahnbereich auf das 3,5fachedes Einfachsatzes der GOZ begrenzt. Strittig ist die Frage, ob nach§ 2 GOZ  ein höherer Steigerungssatz mit dem Patientenvor Beginn der Behandlung vereinbart werden kann. Diesem Streitkönnen Sie entgehen, wenn Sie beispielsweise eine andereBehandlungsmethode wählen. Bei der dentinadhäsivenRekonstruktion – siehe dazu unser Beitrag in„Privatliquidation aktuell“ Nr. 5/99, Seite 5 –können Sie unter Anwendung des § 6 Abs. 2 GOZ analogberechnen, denn die Analogberechnung dieser Technik wird von Gerichtenzunehmend bejaht. Diese Auffassung wird vertreten durch

  • das Amtsgericht Fürth (Urteil vom 17. Februar 1999, Az.: 330 C 473/98),
  • das Amtsgericht Erlangen (Urteil vom 9. November 1999, Az.: 2 C 1049/98),
  • das Amtsgericht Wittlich (Urteil vom 26. August 1999, Az.: 4 C 508/97),
  • das Amtsgericht Hamburg-Harburg (Urteil vom 11. November 1999, Az.: 644 C 457/98),
  • das Amtsgericht Bremen (Urteil vom 11. Februar 2000, Az.: 16 C 0096/99),
  • das Verwaltungsgericht Minden (Urteil vom 16. Februar 2000, Az.: 4 K 124/99) und
  • das Amtsgericht Schwetzingen (Urteil vom 23. Mai 2000, Az.: 1 C 448/99).

Bei den dentinadhäsiv befestigtenKomposit-Restaurationen bieten sich beispielsweise die GOZ-Nrn. 214oder 215 bis 217 für eine nach Art, Kosten- und Zeitaufwandgleichwertige Leistung an.

Cerec-Restaurationen: Berechnung der Eigenlaborkosten?

Frage:„Waskann bei einer Cerec-Versorgung berechnet werden (ein-, zwei- unddreiflächiges Inlay, Teilkrone, Krone), welche Eigenlaborkostenfallen an und wie werden diese berechnet?“

Antwort:Cerec-Restaurationen werden nach den „üblichen“GOZ-Positionen berechnet, obwohl die Analogberechnung des § 6 Abs.2 GOZ der sinnvollste Weg wäre. Hier gibt es jedoch häufigProbleme der Patienten mit ihrer Erstattungsstelle, weil die GOZ dieLeistung „adhäsives Einsetzen“ noch nichtenthält. Zum Ausgleich für den deutlich höherenzahnärztlichen Aufwand beim cerec-spezifischen Herstellungsprozessist ein höherer Steigerungssatz sicher angemessen. Für dasCerec-Inlay können die GOZ-Nrn. 215 bis 217, für dieCerec-Teilkrone die GOZ-Nr. 222 und für die Cerec-Vollkrone dieGOZ-Nr. 221 angesetzt werden. Neben der zahnärztlichen Leistungist der zahntechnische Aufwand zu berechnen. Hierbei sind nicht nur dieKosten des Cerec-Materials, sondern auch der Einsatz der Gerätezur Fertigstellung des Werkstücks zu berücksichtigen. DieEigenlaborrechnung könnte folgendermaßen aussehen:

Zur umsatzsteuerlichen Behandlung hat derBundesfinanzhof mit Urteil vom 28. Mai 1996 entschieden, dass dieHerstellung von Füllungen, Kronen und Verblendschalen imCerec-Verfahren umsatzsteuerpflichtig ist. Auch die unmittelbar damitverbundenen Leistungen sind steuerpflichtige Nebenleistungen. Hingegengehört zur umsatzsteuerfreien zahnärztlichen Leistung derEinsatz der intraoralen Videokamera des Cerec -Gerätes fürdiagnostische Zwecke.

Nrn. 218, 219, 211 und 203 in einer Sitzung abrechenbar?

Frage: „Gehendie GOZ-Nrn. 218, 219, 211 und 203 in einer Sitzung oder gibt es andereZiffern, die man bei diesen Leistungen abrechnen kann?“

Antwort: Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 219 ist die Vorbereitung eines zerstörten Zahnes durch gegossenen Aufbaumit Stiftverankerung oder Schraubenaufbau zur Aufnahme einer Krone.Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 218 ist die Vorbereitung eineszerstörten Zahnes mit plastischem Aufbaumaterialzur Aufnahme einer Krone. Daraus ist ersichtlich, dass bereits nach demWortlaut der Leistungsbeschreibungen die Nr. 218 für denplastischen Aufbau und die Nr. 219 für den gegossenen Aufbau eineszerstörten Zahnes zur Aufnahme einer Krone gilt.

Da nur eine dieser beiden Methoden für einund denselben Zahn in Frage kommen kann, können die Nrn. 218 und219 nicht nebeneinander für denselben Zahn berechnet werden. Diesgilt auch für die „Ummantelung” des konfektioniertenSchraubenaufbaus. Kommt die GOZ-Nr. 219  für einenSchraubenaufbau zum Ansatz, so beinhaltet die Gebühr dieUmkleidung des Schraubenkopfes (zum Beispiel mit Komposit). Mit denzahnärztlichen Leistungen nach den GOZ-Nrn. 218 und 219 wird nurein Ziel verfolgt: die Vorbereitung des Zahnes für die Aufnahmeeiner Krone. Nur eine der beiden Methoden kann für einen Zahn inFrage kommen. Ein einzelner Zahn kann nicht auf zweifache Weisefür eine Krone vorbereitet werden. Deshalb können dieGOZ-Nrn. 218 und 219 nicht kumulativ für einen Zahn berechnetwerden.

Anders ist die Sache zu beurteilen, wenn dieLeistungen zeitlich und örtlich getrennt erbracht worden sind (beiselbstständiger Kavität). Wird zum Beispiel eineVorpräparation des Zahnes durchgeführt und wird der gegosseneStiftaufbau bzw. Schraubenaufbau eingesetzt, so löst dies denAnsatz der GOZ-Nr. 219 aus. Stellt sich nun in einem späterenBehandlungsabschnitt heraus, dass eine andere Kavität des Zahneszum Beispiel anlässlich der Kronenpräparation mittels einerplastischen Aufbaufüllung versorgt werden muss, so kannhierfür die Nr. 218 angesetzt werden.

Dem Karteikartenauszug ist zu entnehmen, dass derZahn 16 mit einer vierflächigen Füllung versorgt worden ist.So stellt sich die grundsätzliche Frage, ob in diesem Falle dieNrn. 218 bzw. 219 in Frage kommen können, denn bei den Leistungennach den Nrn. 218 und 219 handelt es sich jeweils um Maßnahmenzur Vorbereitung eines zerstörten Zahnes zur Aufnahme einer Krone.Wird eine vierflächige Füllung verankert, sieht hierfürdie GOZ die Berechnung der Nr. 213 vor. Leistungsinhalt dieserGebührenposition ist die parapulpäre oder intrakanaläreStiftverankerung einer Füllung (oder eines Aufbaus). DiesePosition kann je Stiftverankerung – je Zahn höchstensdreimal – zuzüglich der Kosten für dieVerankerungselemente berechnet werden. Die GOZ-Nr. 213 ist somit beiVerwendung von parapulpären oder intrakanalärenStiftverankerungen neben den GOZ-Nrn. 205, 207, 209, 211(Füllungen) und neben der GOZ-Nr. 218 (Aufbaufüllung)berechnungsfähig.

Bleibt somit festzuhalten:Möglich wäre in diesem Fall die Berechnung der Nr. 211zuzüglich der Nr. 213 oder die Berechnung der Nr. 218zuzüglich der Nr. 213 oder die alleinige Berechnung derNr. 219, wenn es sich nicht um zeitlich oder örtlichgetrennte Leistungen bei jeweils selbständiger Kavitätgehandelt hatte. Daneben ist die Nr. 203 abrechenbar.

Sind die GOZ-Nrn. 407 und 408 nebeneinander abrechenbar?

Frage: „Sind die Nrn. 407 und 408 GOZ nebeneinander abrechenbar?“

Antwort:     Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 407 ist die subgingivaleKonkremententfernung, Wurzelglättung und Gingivakürettage alsparadontal-chirurgische Maßnahme, die je Zahnberechnungsfähig ist. Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 408 ist diechirurgische Beseitigung von Zahnfleischtaschen durch Abtragen vonZahnfleisch bzw. das chirurgische Formen der Zahnfleischränder.Nach dieser Ziffer kann somit entweder eine Gingivektomie oder eineGingivoplastik je Zahn abgerechnet werden. Da keineeinschränkenden Abrechnungsbestimmungen bestehen, könnenerforderlichenfalls die GOZ-Nrn. 407 und 408 am gleichen Zahnnebeneinander in derselben Sitzung berechnet werden, da es sich umergänzende Behandlungsmaßnahmen handeln kann.

Abrechnung des Eingliederns einer Mundvorhofplatte bei einem Kind?

Frage: „Was ist für eine Mundvorhofplatte bei einem Kind abrechenbar?“

Antwort: Bei derBerechnung einer Gebühr für das Eingliedern einerMundvorhofplatte kommt es darauf an, ob eine konfektionierte oder eineindividuelle Mundvorhofplatte verwendet wird. Für das Eingliederneiner konfektionierten Vorhofplatte zur Beseitigung vonFunktionsstörungen einschließlich der Anweisungen zuGebrauch und Kontrolle sowie Überwachung des Hilfsmittels siehtdie GOZ die Berechnung der Nr. 620 vor. Die Materialkosten fürdiese konfektionierte Mundvorhofplatte können gesondert berechnetwerden. Berechnet werden die tatsächlich entstandenen Kostenfür diese konfektionierte Mundvorhofplatte.

Bei Anfertigung einer individuellenMundvorhofplatte als kieferorthopädisches Behandlungsmittel werdenfür die Abdrucknahme die GOZ-Nr. 622, für die Eingliederungdie GOZ-Nr. 623 und für die nachfolgenden Kontrollen die GOZ-Nr.621 sowie die angefallenen Kosten für das Abformmaterial und diezahntechnischen Leistungen berechnet. Als zahntechnische Leistungenkommen neben der Modellherstellung und dem Einstellen in den Fixatordie Berechnung der Mundvorhofplatte selbst und gegebenenfalls derseitlichen oder frontalen Aufbisse sowie das Einarbeiten vonZungengittern in Frage.

Herausgabe von Behandlungsunterlagen

Frage: „Siehatten in der Nr. 12/99 von ‘Privatliquidation aktuell’über die Frage berichtet, welche Behandlungsunterlagen der Patientbzw. der Kostenerstatter verlangen darf. Hier hatten Sie folgendesgeschrieben: ‘... kann der Versicherungsnehmer nur ausnahmsweisezur Beschaffung von Kopien der Krankenunterlagen verpflichtet sein.Dies könnte dann der Fall sein, wenn der Versicherer dieerforderlichen Auskünfte nicht oder nicht vollständigerhalten hat und er daher im Einzelfall auf die Einsichtnahme in dieKrankenunterlagen angewiesen ist.’ Frage dazu: WelcheAuskünfte meinen Sie und was wäre unter ‘nichtvollständig’ zu verstehen?“

Antwort: In demTextabschnitt unseres Beitrages ging es darum, dass der Versichererglaubt, entweder der Heil- und Kostenplan oder die erstellte Rechnungwürden nicht ausreichen, um über eine Kostenübernahmeentscheiden zu können. Zur Klärung dieser Frage ist eventuelldie Vorlage von Röntgenaufnahmen oder Modellen erforderlich oderes werden Angaben zu bestimmten Vorbehandlungen bzw. zu der Frage,warum unter unterschiedlichen Möglichkeiten eben diese alsmedizinisch notwendig gewählt wurde, benötigt. All diesezusätzlichen Angaben – sprich alles, was über dieRechnung hinausgeht – sollten allerdings nur gemacht werden, wennder Kostenerstatter substanziiert begründet, warum und inwieweitim speziellen Fall die Auskünfte nicht genügen.

Ist die GOZ-Nr. 507 neben Nr. 521 abrechenbar?

Frage:Ist neben der Nr. 521 die Nr. 507 abrechenbar?“

Antwort: Diese Fragewar lange strittig. In den letzten Jahren hat sich jedoch dieAuffassung durchgesetzt, dass die Berechnung der GOZ-Nr. 507 neben derNr. 521 deswegen rechtens ist, weil es in der Leistungslegende zur Nr.507heißt: „Versorgung eines Lückengebisses durch eine Brücke oder Prothese...“. Hätte der Verordnungsgeber gewollt, dass die Nr. 507nur für Brückenspannen ansetzbar wäre, so hätte erauf den Zusatz „oder Prothese“ getrost verzichtenkönnen. Außerdem trifft die Nr. 521 keinerlei Unterscheidunghinsichtlich der Größe bzw. Ausdehnung einer Prothese. ImGegensatz zu den Bema-Bestimmungen würden somit sämtlicheModellgussprothesen – wenn man von unterschiedlichenSteigerungssätzen absieht – gleich hoch bewertet, obwohleine umfangreiche Prothese in der Regel doch einen wesentlichhöheren zahnärztlichen Aufwand erfordert. Nur durch diezusätzliche Berechnung der Nr. 507 – je Sattel (!)– ist es möglich, für ausgedehnte Prothesen auch einhöheres Honorar zu erzielen.

Ähnlich äußert sich dasLandgericht Duisburg im Urteil vom 9. Juni 1995 (Az: 4 S 468/92), indem es heißt: „Aus dem Wortlaut der Verordnung ergibtsich, dass die Ziffer 507 GOZ auch auf Prothesen anwendbar ist. Es istberechtigt, die Ziffer 507 GOZ neben der Ziffer 521 und auch Ziffer 520abzurechnen. Größe, Ausdehnung und Zahl der zu ersetzendenZahnbereiche werden durch die Ziffer 520 GOZ nicht berücksichtigt.Den individuellen Gegebenheiten nach der Art und dem Umfang der zuersetzenden Zähne kann nur die Ziffer 507 GOZ Rechnung tragen. EinVergleich der Rechnungslegung für die Eingliederung einesgleichartigen Zahnersatzes nach den Richtlinien der gesetzlichenKrankenkassen zeigt, dass das zahnärztliche Honorar beiAußerachtlassung von Nr. 507 GOZ mehr als 50 Prozent unter demHonorar für einen Kassenpatienten liegen würde.“

Quelle: Privatliquidation aktuell - Ausgabe 07/2000, Seite 9

Quelle: Ausgabe 07 / 2000 | Seite 9 | ID 104585