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·Fachbeitrag ·Leserforum

Privatliquidation: Sie fragen - wir antworten!

| In diesem Beitrag beantwortet die PA-Redaktion wie gewohnt Leserfragen zur Abrechnung ihrer Leistungen, die von allgemeinem Interesse sind. In diesem Beitrag werden folgende Fragen beantwortet: +++ Wurzelbehandlung: Radix-Anker eingesetzt, Kronenöffnung mit Kunststofffüllung verschlossen - Abrechnung? +++ Freiendbrücke: Welche Ziffern für die Pfeilerkronen? +++ Kann ich die Behandlung am ersten Tag trotz kurzfristig folgender Trep regulär abrechnen? +++ Verschluss des Schraubenkanals bei einer älteren Implantatkrone: Abrechnung? +++ Wann darf nach der PZR wieder Zahnstein entfernt werden? |

Wurzelbehandlung: Radix-Anker eingesetzt, Kronenöffnung mit Kunststofffüllung verschlossen - Abrechnung?

FRAGE: „Bei einem Privatpatienten wurde an einem bereits überkronten Zahn eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Danach wurde ein Radix-Anker eingesetzt und die Kronenöffnung mit einer Kunststofffüllung in Adhäsivtechnik verschlossen (in einer Sitzung). Darf ich die GOZ-Nr. 2195 für den Stift ansetzen und welche Gebührennummer kommt für die Füllung in Frage?“

 

ANTWORT: In diesem Fall dient der Stift nicht der Vorbereitung für eine Krone und kann daher auch nicht mit der Nr. 2195 berechnet werden. Der GOZ-Kommentar der BZÄK sagt hierzu: „Die definitive Versorgung eines Zahnes mit einer plastischen Füllung nach den Nummern 2050 ff. in Kombination mit einem Stiftaufbau ist nicht beschrieben und muss daher analog berechnet werden.“ Das bedeutet, dass das Einsetzen des Stifts und die anschließende Füllung als Gesamtleistung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden soll.

Freiendbrücke: Welche Ziffern für die Pfeilerkronen?

FRAGE: „Ein Privatpatient soll eine Freiendbrücke von 43-45 erhalten. Es fehlen alle 8er und Zahn 45. Auf Zahn 43 und 44 kommen die Kronen. Welche Gebührennummern setze ich für die Pfeilerkronen an? Für mich wäre 43 die GOZ-Nr. 2210 und für 44 die GOZ-Nr. 5010.“

 

ANTWORT: Das sehen Sie genau richtig. Der direkte Pfeilerzahn 44, der an die Spanne angrenzt, wird nach der Nr. 5010 berechnet. Der überkronte Zahn 43 ist abrechnungstechnisch gesehen als Einzelkrone anzusehen, da diese auch allein stehen könnte. Daher wird die Krone auf Zahn 43 nach der Nr. 2210 berechnet. Der GOZ-Kommentar der BZÄK sagt hierzu: Kronen neben Brücken oder Brückenankern werden nach den Nrn. 2200, 2210 oder 2220 berechnet, soweit sie nicht unmittelbar mit Brückengliedern verbunden sind. Eine Krone, die im Brückenverband mit einem Brückenanker verblockt ist, wird nach den Nrn. 2200 ff. berechnet.

Kann ich die Behandlung am ersten Tag trotz kurzfristig folgender Trep regulär abrechnen?

FRAGE: „Eine Patientin kam mit Beschwerden. Nach positiver Vipr, CP und anschließender Füllung erschien der Patient zwei Tage später wieder mit Schmerzen am gleichen Zahn. Vipr war diesmal fraglich, der Zahn wurde trepaniert und eine Wurzelbehandlung eingeleitet. Wie kann ich die Behandlung an Tag 1 abrechnen? Geht das regulär trotz kurzfristig folgender Trep?“

 

ANTWORT: Sie dürfen auch die Leistungen der ersten Sitzung regulär in Rechnung stellen. Der Anspruch des Zahnarztes auf Zahlung der Rechnung ergibt sich aus dem mit Ihnen geschlossenen Behandlungsvertrag nach § 630a Abs. 1 BGB. Nach § 630a Abs. 2 BGB verpflichtet sich der Zahnarzt, den Patienten unter Berücksichtigung des anerkannten Standards der medizinischen Wissenschaft und Technik zu behandeln, ohne jedoch ein Erfolgsversprechen für das Ergebnis seiner Behandlung abzugeben. Dies gilt u. a. auch für die zahnärztlich-prothetische Behandlung. Dies bedeutet, dass dem Zahnarzt ein Anspruch auf Leistung des vereinbarten Honorars unabhängig vom Erfolg der Behandlung zusteht, wenn die Leistungen fachgerecht erbracht wurden.

Verschluss des Schraubenkanals bei einer älteren Implantatkrone: Abrechnung?

FRAGE: „Was können wir für das Verschließen eines Abutments bzw. dem Verschluss des Schraubenkanals bei einer älteren Implantatkrone berechnen? Uns wurde zum einen zur Analogabrechnung und zum anderen zur BEB-Abrechnung geraten. Was sagen Sie dazu?“

 

ANTWORT: Bei einer neu angefertigten Implantatkrone wäre der Verschluss des Schraubenkanals nicht gesondert berechnungsfähig, sondern Leistungsbestandteil der GOZ-Nr. 2200. Dies kann jedoch nicht für ältere Kronen gelten, die möglicherweise sogar in einer anderen Praxis hergestellt wurden. Außerdem sind Leistungen, die direkt im Mund des Patienten erbracht werden, als zahnärztliche Leistungen anzusehen und demnach nach GOZ zu berechnen.

 

Um zahntechnische Leistungen handelt es sich immer, wenn zahntechnische Werkstücke hergestellt oder bearbeitet werden - und zwar unabhängig von Zeit und Ort oder der Anwesenheit des Patienten oder des Zahnarztes. Die Leistung kann also von einem Zahntechniker, dem Zahnarzt oder anderem Personal durchgeführt werden. Das Verschließen des Schraubenkanals wird jedoch in jedem Fall vom Zahnarzt im Mund des Patienten durchgeführt. Eine Berechnungsmöglichkeit nach der BEB als zahntechnische Leistung besteht daher nicht. Da die GOZ jedoch keine entsprechende Leistung enthält, darf und muss diese Leistung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog abgerechnet werden. Möglicherweise kommen die GOZ-Nrn. 2050 ff. bzw. 2060 ff. als gleichwertige Leistungen in Frage, wobei dies lediglich ein Anhaltspunkt sein soll. Bewertet werden kann das lediglich von der Praxis selbst.

Wann darf nach der PZR wieder Zahnstein entfernt werden?

FRAGE: „Nach wie viel Tagen einer PZR darf wieder Zahnstein entfernt werden, wenn die Notwendigkeit besteht? Es geht nur um Privatpatienten.“

 

ANTWORT: Die GOZ enthält keine Bestimmungen zur zeitlichen Beschränkung für eine Zahnsteinentfernung nach erfolgter PZR. Eine solche Berechnungseinschränkung liegt lediglich für die erneute Zahnsteinentfernung nach den GOZ-Nrn. 4050/4055 vor. Hier ist die Häufigkeit der Leistungserbringung auf innerhalb von 30 Tagen beschränkt. Für die Berechnung der GOZ-Nrn. 4050/4055 nach erfolgter PZR nach der GOZ-Nr. 1040 gilt diese Einschränkung nicht.

Quelle: Ausgabe 12 / 2016 | Seite 17 | ID 44378977