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01.12.2007 | Laborabrechnung

Abrechnung zahntechnischer Leistungen bei Versorgung mit einer Teleskopprothese

Prothetische Versorgungen mit Teleskopprothesen werden sehr häufig erbracht. Da diese Versorgung bei gesetzlich versicherten Patienten oft eine gleich- oder auch eine andersartige Versorgung darstellt und zahntechnische Leistungen in diesen Fällen ebenfalls nach der BEB berechnet werden können, wird hierbei viel Honorar verschenkt. Um dies zu vermeiden, schlüsseln wir für Sie in einem Fallbeispiel einmal die zahntechnische Abrechnung für eine Versorgung mit Teleskopkronen auf. Folgender Befund liegt dabei zugrunde:  

 

UK 

48 

47 

46 

45 

44 

43 

42 

41 

31 

32 

33 

34 

35 

36 

37 

38 

B 

 

 

 

 

TP 

E  

TV 

TV 

TV 

TV 

Übersicht über die zahntechnischen Leistungen

Die nachfolgende Tabelle fasst die hierfür anfallenden zahntechnischen Leistungen zunächst übersichtlich zusammen. Dabei sind die aufgeführten Leistungen keinesfalls abschließend. Durch verschiedene individuelle Möglichkeiten zur Herstellung zahntechnischer Werkstücke können die anfallenden Leistungen in unterschiedlicher Weise variieren. 

 

Übersicht BEB-Leistungen 

BEB-Nr. 

Leistungsbeschreibung 

 

BEB-Nr. 

Leistungsbeschreibung 

2 x 0002 

Modell aus Superhartgips 

 

4 x 1401 

Provisorische Krone 

1 x 0005 

Modell für Modellguss 

 

4 x 2601 

Teil-Verblendung aus Kunststoff 

1 x 0007 

Kontrollmodell 

 

4 x 3001 

Teleskopkrone primär  

1 x 0019 

Frässockel 

 

4 x 3101 

Umlaufende Fräsung 

1 x 0021 

Modell für Sägesegmente 

 

4 x 3202 

Teleskopkrone sekundär, für Kunststoffver- 

8 x 0103 

Modellsegment sägen 

 

 

blendung 

4 x 0105 

Stumpf aus Kunststoff 

 

4 x 3302 

Individuelles Sekundärteil in/an Metallbasis 

11 x 0212 

Dowel Pin setzen 

 

1 x 4004 

Metallbasis Unterkiefer, partiell 

8 x 0213 

Ausblocken eines Stumpfes 

 

4 x 5102 

Lötfreie Verbindung, Sekundärteil 

8 x 0216 

Stumpf vorbereiten 

 

4 x 5307 

Metallfläche konditionieren 

2 x 0253 

Split Cast Sockel an Modell 

 

3 x 5308 

Modellgussteil konditionieren 

2 x 0402 

Mittelwertartikulator I 

 

1 x 6001 

Aufstellung Grundeinheit 

1 x 1003 

Basis aus Kunststoff 

 

10 x 6003 

Aufstellung je Zahneinheit auf Metallbasis 

1 x 1111 

Bisswall 

 

1 x 6311 

Fertigstellung Grundeinheit auf Metallbasis 

1 x 1005 

Funktionslöffel aus Kunststoff 

 

10 x 6312 

Fertigstellen je Zahneinheit auf Metallbasis 

Erläuterungen zu den zahntechnischen Leistungen

BEB-Nr. 0002: Modell aus Superhartgips

Die BEB-Nr. 0002 kann als Gegenkiefermodell abgerechnet werden. Das Bearbeiten und Trimmen ist bereits in der Leistung enthalten. In unserem Beispiel fällt das Modell aus Superhartgips zweimal an: als Gegenkiefermodell einerseits und für die Herstellung des Funktionslöffels (BEB-Nr. 1005) sowie für die Herstellung der Basis aus Kunststoff (BEB-Nr. 1003) mit Bisswall (BEB-Nr. 1111) andererseits. 

 

BEB-Nr. 0005: Modell für Modellguss

Diese Leistung ist für das Modell abrechenbar, auf dem die Metallbasis hergestellt (modelliert) wird. 

 

BEB-Nr. 0007: Kontrollmodell

Das Kontrollmodell kann auch ein Teilmodell sein, das als qualitätsoptimierende Maßnahme zur Dokumentation von Präparationsunklarheiten zusätzlich angefertigt werden kann. 

 

BEB-Nr. 0019: Frässockel

Der Frässockel fällt in der Regel einmal je Kiefer an und beinhaltet die Umsetzung der Fräsobjekte (in unserem Beispiel die Teleskopkronen). Er wird in ein spezielles Fräsgerät eingebracht und dient zur Herstellung der Passungen (Fräsungen) von Verbindungsvorrichtungen (in unserem Fall zur Friktionsfräsung der Teleskopkronen). 

 

BEB-Nr. 0021: Modell für Sägesegmente

Diese Leistung ist einmal je Kiefer abrechenbar und bezieht sich hier auf das Arbeitsmodell zur Stumpfherstellung. 

 

BEB-Nr. 0103: Modellsegment sägen

Aus der Stumpfabformung wird in der Regel ein Modell für Sägesegmente (BEB-Nr. 0021) gefertigt, aus dem dann die einzelnen Segmente bzw. Stümpfe zur weiteren Bearbeitung herausgesägt werden. Somit ist die Leistung je herausgesägtem Segment abzurechnen.  

 

BEB-Nr. 0105: Stumpf aus Kunststoff

Aus dem Modell nach dem Abdruck mit den Primärteleskopen wird in der Regel ein Einzelstumpfmodell (oder auch Kontrollmodell) angefertigt. Die einzelnen Stümpfe können dann aus Kunststoff gefertigt werden. Nachdem diese in den Frässockel gesetzt und die Fräsungen vorgenommen wurden, werden die Stümpfe wieder in das Gesamtmodell (BEB-Nr. 0021) reponiert. 

 

BEB-Nr. 0212: Dowel Pin setzen

Durch die vor dem Ausgießen in den Abdruck gesetzten Dowel-Pins (Metallstifte) können die einzelnen Stümpfe und Modellsegmente aus dem Gesamtmodell herausgenommen und reponiert werden. Die BEB-Nr. 0212 ist je gesetztem Dowel-Pin abrechenbar.  

 

BEB-Nr. 0213: Ausblocken eines Stumpfes

Zur Beseitigung unter sich gehender Stellen am Modell können die Stümpfe ausgeblockt werden. Die Abrechnung erfolgt einmal je ausgeblocktem Stumpf. 

 

BEB-Nr. 0216: Stumpf vorbereiten

Müssen an den Stümpfen des Modells weitere Vorbereitungen zur Weiterverarbeitung – wie etwa das Freilegen der Präparationsgrenze – erbracht werden, sind diese Leistungen Inhalt der BEB-Nr. 0216 und einmal je vorbereitetem Stumpf abrechenbar. 

 

BEB-Nr. 0253: Split-Cast-Sockel an Modell

Durch den Split-Cast-Sockel wird der geteilte Modellsockel zum Beispiel mittels Magneten fixiert. Die Leistung fällt bei den meisten Stumpfmodellen mit geteilten Modellsockeln an und ist daher je erbrachtem Split-Cast abrechenbar. 

 

BEB-Nr. 0402: Modellmontage in Mittelwertartikulator II

Das Montieren eines Modellpaares, also OK und UK in einem Arbeitsgang, wird je einmal Montage abgerechnet. Bei erneutem Abdruck oder erneuter Bissnahme fällt die Leistung in der Regel immer erneut an. 

 

BEB-Nr. 1003: Basis aus Kunststoff

BEB-Nr. 1111: Bisswall aus Wachs, auf Basis

Die Basis aus Kunststoff dient als Träger der Bissregistrierhilfe (in unserem Beispiel ist dies der Bisswall). Der Bisswall wird auf die Basis aufgebracht. Beide Leistungen sind einmal je Basis abrechenbar, der Bisswall ggf. erneut, wenn ein neuer Bisswall auf die noch vorhandene Basis für eine weitere Bissregistrierung aufgebracht wird. 

 

BEB-Nr. 1005: Funktionslöffel aus Kunststoff

Der Funktionslöffel wird für die Abformung von Muskel- und Schleimhautbewegungen benötigt. Die Abrechnung erfolgt einmal je angefertigtem Funktionslöffel. 

 

BEB-Nr. 1404: Provisorische Krone

Diese Leistung vergütet die Herstellung des Provisoriums. Da es sich bei der Herstellung von provisorischen Kronen um die Herstellung zahntechnischer Werkstücke handelt, ist diese Leistung immer und einmal je provisorischer Krone abrechenbar, unabhängig davon, wer das Provisorium letztendlich erstellt hat. 

 

BEB-Nr. 2601: Teil-Verblendung aus Kunststoff (Composite)

BEB-Nr. 5307: Metallfläche konditionieren

Die Leistung Nr. 2601 ist für eine Verblendung in Mehrfarbenschichttechnik einmal je Verblendung abzurechnen. Da in der Regel nicht mehr Kunststoffverblendungen sondern Composite verwendet werden, sollte die Leistung entsprechend dem verwendeten Material umbenannt werden. Das notwendige Silanisieren der Metallfläche für den Metall-Kunststoff-Verbund wird zusätzlich einmal je Zahneinheit mit der BEB-Nr. 5307 berechnet. 

 

BEB-Nr. 3001: Teleskopkrone, primär

Anders als bei der Abrechnung von Vertragsleistungen bei gesetzlich versicherten Patienten wird hier die Herstellung von Teleskopkronen bei der Abrechnung in Primär- und Sekundärteile aufgeteilt. Die Berechnung erfolgt somit je angefertigter Primärteleskopkrone. 

 

BEB-Nr. 3101: Umlaufende Fräsung

Für die Fräsung der Primärteleskopkrone im Frässockel wird die BEB-Nr. 3101 einmal je Einheit berechnet.  

 

BEB-Nr. 3202: Teleskopkrone sekundär für Kunststoffverblendung

Bei Sekundärteleskopkronen wird die Abrechnung in der BEB noch durch die Verblendungsart unterschieden. Weitere Möglichkeiten zur Abrechnung bieten die BEB-Nr. 3201 (Teleskopkrone sekundär, ohne nachfolgende Verblendung) und die BEB-Nr. 3203 (Teleskopkrone sekundär, für Keramikverblendung). Da es sich (wie bei der BEB-Nr. 2601 bereits erwähnt) in der Regel um Compositeverblendungen handelt, sollte auch die BEB-Nr. 3202 entsprechend umbenannt werden. 

 

BEB-Nr. 3302: Individuelles Sekundärteil in/an Metallbasis

Das Anbringen der Sekundärteleskopkronen an die Metallbasis ist Leistungsinhalt der BEB-Nr. 3302. Da auch Teleskopkronen individuelle Teile darstellen, ist die Leistung einmal je angebrachtem Sekundärteleskop abrechenbar. 

 

BEB-Nr. 4004: Metallbasis Unterkiefer, partiell

BEB-Nr. 5308: Modellgussteil konditionieren

Für die Herstellung der Metallbasis wird in der BEB zwischen Ober- und Unterkiefermetallbasis einerseits und partieller oder totaler Metallbasis andererseits unterschieden. Die Leistung ist einmal je Metallbasis abzurechnen – zuzüglich der BEB-Nr. 5308, einmal je Sattel. Bei Totalprothesen ist die Abrechnung des Konditionierens höchstens dreimal möglich. 

 

BEB-Nr. 5102: Lötfreie Verbindung, Sekundärteil 

Die Sekundärteleskopkronen können durch unterschiedliche Weise mit der Metallbasis verbunden werden. Werden diese gelötet, ist dafür in der Regel die BEB-Nr. 5003 (Lötung 3: mit Vorlötung bei unterschiedlichen Legierungen) abzurechnen. Die Lötfreie Verbindung beinhaltet die Klebetechnik und die Einstückpräzisionstechnik, abzurechnen einmal je Verbindung. 

 

BEB-Nr. 6001: Aufstellung Grundeinheit

BEB-Nr. 6003: Aufstellung je Zahneinheit auf Metallbasis

Die auf einem Modell hergestellte Basis aus Wachs oder die Vorbereitung der Retentionssättel der Metallbasis ist Leistungsinhalt der BEB-Nr. 6001. Die Abrechnung erfolgt einmal je Kiefer. Anschließend erfolgt die Aufstellung der Konfektionszähne (BEB-Nr. 6003), die einmal je Zahneinheit abrechenbar ist. Die Materialkosten für die verwendeten Konfektionszähne müssen zusätzlich in Ansatz gebracht werden. 

 

 

Für die Aufstellung der Zähne auf eine Kunststoffbasis würde die BEB-Nr. 6002 (Aufstellen je Zahneinheit auf Wachs oder Kunststoffbasis) zum Ansatz kommen. Bei der Versorgung mit Ober- und Unterkiefertotalprothesen ist die BEB-Nr. 6004 (Aufstellen je Zahneinheit bei Totalprothesen OK und UK) abrechenbar, die in der Regel auch einen höheren Zeitaufwand erfordert. 

 

BEB-Nr. 6311: Fertigstellung Grundeinheit auf Metallbasis

BEB-Nr. 6312: Fertigstellen je Zahneinheit auf Metallbasis

Die aufgestellte Grundeinheit und die aufgestellten Zähne werden anschließend – in der Regel mittels Polymerisieren – fertig gestellt. Für die Fertigstellung der Grundeinheit ist die BEB-Nr. 6311 abrechenbar, für jede Zahneinheit die BEB-Nr. 6312, entsprechend der Anzahl der BEB-Nr. 6003. 

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2007 | Seite 14 | ID 116100