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·Fachbeitrag ·Kostenerstattung

Katalog der Analogleistungen aktualisiert: Das Wichtigste im Überblick

von Christine Baumeister-Henning, Haltern am See, www.ch-baumeister.de

| Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat ein aktualisiertes Verzeichnis der gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnenden Leistungen veröffentlicht. Die wichtigsten Änderungen werden in diesem Beitrag vorgestellt. Die aktuelle Analogliste kann auf der Website (pa.iww.de) im Download-Bereich unter „Praxishilfen“ aufgerufen werden. |

Die neuen Analogleistungen

Die Analogliste der BZÄK wurde um die folgenden Leistungen erweitert: kanalverankerter Kronenaufbau; mehrschichtiger Aufbau verloren gegangener Zahnhartsubstanz mit Kompositmaterial in Adhäsivtechnik einschließlich Lichthärtung als Vorbereitung zur Aufnahme einer Krone; Entfernung nekrotischen Pulpengewebes; instrumentelle Entfernung eines intraimplantär frakturierten Aufbauelements; virtuelle Implantation mittels DVT.

 

Kanalverankerter Kronenaufbau

Die GOZ enthält ähnlich wirkende Leistungen, die jedoch in ihrer Gesamtheit nicht dem kanalverankerten Kronenkernaufbau entsprechen. Die GOZ-Nrn. 2180 und 2195 beschreiben die Leistung „Vorbereitung eines zerstörten Zahneszur Aufnahme einer Krone …“ - bei der GOZ-Nr. 2180 durch eine Aufbaufüllung, bei der GOZ-Nr. 2195 durch einen Stift- oder Schraubenaufbau. Entscheidend für die Analogie ist, dass diese Leistungen nur der Vorbereitung eines Zahns dienen. Wenn jedoch die Krone durch Kompositmaterialien rekonstruiert und mit einem Stift im Wurzelkanal verankert wird, ist dies eine Maßnahme, die in der GOZ nicht beschrieben und deshalb analog berechnet werden kann.

 

Mehrschichtiger Aufbau verloren gegangener Zahnhartsubstanz

Die GOZ-Nr. 2180 beschreibt die Vorbereitung eines zerstörten Zahns zur Aufnahme einer Krone durch eine Aufbaufüllung. Sie ist sowohl hinsichtlich der Leistungsbeschreibung als auch der gebührenmäßigen Bewertung identisch mit der Nr. 218 GOZ von 1988. Damit wird mit der Leistung nach Nr. 2180 eine Aufbaufüllung aus Phosphat- oder Glasionomerzement beschrieben - also ein Aufbau, der während der plastischen Phase des Materials in einem Zug in den zu versorgenden und mit mechanischen Unterschnitten versehenen Zahnhartsubstanzdefekt eingebracht wird.

 

Die besondere Präparationsform ist erforderlich, da die Haftung von Phosphat- oder Glasionomerzement an Dentin und Schmelz nicht immer ausreichend ist. Ist eine Unterschnittpräparation nicht oder in nicht ausreichendem Maß möglich, erfolgt durch die Adhäsivtechnik eine Verankerung des Aufbaumaterials. Der Mehraufwand durch Konditionieren, Primen und Bonden löst nach Auffassung der BZÄK neben der Nr. 2180 die Nr. 2197 aus. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Arbeitsschritt mit autopolymerisierendem Komposit. Wird jedoch ein mehrschichtiger Aufbau mit Kompositmaterial in Adhäsivtechnik einschließlich Lichthärtung erforderlich, entspricht diese Leistung fachlich nicht dem Leistungsinhalt der Nr. 2180, auch nicht bei zusätzlicher Berechnung der Nr. 2197. Hinzu kommt, dass selbst bei Berechnung der Nrn. 2180 und 2197 zum jeweils 3,5-fachen Steigerungssatz (29,53 + 25,59 Euro) die Vergütung einer einflächigen Kompositrestauration nach der Nr. 2060 zum 2,3-fachen Steigerungssatz (68,17 Euro) in Adhäsivtechnik nicht erreicht wird.

 

Obwohl mit dem mehrschichtigen Aufbau verloren gegangener Zahnhartsubstanz mit Kompositmaterial in Adhäsivtechnik dasselbe Behandlungsziel angestrebt wird (nämlich die Vorbereitung eines zerstörten Zahns zur Aufnahme einer Krone), handelt es sich bei dieser Maßnahme um eine Leistung, die sich in ihrem Charakter derart vom Leistungsgeschehen der GOZ-Nrn. 2180/2197 unterscheidet, dass es sich um eine nicht beschriebene Leistung handelt. Daraus folgert die BZÄK, dass der mehrschichtige Aufbau verloren gegangener Zahnhartsubstanz mit Kompositmaterial in Adhäsivtechnik einschließlich Lichthärtung als Vorbereitung eines Zahns zur Aufnahme einer Krone in der Sitzung, in der der Zahn zur Aufnahme einer Krone präpariert wird, gemäß den Bestimmungen des § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnen ist. Das Urteil des Amtsgerichts Charlottenburg (Az. 205 C 13/12 vom 8. Mai 2014), das auf Grundlage des § 6 Abs. 1 der GOZ 2012 erging, bestätigt die Auffassung der BZÄK.

 

Entfernung nekrotischen Pulpengewebes

Die BZÄK, der PKV-Verband und die Beihilfestellen arbeiten gemeinsam daran, grundsätzliche Auslegungsfragen der GOZ möglichst einvernehmlich zu beantworten. Dadurch sollen Auslegungsstreitigkeiten oder Gerichtsverfahren vermieden werden. Zum Themenbereich „Wurzelkanalbehandlung“ wurde der folgende Beschluss gefasst: „Die Entfernung nekrotischen Pulpengewebes vor der Aufbereitung des Wurzelkanals stellt eine selbstständige Leistung dar und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband hält als Analoggebühr die GOZ-Nr. 2360 (Vitalexstirpation) für angemessen.“

 

Instrumentelle Entfernung des intraimplantär frakturierten Aufbauelements

Die GOZ beschreibt im Teil K. Implantologische Leistungen lediglich die Entfernung unter der Schleimhaut liegender Materialien (Nr. 9160) oder die Entfernung im Knochen liegender Materialien durch Osteotomie (Nr. 9170). Die Entfernung von im Implantat frakturierten Aufbauten ist dagegen mit keiner Gebühr der GOZ ansatzweise beschrieben und deshalb analog berechenbar.

 

Virtuelle Implantation mittels DVT

Mit der computersimulierten und somit computergestützten Implantation plant der Operateur am PC im DVT-Datensatz mithilfe virtueller Implantatkörper die spätere Position der Implantate. Nach Anfertigung einer dentalen Volumentomografie (DVT) kann der Datensatz im Computer begutachtet und virtuell schon mit Implantaten der gewünschten Länge und Durchmesser bestückt werden. Dieses Vorgehen bietet dem Operateur die Möglichkeit, Defekte des Knochens oder zu schmale Bereiche des Kiefers im Voraus zu erkennen und bei der Implantatsetzung entsprechend zu berücksichtigen. Auch dieses Verfahren ist in der GOZ nicht enthalten.

Quelle: Ausgabe 04 / 2015 | Seite 3 | ID 43247221