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GOZ-Beschlusskatalog, Teil 15
Die Beschlüsse der Bundeszahnärztekammer zur Abrechnung von GOÄ/GOZ-Leistungen
Auch zu Leistungen aus der GOÄ, die für Zahnärzte von besonderer Bedeutung sind, hat die Bundeszahnärztekammer Stellungnahmen veröffentlicht, mit denen wir uns in dieser und den folgenden Ausgaben von "Privatliquidation aktuell" befassen. Noch einmal sei betont, dass sämtliche Beschlüsse keinesfalls nur unverbindliche Empfehlungen darstellen, sondern bis zu einem gewissen Grad verpflichtenden Charakter haben, sodass jeder Zahnarzt gut beraten ist, sie bei der Liquidierung erbrachter Leistungen zu berücksichtigen.
Schriftlicher Bericht
Ä 75(Ausführlicher schriftlicher Krankheits- und Befundbericht)
Ä 80(Schriftliche gutachterliche Äußerung)
  • Die Berechnung der Gebühren-Nr. 75 oder 80 GOÄ ist für die Erläuterung einer Rechnung nicht möglich. Auch die auf Verlangen des Zahlungspflichtigen nach § 10 Abs. 3 GOZ näher zu erläuternde Begründung ist nicht nach den Gebühren-Nrn. 75 bzw. 80 GOÄ berechnungsfähig.
  • Das Verlangen einer Kosten erstattenden Stelle, die gesamte Rechnung oder Teile in Frage zu stellen und durch den Zahnarzt erläutern zu lassen, kann nicht nach den Gebührenordnungen GOZ/GOÄ, sondern muss nach den Bestimmungen des BGB in Rechnung gestellt werden. Die Kosten erstattende Stelle sollte über die entstehenden Kosten vorab informiert werden.
    Kommentar: Der vollständige Leistungstext der Nr. Ä 75 lautet: "Ausführlicher schriftlicher Krankheits- und Befundbericht einschließlich Angaben zur Anamnese, zu dem(n) Befund(en), zur epikritischen Bewertung und gegebenenfalls zur Therapie." Es handelt sich dabei also ebenso wie bei der Nr. Ä 80 um das Abfassen eines schriftlichen Befund-, Prognose- und Therapieberichts, wobei die unter der Nr. Ä 80 abzurechnende "gutachtliche Äußerung" normalerweise erheblich umfangreicher ist als der Bericht nach Nr. Ä 75.
    Die Bundeszahnärztekammer stellt mit ihrer Stellungnahme ausdrücklich fest, dass weder die ausführliche Erklärung von Rechnungspositionen und speziell einer Begründung für das Überschreiten des Schwellenwertes gegenüber dem Patienten, wie sie ^in § 10 Abs. 3 explizit vorgesehen ist ("Auf Verlangen ist die Begründung näher zu erläutern"), noch eine ausführliche Kommentierung gegenüber dem privaten Kostenerstatter den Leistungsinhalt einer der beiden Gebührenziffern erfüllt. Falls hierzu Erläuterungen gegenüber dem Patienten erfoderlich werden, so sind diese gebührenfrei zu erbringen.
    Im Fall der Stellungnahme gegenüber dem Kostenerstatter (private Krankenversicherung oder Beihilfestelle) kommt gegebenenfalls eine Berechnung gemäß § 612 BGB - "Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist." - in Betracht (siehe dazu auch das Musterschreiben auf den Seiten 8 bis 9 dieser Ausgabe).
    Dabei empfiehlt es sich unbedingt, die Zustimmung zur Zahlung eines derartigen Honorars vom Kostenerstatter vor Abgabe der Erläuterung einzuholen. Die Behauptung vieler Kostenerstatter, der Zahnarzt müsse von ihnen angeforderte Berichte gleichsam als Nebenpflicht aus dem Behandlungsvertrag kostenfrei erstellen, trifft keinesfalls zu.
    Überdies ist die Schweigepflicht zu beachten - mit der Konsequenz, dass solche Berichte und Stellungnahmen prinzipiell nur dann abgegeben werden sollten, wenn eine schriftliche Entbindung von der Schweigepflicht seitens des Patienten vorliegt.
    Erstversorgung einer Wunde
    Ä 2002(Versorgung einer kleinen Wunde einschließlich Umschneidung und Naht)
    Ä 2003(Erstversorgung einer großen und/oder stark verunreinigten Wunde)
    Ä2004(Versorgung einer großen Wunde einschließlich Naht)
    Ä 2005(Versorgung einer großen und/oder stark verunreinigten Wunde einschließlich Umschneidung und Naht)
    Die primäre Wundversorgung ist integraler Bestandteil der operativen Leistung und kann daher nicht zusätzlich über die Gebühren-Nrn. 2002 bis 2005 GOÄ berechnet werden.
    Kommentar: Satz 1 der allgemeinen Bestimmungen zu den chirurgischen GOZ-Leistungen lautet: "Die primäre Wundversorgung ist Bestandteil der Leistungen nach Abschnitt D und nicht gesondert berechnungsfähig."
    Das bedeutet, dass die Versorgung einer Wunde im Anschluss an einen chirurgischen Eingriff integraler Bestandteil dieses Eingriffs und daher mit der zu Grunde liegenden Gebühr abgegolten ist. Ausnahmen stellen allenfalls die Stillung einer übermäßigen Blutung oder die Alveolotomie dar.
    Keinesfalls ist es möglich, die zitierte Bestimmung dadurch zu umgehen, dass man für die primäre Wundversorgung eine der Gebührennummern Ä 2002 bis Ä 2005 berechnet. Diese sind einzig und allein für die Versorgung einer verletzungsbedingten Wunde ohne Zusammenhang mit einer vorausgegangenen Operation ansatzfähig.
    Kontrolle, Versorgung, Nachbehandlung und Revision einer Wunde
    Ä 2006(Behandlung einer nicht primär heilenden oder eiternden Wunde)
    Ä 207(Entfernung von Fäden oder Klammern)
    GOZ-Nr. 329 (Kontrolle nach chirurgischem Eingriff, als selbstständige Leistung)
    GOZ-Nr. 330(Nachbehandlung nach chirurgischem Eingriff, als selbstständige Leistung)
    GOZ-Nr. 331(Chirurgische Wundrevision, als selbstständige Leistung)
  • Die Gebühren-Nrn. 329/ 330/ 331 GOZ sind nur als selbstständige Leistungen und nicht nebeneinander für das gleiche Operationsgebiet berechnungsfähig. Sie sind als selbstständige Leistung in verschiedenen Operationsgebieten auch nebeneinander berechenbar. Das Entfernen von Fäden ist Bestandteil der Leistung nach Gebühren-Nr. 330 GOZ.
  • Auch das alleinige Entfernen von Fäden löst nur die Gebühren-Nr. 2007 GOÄ aus (ohne die Gebühren-Nr. 330).
  • Die Gebühren-Nr. 2006 GOÄ kann neben der Nr. 2007 GOÄ berechnet werden, da hier der Zusatz "als selbstständige Leistung" fehlt.
    Kommentar: Von den drei Nachkontroll- bzw. -behandlungspositionen der GOZ kann pro Wundgebiet in einer Sitzung nur eine einzige berechnet werden, das heißt, es ist unzulässig, die Nr. 329 für die Wundkontrolle neben einer der beiden Ziffern 330 oder 331 anzusetzen. Handelt es sich jedoch um unterschiedliche Wunden (die durchaus in derselben Kieferhälfte oder im selben Frontzahnbereich liegen dürfen), so kann für jedes dieser Gebiete eine der drei Ziffern in Rechnung gestellt werden.
    Werden bei einer Nachbehandlungsmaßnahme nach Nr. 330 (Streifeneinlage, -wechsel oder -entfernung, Wundreinigung etc.) auch Nähte entfernt, so ist es laut Bundeszahnärztekammer nicht möglich, die Nrn. 330 und Ä 2007 nebeneinander zu berechnen. Vielmehr ist die Nahtentfernung Bestandteil der anderen Nachbehandlungsmaßnahmen und daher in deren Vergütung eingeschlossen. Werden an einer Wunde jedoch nur Nähte entfernt, ohne dass sonstige Nachbehandlungsmaßnahmen erbracht werden, berechnet man hierfür allein die - niedriger bewertete - Nr. Ä 2007.
    Tipp: Wenn Sie dem Patienten im Zuge der Nahtentfernung Ratschläge erteilt haben, ist es günstiger, hierfür die Nr. Ä 1 als alleinige Leistung in Rechnung zu stellen und statt dessen auf den Ansatz der Nr. Ä 2007 zu verzichten.
    Hat man es mit einer Wunde zu tun, die nicht primär heilt, Entzündungserscheinungen oder Eiterungen aufweist, so kann man für die damit zusammenhängenden Behandlungsmaßnahmen die Nr. Ä 2006 heranziehen. Dies ist auch neben der Berechnung der Nr. Ä 2007 für die Nahtentfernung möglich, da die Nr. Ä 2006 in ihrem Leistungstext keine einschränkende Bestimmung enthält, wonach sie nur als selbstständige Leistung ansatzfähig wäre.
    Quelle: Privatliquidation aktuell - Ausgabe 10/2004, Seite 11
    Quelle: Ausgabe 10 / 2004 | Seite 11 | ID 104983