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01.06.2007 | Gewährleistung

Leistung vom Zahntechniker ist fehlerhaft – was können wir tun?

Frage: Nach einer ZE-Versorgung im Oberkiefer musste nach einigen Monaten die Brücke neu hergestellt werden, da die Keramik abgeplatzt war. Nach zwei Tagen Tragedauer platzte die Keramik zum zweiten Mal ab. Zudem saß das Goldgerüst nicht so wie es sollte. Wie oft bzw. wie lange darf/muss der Zahntechniker bei einer fehlerhaften Arbeit nachbessern? Können die Laborkosten vom Patienten bzw. vom Zahnarzt im Falle einer Neuanfertigung bei einem anderen Techniker zurückgefordert werden?“ 

 

Dazu die Antwort von Rechtsanwalt Emil Brodski, München:

 

Für mangelhafte zahntechnische Leistungen haftet der Zahntechniker dem Zahnarzt nach den Regeln des Werkvertragsrechts. Ist eine Arbeit des Zahntechnikers tatsächlich fehlerhaft bzw. unzureichend, kann vom Zahntechniker unter Setzung einer angemessenen Nachfrist verlangt werden, dass er die mangelhafte Laborleistung „nacherfüllt“, also ordnungsgemäß erbringt. Grundsätzlich wird man dem Labor wohl eine einmalige Chance zur Nachbesserung einräumen müssen – es sei denn, dies wäre dem Zahnarzt unzumutbar. Gründe hierfür dürften eher die Ausnahme sein. 

 

Gelingt es dem Zahntechniker innerhalb der ihm gesetzten Frist nicht, den Mangel zu beseitigen, so kann der Zahnarzt vom Vertrag mit dem Labor zurücktreten oder den Mangel selbst beseitigen (lassen). In diesem Fall kann er von dem Labor, das fehlerhaft gearbeitet hat, den Ersatz der hierfür anfallenden Kosten bzw. Aufwendungen verlangen.  

 

Entscheidet sich der Zahnarzt nach fehlgeschlagener Nachbesserung für den Rücktritt vom Vertrag, kann er zudem etwaige an das Labor bereits geleistete Vergütungszahlungen zurückfordern. Entscheidet sich der Zahnarzt dafür, die mangelbehaftete Laborarbeit zu behalten, wäre auch an eine Minderung der Vergütung oder eine Rückforderung der Zuvielzahlung zu denken. Beachten Sie: Eine Rückforderung oder Minderung der Vergütung für den Zahntechniker kann ausgeschlossen sein, wenn der Mangel bereits bei der Eingliederung erkennbar war und diese trotzdem erfolgte. Nach Ansicht des OLG Frankfurt (Urteil vom 17. Februar 2005, Az: 26 U 56/04) hat der Zahnarzt nämlich die Arbeit des Zahntechnikers mit der Eingliederung „abgenommen“ (siehe hierzu „Privatliquidation aktuell“ Nr. 10/2005, S. 2), wodurch die Vergütung des Technikers fällig wird.  

 

Für mangelhafte zahntechnische Leistungen muss der Zahntechniker stets nur gegenüber dem Auftraggeber – also dem Zahnarzt – einstehen. Der Patient hingegen hat keinen direkten Anspruch gegen den Zahntechniker, er kann sich lediglich an den Zahnarzt halten.  

 

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2007 | Seite 17 | ID 109916