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07.10.2008 |Fallbeispiele

Außergewöhnliche chirurgische Eingriffe
– wann sind welche GOZ-Nummern korrekt?

Neben den häufigeren operativen Eingriffen gibt es in der Zahnarztpraxis noch eine Reihe außergewöhnlicher chirurgischer Leistungen. Dass deren Abrechnung bisweilen Schwierigkeiten bereitet, beweisen uns immer wiederkehrende Anfragen zu diesem Komplex. Daher gehen wir nachfolgend auf einige dieser Maßnahmen anhand konkreter Fallbeispiele – die zur Darstellung abrechnungstechnischer Unterschiede mitunter verkürzt bzw. vereinfacht sind – näher ein und erläutern die korrekte Abrechnung.  

 

Erster Fall

Zahn/Gebiet 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

regio 15, 25 

Infiltrationsanästhesie 

2 x 009 

Beidseits Entfernung eines lappigen Fibroms 

Naht 

– 

 

Korrekte Abrechnung: 2 x GOZ-Nr. 308 

 

Erläuterung: Die GOZ-Nr. 308 wird für die „Exzision einer Schleimhautwucherung größeren Umfangs“ berechnet. Sind mehrere ortsgetrennte Geschwülste vorhanden, so ist die Nr. 308 je separater Exzisionsstelle berechenbar. Dagegen berechtigt die Entfernung einer zusammenhängenden ausgedehnten Wucherung lediglich zur Anhebung des Steigerungsfaktors. 

 

Zweiter Fall

Zahn/Gebiet 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

16, 26  

Infiltrationsanästhesie jeweils buccal und palatinal 

4 x 009 

16 

Extraktion 

301 

Verschluss der eröffneten Kieferhöhle 

26 

Zahnentfernung mittels Osteotomie 

303 

Verschluss der eröffneten Kieferhöhle 

 

Korrekte Abrechnung: 16 und 26: jeweils 1 x GOZ-Nr. 309 

 

Erläuterung: Im Gegensatz zum Bema enthält die GOZ für den plastischen Verschluss einer eröffneten Kieferhöhle mit der Nr. 309 nur eine einzige Abrechnungsposition. Da die Maßnahme in Verbindung mit einer einen Extraktion jedoch einen wesentlich höheren Arbeits- und Zeitaufwand erfordert als im Anschluss an eine Aufklappung, ist auch hier – mit entsprechend stichhaltiger Begründung – der Ansatz eines höheren Multiplikators möglich. 

 

Dritter Fall

Zahn/Gebiet 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

12 

Rö-Aufnahme: Stiftaufbau, apikale Aufhellung 

Ä5000 

Infiltrationsanästhesie 

009 

Schröder´sche Lüftung 

 

Korrekte Abrechnung: 1 x GOZ-Nr. 310 

 

Erläuterung: Die Entlastung eines enossalen Abszesses durch Trepanation des Kieferknochens – auch „Schröder´sche Lüftung“ genannt – stellt eine relativ selten durchgeführte Schmerzbeseitigungsmaßnahme dar. Sie ist vor allem indiziert, wenn es darum geht, einen apikalen Prozess an einem Zahn zu eröffnen, dessen Wurzelkanal durch einen Metallstift blockiert ist. Abgerechnet wird der Eingriff – je Zahn – unter der GOZ-Nr. 310.  

 

Vierter Fall

Zahn/Gebiet 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

46 

Rö-Aufnahme: WF, Par. apic. an mesialer Wurzel 

Ä5000 

Leitungsanästhesie  

010 

Buccale Infiltrationsanästhesie  

009 

Entfernung der mesialen Zahnhälfte mittels Aufklappung 

 

Korrekte Abrechnung: 1 x GOZ-Nr. 313 

 

Erläuterung: Bei der Hemisektion, also der nur teilweisen Entfernung eines Zahnes, ist die Art des Vorgehens für die Abrechnung unerheblich. Deshalb würde die oben geschilderte Entfernung des mesialen Zahnanteils auch dann unter der GOZ-Nr. 313 abgerechnet, wenn dieser nach Durchtrennung der Krone ein mit der Zange extrahiert würde. Auch hier kann ein außergewöhnlich hoher Aufwand allenfalls über eine Faktorsteigerung geltend gemacht werden. 

 

Fünfter Fall

Zahn/Gebiet 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

35, 43 

Jeweils Infiltrationsanästhesie 

2 x 009 

Exzision störender Schleimhautbänder  

Naht  

– 

 

Korrekte Abrechnung: 2 x GOZ-Nr. 321 

 

Erläuterung: Die Beseitigung störender Schleimhautbänder – vorzugsweise als präprothetische Maßnahme – wird unter der GOZ-Nr. 321 abgerechnet, und zwar einmal je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich. Bei der gleichzeitigen Exzision mehrerer Bänder ist daher eine präzise Dokumentation der Lage unabdingbar.  

 

 

Sechster Fall

Zahn/Gebiet 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

34, 44 

Jeweils Leitungsanästhesie 

2 x 010 

Beidseits Entfernung eines Torus mandibulae  

Naht  

– 

 

Korrekte Abrechnung: 1 x GOZ-Nr. 323 

 

Erläuterung: Die GOZ-Nr. 323 wird für die „Knochenresektion am Alveolarfortsatz zur Formung des Prothesenlagers“ berechnet. Die Maßnahmen stehen dabei in keinem zeitlichen Zusammenhang mit vorausgegangenen Extraktionen, sondern dienen gewissermaßen der Umformung eines für die nachfolgende prothetische Versorgung ungünstigen knöchernen Kieferabschnitts.  

 

Siebter Fall

Zahn/Gebiet 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

33 – 43  

Beidseits Leitungsanästhesie 

2 x 010 

Extraktionen  

6 x 300 

Abtragung des interdentalen Knochenseptums bei 32, 42 

Naht 

– 

 

Korrekte Abrechnung: 1 x GOZ-Nr. 322 

 

Erläuterung: Im Gegensatz zur Nr. 323 hat die unter der Nr. 322 berechnete „Alveolotomie“ immer mit der Behandlung von Extraktionsfolgen zu tun. Sie ist nur ansatzfähig, wenn sie „in Verbindung mit Extraktionen von mehr als vier nebeneinanderstehenden Zähnen“ durchgeführt wird. Das besagt allerdings nicht, dass sämtliche beteiligten Alveolen reseziert werden müssen, denn auch die im Beispielsfall durchgeführte Alveolenkürzung bei nur zwei Zähnen erfolgt ja in Verbindung mit der Extraktion von mindestens fünf benachbarten Zähnen. 

 

Achter Fall

Zahn/Gebiet 

Behandlung 

GOZ/GOÄ 

11, 21 

Infiltrationsanästhesie (2 x labial, 1 x palatinal) 

3 x 009 

Verlegen des Lippenbändchens und Durchtrennung des knöchernen Septums wegen Diastema 


Naht  

– 

 

Korrekte Abrechnung: 1 x GOZ-Nr. 328 

 

Erläuterung: Die GOZ-Nr. 328 unterscheidet sich von der ähnlichen Nr. 321 im Grunde nur dadurch, dass ihre Indikation in der Behandlung eines Diastemas besteht und dass dabei unbedingt auch das knöcherne Septum zwischen den beteiligten Nachbarzähnen durchtrennt werden muss.  

Quelle: Ausgabe 10 / 2008 | Seite 8 | ID 122004