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·Fachbeitrag ·Abrechnungswissen

Die Abrechnung einer Abdrucknahme mit dem individuellen oder individualisierten Löffel

von Marion Stang, Gebührenreferentin, Health AG Hamburg

| Die Abdrucknahme mit dem individuellen oder individualisierten Löffel ist mittlerweile der „Goldstandard“ für fast alle zahnärztlichen Abformungen - unabhängig von der medizinischen Indikation oder jedweder Abrechnungsbestimmungen. Zu Abformlöffeln und deren Einsatz sowie den unterschiedlichen Berechnungsmöglichkeiten stellt dieser Beitrag die bestehenden feinen Unterschiede zwischen der GOZ und dem BEMA - insbesondere bei der Verwendung eines individualisierten oder eines individuellen Löffels - heraus. |

Abformungen: Was ist abrechenbar?

Von Ober- und Unterkiefer werden zahnärztliche Abdrücke mithilfe von Abformlöffeln genommen und bilden ein Negativ ab. Das Negativ dient als Form für ein aus Gips gegossenes Gegenstück als Positiv (Gipsmodell). Konfektionierte Abformlöffel werden im Handel nur in vier bis fünf Einheitsgrößen angeboten und bestehen meist aus Metall oder Kunststoff. Die Abformungen mit ihnen sind nicht abrechnungsfähig - sie werden in der Regel für Situationsmodelle, einfache anatomische Abformungen für Arbeits- oder Gegenkiefermodelle und als Sandwich- oder Korrekturabdrücke eingesetzt.

 

Im Gegensatz zu Planungsmodellen sind alle oben genannten Modelle zahnärztlich nicht berechenbar, sondern nur die hiermit verbundene zahntechnische Leistung. Dagegen werden Präzisionsabformungen mit einem individuellenoder individualisierten Löffel genommen, damit alle Feinheiten der Zahn-, Kiefer- und Schleimhautstrukturen originalgetreu dargestellt werden können.

Die vertragszahnärztliche Abrechnung

Der BEMA bestimmt mit der Nr. 98a eine Abformung mit individuellem oder individualisiertem Löffel. Hierbei wird zwischen der Herstellung der Abdrucklöffel kein Unterschied gemacht. Der Leistungsbeschreibung kann entnommen werden, dass

 

  • erstens die BEMA-Nr. 98a nur abrechnungsfähig ist, wenn der übliche Löffel nicht ausreicht;
  • dass sie zweitens bei einer Einzelkrone nicht abgerechnet werden darf;
  • drittens dass neben dieser Maßnahme Funktionsabformungen bei diversen Indikationen anfallen können und
  • viertens bei dieser Leistung allein wegen der Verwendung bestimmter Abformmaterialien nur die Material- und Laborkosten abrechenbar sind.

 

Für die Regelversorgung sind die Bestimmungen eindeutig: „Die zusätzliche Abrechnung von zahnärztlichem Honorar bei Anwendung besonderer Abdruckverfahren ist nicht zulässig.“ Schwierig wird es erst, wenn eine gleichartige Versorgung geplant ist, bei der ein individueller Löffel für die Präzision indiziert ist. Grundsätzlich ist die Abdrucknahme und auch die Korrekturabformung bei der Herstellung von Einzelkronen vertragszahnärztlich mit der BEMA-Nr. 20 abgegolten. Wenn zusätzlich medizinische Gründe - zum Beispiel Exostosen und/oder ungünstige Kieferformen - vorliegen, ist die Angabe einer Begründung im Heil- und Kostenplan sinnvoll, damit die Krankenkasse eine Genehmigung für die BEMA-Nr. 98a erteilen kann.

 

Die reine Präzisionsabformung zusätzlich bei einer Einzelkeramikkrone ist zwingend über eine Privatvereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ abzudingen und privat zu berechnen. Bei andersartigen Versorgungen ist die Berechnung immer nach der GOZ zu gestalten - einer Genehmigung durch die GKV bedarf es hier nicht.

Die Abrechnung auf GOZ-Basis

Schon in der Leistungsbeschreibung erscheint der erste Unterschied zwischen der GOZ und dem BEMA. Die GOZ-Nr. 5170 beschreibt nur die „Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel“, nicht mit individualisiertem Löffel. Aufgrund der Kieferform oder sonstiger Parameter werden individuelle Abformungen häufig erforderlich, zumal in der Leistungsbeschreibung auch der zweite Unterschied zwischen den beiden Berechnungsgrundlagen - nämlich die Abformung der Remontage - enthalten ist.

 

Kostenträger lehnen die Leistung der GOZ-Nr. 5170 häufig ab, wenn die Herstellung des Löffels nicht auf der Laborrechnung erscheint. Darüber hinaus lehnen sie das Umarbeiten eines konfektionierten in einen individualisierten Löffel ab. Die Leistungsbeschreibung verlangt, dass eine Abformung mit einem individuellen Löffel vorgenommen wird. Unerheblich bleibt dabei, wie es zu dieser „Individualisierung“ gekommen ist. Die BZÄK äußerte sich in ihrem Kommentar (Stand 2. März 2015, Seite 178) wie folgt: „Die Individualisierung eines Konfektionslöffels, zum Beispiel durch Abdämmung, Anbringen von Stopps oder Ähnliches, erfüllt die Anforderungen an einen individuellen Löffel. Der individualisierte Abformlöffel kann daher ebenso für eine Abformung nach der Nr. 5170 verwendet werden.“

 

Im Leitfaden der KZBV „Schnittstellen zwischen BEMA und GOZ“wird zur GOZ-Nr. 5170 festgehalten, dass ein individualisierter Löffel ebenfalls die Anforderungen für eine individualisierte Abformung erfüllt. Die Kosten des Umarbeitens können hiernach über einen Eigenbeleg als zahntechnische Leistung geltend gemacht werden. Der Leitfaden gilt zwar in erster Linie für GKV-Patienten, aber die Aussage zur Erfüllung der Maßnahme ist hier relevant.

 

 

FAZIT | Die Verwendung eines im zahntechnischen Labor hergestellten Abformlöffels oder eines in der Praxis umgebauten Konfektionslöffels erfüllt dasselbe Ziel und kann daher in jedem Fall mit der GOZ-Nr. 5170 berechnet werden. Eine Analogisierung nur für das „Individualisieren“ ist nicht erforderlich. Der beleghafte Nachweis von Laborkosten ist möglich, aber nicht Voraussetzung für die Abrechnung einer individuellen Abformung. Die Abformung bei einer Remontage ist nur auf privatzahnärztlicher Basis möglich.

 

Quelle: Ausgabe 05 / 2015 | Seite 8 | ID 43338860