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01.11.2007 | Abrechnung nach GOZ/GOÄ

Wichtiges Abrechnungswissen kompakt: Reparaturen an Kronen/festsitzenden Brücken

Bei den in der Praxis häufiger vorkommenden Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion von Kronen und Brücken geht es – abgesehen von seltenen Leistungen wie Lötungen und Randverlängerungen – im Wesentlichen um die Erneuerung von Verblendungen sowie das Wiedereinsetzen. Für die Abrechnung sieht die GOZ folgende Gebührennummern vor: 

 

GOZ-Nr. 231 

Wiedereingliederung einer Einlagefüllung oder Krone oder Wiederherstellung einer Verblendschale an herausnehmbarem Zahnersatz 

GOZ-Nr. 232 

Wiederherstellung einer Krone, eines Brückenankers, einer Verblendschale oder Verblendung an festsitzendem Zahnersatz, gegebenenfalls einschließlich Wiedereingliederung und Abformung 

GOZ-Nr. 511 

Wiedereingliederung einer endgültigen Brücke nach Wiederherstellung der Funktion 

Wiedereinsetzen von Kronen

Wird eine gelöste Krone – oder ein Inlay – rezementiert, ohne dass daran vorher Veränderungen vorgenommen werden, so berechnet man hierfür die GOZ-Nr. 231. Diese fällt je Krone einmal an, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um einzelne oder miteinander verblockte Kronen handelt.  

 

Für das Wiedereingliedern einer provisorischen Krone, auch wenn diese eine Langzeitversorgung nach der GOZ-Nr. 708 darstellt, kann die Nr. 231 nicht angesetzt werden. Dies geht aus der Bestimmung zu den GOZ-Nrn. 708 bis 710 eindeutig hervor: „Die Wiedereingliederung desselben Interimszahnersatzes, gegebenenfalls auch mehrmals, einschließlich Entfernung ist mit den Gebühren nach den GOZ-Nrn. 708 bis 710 abgegolten.“ Im Not- oder Vertretungsdienst kann das Wiedereinsetzen einer gelösten provisorischen Krone unter der Nr. 227, das Wiedereinsetzen einer Brücke unter den Nrn. 512 und 514 berechnet werden. 

 

Muss eine auf einem Implantat befestigte Krone – vielleicht nach dem Auswechseln eines Verschleißteils – wiederbefestigt werden, so fällt auch dies unter die GOZ-Nr. 231.  

Reparaturen einschließlich Neuverblendung von Kronen

Erfolgt an einer Krone vor deren Rezementierung eine Wiederherstellungsmaßnahme (vorzugsweise die Erneuerung der Verblendung), so löst ihr Wiedereingliedern anstelle der GOZ-Nr. 231 die Nr. 232 aus. Sie fällt auch an, wenn die Krone direkt im Mund neu verblendet wird. Während also die Berechnung der GOZ-Nr. 231 im Zusammenhang mit einer Krone zwingend deren Wiedereinsetzen erfordert, steht bei der Nr. 232 die Reparaturmaßnahme im Vordergrund. Nur wenn diese außerhalb des Mundes erfolgt, ist eine Rezementierung erforderlich, die dann gemäß Leistungstext Bestandteil der Wiederherstellungsmaßnahme ist. Selbstverständlich können die anfallenden zahntechnischen Material- und Laborkosten zusätzlich in Rechnung gestellt werden. 

 

Ist im Zusammenhang mit der Reparatur und Wiedereingliederung einer Krone eine Abformung erforderlich (etwa wenn eine okklusale Verblendung zu erneuern ist), so ist diese ebenfalls Leistungsbestandteil und daher nicht zusätzlich berechenbar. Lediglich die Kosten für das verwendete Abformmaterial können gesondert geltend gemacht werden. 

Wiedereinsetzen von Brücken

Für die Rezementierung einer Brücke sieht die GOZ, gleichsam als Basisposition, die GOZ-Nr. 511 vor. Diese bezieht sich jedoch nur auf denjenigen Teil der Brücke, bei der sich Kronen und Brückenglieder abwechseln. Oder anders ausgedrückt: Sie bezieht sich auf das Wiedereingliedern der lückenbegrenzenden Kronen. Ist eine solche „Kernbrücke“ besonders groß, so berechtigt auch dies zur Erhöhung des Steigerungsfaktors. 

 

Sind mit der Brücke noch weitere, nicht an eine Brückenspanne angrenzende Kronen verbunden, so berechnet man für deren Wiedereingliederung – zusätzlich zur GOZ-Nr. 511 – jeweils die Nr. 231.  

 

Dies gilt jedoch nur, sofern an der wiedereingegliederten Krone keine Wiederherstellungsmaßnahme erfolgt ist. Ist dies der Fall – wobei auch hier wieder vor allem die Neuverblendung von Bedeutung ist –, so fällt für das Rezementieren anstelle der GOZ-Nr. 231 die Nr. 232 an. Die Nr. 232 ist grundsätzlich neben der Nr. 511 für jede reparierte Krone bzw. jedes reparierte Brückenglied berechenbar.  

 

Diese Abrechnungsweise entspricht der Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer: „Wird eine Brücke wiederhergestellt, fällt für die Wiedereingliederung nach Wiederherstellung einmal die Gebühren-Nr. 511 GOZ an. Die erhöhte Schwierigkeit beim Wiedereingliedern großer Brücken kann bei der Bemessung des Steigerungssatzes herangezogen werden. Sind mit den Pfeilerkronen weitere Kronen (die also keine lückenbegrenzenden Pfeilerkronen sind) verbunden, so kann die Wiedereingliederung dieser Kronen zusätzlich nach Gebühren-Nr. 231 GOZ je Krone berechnet werden. Die Wiederherstellungen selbst sind zusätzlich, wenn Brückenanker oder damit verbundene Kronen repariert werden müssen (zum Beispiel nach Aufschlitzen) bzw. wenn Verblendungen an beliebiger Stelle der Brücke repariert wurden, nach Gebühren-Nr. 232 GOZ zu berechnen.“ 

 

Die Möglichkeit, zusätzlich zur GOZ-Nr. 511 noch die Nr. 232 zu berechnen, wird zudem durch das Urteil des Amtsgerichts Mönchengladbach vom 24. Mai 1995 (Az: 10 C 581/93) bestätigt, in dem es heißt: „Der Zahnarzt ist berechtigt, neben der GOZ-Nr. 511 auch die GOZ-Nr. 232 abzurechnen.“ 

Quelle: Ausgabe 11 / 2007 | Seite 15 | ID 114922