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·Fachbeitrag ·Professionelle Zahnreinigung

Die neue Abrechnung der Professionellen Zahnreinigung (PZR) - Fragen und Antworten

| Die GOZ enthält seit dem 1. Januar 2012 erstmals eine Abrechnungsgebühr (Nr. 1040) für die PZR. Gerade weil die Position völlig neu ist, ist die Anwendung noch mit vielen Unsicherheiten und Auslegungsschwierigkeiten verbunden. Zudem drohen erhebliche Honorarverluste, wenn die Gebühr nichtkorrekt abgerechnet wird. Auf Grundlage der häufigsten Fragen unserer Leser wird die Abrechnung der PZR nach der neuen GOZ erläutert. |

Neue GOZ schafft Klarheit für den Abrechnungsweg

Die Abrechnung der PZR war in der alten GOZ 1988 nicht beschrieben. Die bisher praktizierten Abrechnungsvarianten reichten von einer unmittelbaren Anwendung verschiedener GOZ-Ziffern über die Analogabrechnung bis hin zur Pauschalabrechnung. Entsprechend viele Schwierigkeiten gab es bei der Kostenerstattung. Mit der neuen GOZ sind zumindest die Unklarheiten hinsichtlich des korrekten Abrechnungsweges beseitigt, da es mit der GOZ-Nr. 1040 nunmehr eine eigene Gebührenposition gibt:

 

GOZ-Nr.
Leistungsbeschreibung
Faktor 1,0
Faktor 2,3
Faktor 3,5

1040

Professionelle Zahnreinigung

1,57 Euro

3,62 Euro

5,51 Euro

 

Die Position umfasst die Entfernung supragingivaler und gingivaler Beläge, die Reinigung der Zahnzwischenräume, die Entfernung des Biofilms, die Oberflächenpolitur der Zähne sowie die Fluoridierungund ist abrechenbar:

 

  • einmal je Zahn
  • einmal je Implantat
  • einmal je Brückenglied

 

Nicht abrechenbar ist die Position beispielsweise für folgende Maßnahmen: Prothesenreinigung, Reinigung von Aufbissbehelfen, Reinigung von KFO-Geräten sowie Reinigung von Verbindungselementen am Zahnersatz.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur PZR

Zwar ist der korrekte Abrechnungsweg durch die neue GOZ nun vorgegeben, die neue Position wirft aber eine Reihe von Fragen auf, von denen wir die wesentlichen hier beantworten.

 

1. Was darf neben der GOZ-Nr. 1040 abgerechnet werden?

Weil die GOZ-Nr. 1040 die Fluoridierung beinhaltet, darf daneben nicht die GOZ-Nr. 1020 (Lokale Fluoridierung) für die gleichen Zähne berechnet werden. Ebenso dürfen die GOZ-Nrn. 4050 und 4055 (Entfernung harter und weicher Zahnbeläge) nicht neben der GOZ-Nr. 1040 für die gleichen Zähne berechnet werden, da diese Position auch die Entfernung supragingivaler und gingivaler Beläge umfasst. Aus den Allgemeinen Bestimmungen zur GOZ-Nr. 1040 geht ebenso hervor, dass eine chirurgische Entfernung der subgingivalen Beläge (GOZ-Nrn. 4070 und 4075) daneben nicht abrechenbar ist. Gleiches gilt für die GOZ-Nrn. 4090 und 4010.

 

Neben der GOZ-Nr. 1040 abrechenbar sind hingegen folgende Leistungen:

 

  • Entfernung von subgingivalen Belägen auf nicht chirurgischem Wege (analoge Berechnung nach § 6 Abs. 1 GOZ)
  • Mundhygienestatus/Unterweisung (GOZ-Nr. 1000)
  • Kontrolle des Übungserfolges (GOZ-Nr. 1010)
  • Lokale Medikamentenanwendung mit individueller Schiene (GOZ-Nr. 1030)
  • Fissuren- und Glattflächenversiegelungen (GOZ-Nr. 2000)
  • Behandlung überempfindlicher Zahnflächen (GOZ-Nr. 2010)
  • Kontrolle/Finieren/Polieren einer Restauration (GOZ-Nr. 2130)
  • Lokalbehandlung von Mundschleimhauterkrankungen, ggf. einschließlich Taschenspülungen, je Sitzung (GOZ-Nr. 4020)
  • Beseitigung von scharfen Kanten (GOZ-Nr. 4030)
  • Subgingivale medikamentöse antibakterielle Lokalapplikation (GOZ-Nr. 4025)

 

2. Wie berechne ich PZR beim Kassenpatienten?

Die PZR wird beim Kassenpatienten wie bisher ebenso wie beim Privatpatienten berechnet. Da es sich auch in der Vergangenheit um eine reinprivate Leistung handelte, sind beim gesetzlich versicherten Patienten für derartige Leistungen unverändert die Bestimmungen der GOZ zu beachten und anzuwenden, was bedeutet, dass seit dem 1. Januar 2012 die PZR auch bei Kassenpatienten nach der GOZ-Nr. 1040 abzurechnen ist.

 

3. Ist die PZR bei kleinen Kindern auch nach der GOZ-Nr. 1040 abrechenbar?

In der Regel ist die PZR bei allen Patienten abrechenbar, sofern der Leistungsinhalt der Position erfüllt ist.

 

4. Wann sind Nrn. 4050, 4055, 4070, 4075 ansetzbar, wann gilt die Nr. 1040?

Die GOZ-Nrn. 4050 und 4055 sind nur ansetzbar, wenn es sich um die alleinige supragingivale Belagsentfernung handelt. Weiterhin sind die Leistungen erst nach Ablauf von 30 Tagen erneut abrechenbar. Die GOZ-Nrn. 4070 und 4075 setzen ein chirurgisches Vorgehen für deren Abrechnung heraus. Die GOZ-Nr. 1040 ist dann abrechenbar, wenn supragingivale und gingivale Beläge entfernt, die Zahnzwischenräume gereinigt, der Biofilm entfernt, Oberflächen der Zähne poliert und fluoridiert wurden. Alle Positionen haben somit ganz unterschiedliche Leistungsinhalte und sind entsprechend der tatsächlich vollzogenen Maßnahmen abzurechnen.

 

5. Wie berechnet man Air-Flow in Verbindung mit einer PZR?

Die Pulverstrahlreinigung, auch „Airpolishing“, durch sogenannte Pulverstrahltechnik ist ein Verfahren zur Entfernung von Genuss- und Nahrungsmittelverfärbungen auf den sichtbaren Zahnflächen. Da die supragingivale Belagsentfernung in der GOZ-Nr. 1040 beschrieben ist, kann Air-Flow unserer Auffassung nach nicht zusätzlich berechnet werden. Auf die Anhebung des Steigerungsfaktors mit der Begründung des zusätzlichen apparativen Mehraufwandes sollte allerdings nicht verzichtet werden.

 

6. Kann man eine PZR auch als Pauschalbetrag berechnen, zum Beispiel als Wunschleistung nach § 2 Abs. 3?

Unserer Meinung nach sind Abrechnungen von Pauschalen nach der neuen GOZ nicht mehr möglich. In der alten GOZ konnten Leistungen nach § 2 Abs.  3 mit Pauschalen abgerechnet werden, für die es keine Gebührenpositionen gab und die nicht die Voraussetzungen der Analogabrechnung erfüllten. In der neuen GOZ sind aber für alle Leistungen, die nicht in der GOZ oder in für Zahnärzte geöffneten Bereichen der GOÄ enthalten sind, Analoggebühren zu wählen. Für eine Pauschalabrechnung ist daher nach der neuen GOZ unseres Erachtens kein Raum mehr.

 

7. Ist die Nr. 1040 auch in zweiter PZR-Sitzung zu berechnen, zum Beispiel in einer Kontrollsitzung, oder auch bei hohem Aufwand in zwei Sitzungen?

Die GOZ-Nr. 1040 ist dann erneut abrechenbar, wenn der Leistungsinhalt wieder erfüllt worden ist. Wird der komplette Leistungsinhalt in der Kontrollsitzung erneut erbracht, kann die Gebühr auch wieder berechnet werden. Eine Aufteilung der Leistung nach GOZ-Nr. 1040 in mehrere Sitzungen istjedoch nicht möglich.

 

8. Ist neben der Abrechnung der GOZ-Nr. 1040 an einzelnen Zähnen eine analoge Abrechnung der Nr. 4070 möglich?

Ja. Die GOZ-Nr. 1040 beinhaltet nur die Entfernung supragingivaler und gingivaler Beläge. Die subgingivale Belagsentfernung ist in der GOZ-Nr. 4070 und 4075 beschrieben, allerdings können diese Gebühren nur abgerechnet werden, wenn es sich um die chirurgische subgingivale Belagsentfernung handelt. Die nicht-chirurgische subgingivale Belagsentfernung zum Beispiel im Rahmen einer Prophylaxe ist in der GOZ nicht beschrieben, so dass die Analogabrechnung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ möglich ist. Werden neben der Zahnreinigung nach der GOZ-Nr. 1040 noch subgingivale Beläge auf nicht-chirurgischem Weg entfernt, ist die Analogleistung zusätzlich abrechenbar.

 

9. Dürfen PSI oder eine Füllungspolitur im Rahmen der PZR bei einem GKV-Patienten privat berechnet werden?

Nein. Die Erhebung eines PSI-Code ist Leistungsinhalt der Bema-Nr. 04 und kann einmal in zwei Jahren als Vertragsleistung abgerechnet werden. Ist die Leistung allerdings vor Ablauf der Frist notwendig und erbracht, kann sie mit der GOZ-Nr. 4005 - allerdings auch höchstens zweimal innerhalb eines Jahres - als reine Privatleistung abgerechnet werden. Die Füllungspolitur ist in der Regel Leistungsinhalt der Bema-Nr. 106 (sk) und einmal je Sitzung für die Politur und Rekonturierung alter Füllungen abrechenbar. Beachten Sie aber, dass zu diesem Punkt regional ggf. KZV-spezifische Besonderheiten gelten.

 

10. Kann die Spülung einer Zahnfleischtasche im Zusammenhang mit der Nr. 1040 bei einem GKV-Patienten nach der GOZ abgerechnet werden?

Die Spülung einer Zahnfleischtasche ist in der Regel beim gesetzlich versicherten Patienten eine Vertragsleistung und fällt unter die Bema-Nr. 105 (Lokale medikamentöse Behandlung von Schleimhauterkrankungen).

Quelle: Ausgabe 03 / 2012 | Seite 15 | ID 32023230